
© Wirths , Juni 2005
Mate, das coffeinhaltige Volksgetränk der Südamerikaner, wird aus den Blättern des immergrünen Matestrauchs (Ilex paraguariensis) zubereitet. Der Matestrauch wächst nur in einem Teilgebiet des mittleren Südamerikas. Denn nur auf den Hochebenen (bei ca. 400-800 m Meereshöhe) um den südlichen Wendekreis herrschen optimale Bedingungen für die anspruchsvollen Matepflanze. Hauptanbauländer sind Brasilien, Argentinien und Paraguay.
Besondere Behandlung
Außergewöhnlich ist die aufwendige Behandlung der geernteten Blätter. Nach der Ernte werden die noch grünen Blätter kurze Zeit bei sehr hohen Temperaturen erhitzt. Dieses sog. „Zapekieren“ dient der Zerstörung bestimmter Enzyme, die sonst wertvolle Inhaltsstoffe zerstören und die Blätter schwarz verfärben würden. Traditionell wurden die Blätter dazu durch offenes Feuer gezogen, heute findet dies in speziell konstruierten Zapekiertrommeln statt. Danach müssen die Blätter mehrere Stunden getrocknet werden, bis sie schließlich für den Tee zu Feinschnitt oder Matepulver verarbeitet werden.
1000-jährige Tradition

Bad Heilbrunner
Genuss- oder Heilmittel?
Seit einigen Jahren stößt Mate auch in Europa großes Interesse. Als Genussmittel hat sich Mate-Tee längst durchgesetzt, in vielen Drogerie- und Supermärkten findet man heute verschiedenste Mate-Tee-Kreationen (z. B. von Bad Heilbrunner). Darüber hinaus werden die Blätter des Matestrauchs auch wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Man ist dabei auf ein breites Wirkstoffspektrum gestoßen, angefangen vom Matein, einem besonders mild und gleichmäßig wirkendenden Koffein, bis hin zu unzähligen Vitaminen und Mineralstoffen. Von besonderer Bedeutung sind die sekundären Pflanzenstoffe wie Carotinoide, Saponine und spezielle Flavonoide wie Rutin sowie die Caffeoyl-Chinasäuren, die als besonders wirkungsvolle Radikalfänger gelten. Der Gehalt an zellschützenden Flavonoiden liegt dabei sogar über dem des als krebsvorbeugend geltenden grünen Tees.
Hungerbremse und Anti-Aging-Mittel
Mate-Tee wird bei uns häufig zu Kuren und Diäten getrunken, da er nicht nur den Hunger dämpft, sondern auch Stoffwechsel und Fettabbau anregt und den Körper gleichzeitig mit wichtigen Vitalstoffen versorgt. Aufgrund seines Wirkstoffcocktails genießt Mate außerdem den Ruf als vorzügliches Anti-Aging-Mittel, als Schutzfaktor für Zellen und Blutgefäße sowie als wirksamer Helfer des Immunsystems.
Für Ausdauer und Konzentration
Übrigens: Immer mehr Sportler nutzen Mate wegen seinen ausdauerfördernden und konzentrationssteigernden Eigenschaften. Die Zusammensetzung an Mineralstoffen ist der des menschlichen Schweißes sehr ähnlich – deshalb wird Mate unter Sportlern als natürliches isotonisches Getränk gehandelt. Mate ist auch imstande, körpereigene Kohlenhydrate für die Energiegewinnung freizusetzen. Dadurch wird die Lactatbildung in den Muskeln verzögert, wodurch Mate helfen kann, den gefürchteten Muskelkater zu vermeiden.
Tipp – so schmeckt Mate-Tee:
Mate-Tee (gibt es z. B. in Drogeriemärkten auch in Filterbeuteln) kann heiß oder kalt – nach Gusto auch mit Säften oder Mineralwasser gemischt getrunken werden. Im Sommer ist Mate-Tee auch eine leckere Grundlage für selbstgemachte Eistees)
Weitere Infos zu Mate: www.tee.org/mate











