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Effektives Schlafen
Unbestreitbar ist das Bett das wichtigste Möbel in unserem Leben: hier wird Lebenslust und Lebensleid erfahren, hier werden wir geboren und immer wiederkehrend regenerieren wir uns für den neuen Tag.
Was aber heißt Regeneration? Im Allgemeinen verknüpfen wir den Schlaf mit der absoluten Ruhe des Körpers - fast bis zum Stillstand. Wenn es so wäre, hätten frühere Philosophen mit Recht behauptet, dass der Schlaf der Bruder des Todes sei. Aber spätestens seit der modernen Schlafforschung wissen wir, dass wir im Schlaf Erfahrungen des Tages aufarbeiten und dass sich unser Körper entsprechend bewegt. So wenig wie Gehirn und Herz während des Schlafes die Funktionen aufgeben, genauso wenig schaltet der gesunde Körper seine Bewegungen einfach ab.
Wer kennt es nicht: Eine heftige, ungewollte Reaktion unseres Körpers reißt uns noch einmal kurz vor dem Einschlafen aus Morpheus Armen. Da dieser Reflex vor dem Tiefschlaf einsetzt, können wir ihn noch bewusst wahrnehmen. Er entsteht bei der Entspannung verkrampfter Muskeln. Ebenso löst ein heftiger Traum nicht nur Aktivitäten des Gehirns, sondern auch des Körpers aus. In der Regel wird der Körper reger, je länger wir schlafen, so dass wir uns zum Morgen hin am häufigsten bewegen.
Die Voraussetzung dafür, dass dieser Bewegungsbedarf ungehindert ausagiert werden kann, ist eine entsprechende Bettausstattung. Denn während eines Schlafes ohne Bewegung ist die Vitalisierung von Körper und Geist undenkbar und wirkt sich entsprechend negativ auf den Tag aus. Dieses Wissen wurde aktiviert, als im 18. Jahrhundert eine Erfindung ihre Bahn brach, die in unserem Alltag allgegenwärtig ist: Die Stahl- oder Sprungfeder, wie sie früher genannt wurde. 1706 wurde sie in England als ein mathematisches Instrument patentiert und für Maschinen, später auch (1826) von den Polsterern und Tapezierern für Möbel genutzt.
In den Matratzen wurden einzelne Federn zu einer Liegefläche verbunden und zum sogenannten Federkern weiterentwickelt. Das war ein Sprung nach vorn auf der Suche nach einer angenehmen Liegefläche. Denn vorher wurden nur Materialien verarbeitet, die sich über kurz oder lang je nach Belastung verformten. Mit dem Federkern konnten die Sitz- und Liegemöbel dauerhafter und ergonomischer gestaltet werden.
Bis heute wird die Reaktion der gefederten Bettstatt auf die Bewegung des Körpers als äußerst angenehm und schlaffördernd empfunden. Obwohl es schon immer eine Vielfalt an Schlafunterlagen gab, hat sich der Federkern über die Jahrzehnte in Verbindungen mit vielen Materialien (von Rosshaar bis Schaumstoff) am Markt behauptet. Warum gerade der Federkern so beliebt ist, hat viele unterschiedliche Gründe, aber die Eigenart der Feder sich bei Belastung zusammenzuziehen und bei Entlastung in die vorherige Position zurückzufinden, ist sicher einer der wesentlichsten Faktoren.
Der schlafende Mensch genießt die Reaktion der Matratze auf die eigenen Bewegungen, und empfindet die Rückgabe der kinetischen Energie des Federkerns als etwas Positives. Bewegung und Schlaf sind nicht voneinander zu trennen, wenn dabei die Erholung von Körper und Seele aktiviert werden soll. Dies gilt insbesondere, wenn schon Beschwerden mit dem Rücken und insbesondere der Bandscheiben zu beklagen sind. Denn um genügend Flüssigkeit aufzunehmen benötigen die Bandscheiben nachts die "liegende Bewegung". (Quelle: Stiftung Warentest, Matratzen, 02.2005) Schlafstörend können auch verkrampfte Muskeln wirken. Bei dauerhafter Anspannung entwickeln sich krankhafte Veränderungen im Gewebe, die wiederum zu Rücken- und Gliederschmerzen führen. Orthopäden empfehlen in dieser Situation insgesamt viel Bewegung. Morgens vor dem Aufstehen können gezielte Lockerungsübungen den Tag entspannt einleiten und helfen Stresssituationen leichter zu bewältigen. Abends vor dem zu Bett gehen garantieren Stärkungs- und Dehnungsübungen im Wechsel einen schmerzfreien Schlaf.
Gerade für die junge Generation der 20 bis 30-jährigen sind Begriffe wie Bewegung, Flexibilität und Mobilität alltagsbestimmend. Deshalb ist effektives Schlafen für sie besonders wichtig. Denn es bedeutet, ausgeruht und erfrischt in den neuen Tag zu gehen. |