Acrylamid-Belastung nimmt zu - Grüner Tee statt scharfe Chips

Acrylamid-Belastung nimmt zu


Chips und Co. gefährden die Gesundheit


Flavo-NatinAcrylamid steht bereits seit April 2002 im Verdacht, Krebs auszulösen. Nach Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Belastung von Kartoffelchips mit Acrylamid zugenommen; so wiesen sechs von zehn getesteten Produkte höhere Werte auf als noch im letzten Jahr.


Zur Bildung von Acrylamid kommt es während der so genannten Bräunungsreaktion, wenn stärkehaltige Nahrungsmittel mit wenig Wasser bei sehr hohen Temperaturen (über 175°C) hergestellt werden. Kartoffel- und Getreideprodukte wie Chips, Pommes, Popcorn und Weihnachtsgebäck sind entsprechend besonders belastet.


 


Jenseits der Toleranzgrenze


Der Sachverständigenrat für Umweltfragen hat erklärt, dass das Krebsrisiko durch die mit der Nahrung aufgenommene Acrylamid-Menge außerhalb des tolerierbaren Bereichs liegt: So sollen in Deutschland jährlich 10.000 Menschen durch den Verzehr von Acrylamid an Krebs erkranken. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) gibt an, dass die tägliche Belastung mit dem krebserregenden Stoff bei maximal 1 µg pro kg Körpergewicht liegen sollte. Der gültige Grenzwert („Signalwert“) von 1.000 µg pro Kilo Kartoffelchips wird von Foodwatch als viel zu hoch eingestuft.


 


Aha: Grüner Tee statt scharfe Chips


Wenn schon Chips, dann sollten bevorzugt helle Sorten verzehrt werden, während die am stärksten belasteten Paprika- oder Pepperonichips vermieden werden sollten.


Um Krebs vorzubeugen, sollten wir mit der Ernährung möglichst viele „Gegenspieler“ zu dem Krebsförderer Acrylamid aufnehmen. Grüner Tee ist gesund, das ist schon seit längerem bekannt. Wissenschaftler fanden heraus, dass das Getränk gegen die Bildung von Krebs sogar noch deutlich wirksamer ist als bislang angenommen. Von Bedeutung ist dabei das Molekül Aryl Hydrocarbon (AH). Unter der Einwirkung von toxischen Substanzen wie Acrylamid kann AH gefährliche Genaktivitäten auslösen; im grünen Tee kommen jedoch Bestandteile vor, die solche Reaktionen verhindern können: Es handelt sich um Flavonoide, die auch in Brokkoli und Weintrauben nachgewiesen wurden. Im Tiermodell wurde festgestellt, dass die beiden Substanzen den AH-Rezeptor von Krebszellen ausschalten konnten. Grünen Tee gibt es auch in Form von Tabletten: Flavo-Natin (erhältlich in Apotheken) ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das sekundäre Pflanzenstoffe aus dem Kamillentee sowie dem Grünen Tee enthält. Die Schutzwirkung dieser Flavonoide wird noch ergänzt durch die Kombination mit Vitamin C und den B-Vitaminen B6, B12 und Folsäure.





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