Die Stadt Mdina thront weit sichtbar in der Mittel der Insel Malta. Der
Ort wirkt mit seinen Kathetralen und Adelspalästen wie ein einziges grosses Museum. Ihren Bewohnern wird nachgesagt, dass sie durch nichts aus der Ruhe zubringen sind. 320 Tage im Jahr brennt die Sonne vom Himmel und macht Malta damit zu einem begehrten Touristenziel. Der spärlich fallende Winterregen wird sorgsam in Zisternen aufgefangen.
Maltas Frühgeschichte ist ein einziges Mysterium. Bereits 7000 vor
Christus wurde Malta erstmals besiedelt von einem Volk, von dem man annimmt, das es aus Sizilien kam. Sie hinterliessen steinere Spuren der Ewigkeit.
Die Republik Malta (maltesisch: Repubblika ta' Malta) ist der kleinste europäische Inselstaat. Er liegt im Mittelmeer, etwa 90 km südlich von Sizilien. Der maltesische Staat verteilt sich auf die drei bewohnten Inseln
Malta (etwa 246 km²),
Gozo (etwa 67 km²) und
Comino (maltesisch Kemmuna, etwa 3 km²), sowie auf die unbewohnten Inseln Cominotto (Kemmunett), Filfla (Filfola) und St. Pauls Island.
Die Hauptinsel Malta ist in fünf Bezirke gegliedert, Gozo und Comino bilden zusammen einen sechsten.
Geschichte
7000 v. Chr. Erste nachgewiesene Besiedlung (Megalithkultur). Auf Phönizier und Karthager folgten sodann Römer (218 v. Chr.), Byzanz (im 4. Jh. n. Chr.), Araber (870), Normannen (1099), Hohenstaufen (1194), Haus Anjou (1268), Haus Aragon (1272), Kastilien (1416).
1530-1798 Geprägt wird Malta vornehmlich durch die Herrschaft des Ritterordens vom Hl. Johannes. Der erfolgreiche Widerstand der Ordensritter (und maltesischer Hilfstruppen) gegen die Türken ("Große Belagerung" 1565) stoppt das Vordringen des osmanischen Reiches in das westliche Mittelmeer.
1800 Nach Besetzung durch Napoleon (1798) sucht Malta den Schutz Großbritanniens
1814 Malta wird britische Kolonie
seit 1920 Selbstverwaltung mit eigener Regierung und Parlament, im 2. Weltkrieg wird Malta von den Achsenmächten blockiert und bombardiert, hält aber unter größten Opfern stand
1964 Unabhängig unter der britischen Krone
1974 Republik
1979 Abzug der letzten britischen Truppen nach Auslaufen des britisch-maltesischen Stützpunkt-Abkommens.
1. Mai 2004 Beitritt zur Europäischen Union
Der maltesische Archipel erlebte in der jüngeren Steinzeit ein goldenes Zeitalter, von dem heute die mysteriösen Megalithtempel zeugen. Später herrschten die Phönizier, die Kathager und die Römer, bevor diese die Inseln den Arabern überließen. Aber es waren die Ritter des Johanniterordens, die an das Vermächtnis des heiligen Paulus und der ersten Christen anknüpften und die maltesische Inselgruppe zu einem neuen goldenen Zeitalter führten. Sie etablierten im 17. und 18. Jahrhundert eine Hochburg europäischer Zivilisation auf Malta.
Das Hypogäum von Hal-Saflieni, die Tempelanlagen in Tarxien nahe Valletta, Mnajdra, Hagar Qim an der Südküste Maltas oder auch Ggantija auf der Nachbarinsel Gonzo sind die besterhaltenen Bauwerke jener Zeit. Ovale Kammern, aufgerichtete Steinblöcke, hintereinander angeordnete Kammern, die zu einem der Muttergottes geweihten Altar führen - alles scheint hier für die Ewigkeit gebaut.
Die Schönheit der Städte und die kulturelle Ausstrahlung verdankt Malta den Rittern des Malteserordens. Die Geschichte des Ordens begann im Jahre 1048 in Jerusalem, als Mönche ein Hospital für Pilger schufen. Der Orden war vom Ideal der Selbstlosigkeit und
Barmherzigkeit geprägt, verschmähte aber auch den Einsatz von Waffen nicht. Aufgrund ihres Mutes erhielten sie im Jahre 1530 den maltesischen Archipel von Kaiser Karl V. zum Geschenk. Die Ritter gelten noch heute als Retter des Abendlandes, die sich der Ausbreitung der Vorherrschaft des Orients widersetzten. Die "Große Belagerung" Maltas von 1565 leitete den Untergang der osmanischen Herrschaft im Mittelmeer ein.
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Rosenheimer Verlagshaus, 2004
ISBN: 3475535696