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02.05.08 08:57

Potenzstörungen und Prostataleiden - Probleme mit der Männlichkeit?

Schwabe
Wer glaubt, spätestens mit 60 hänge der alte Adam seine Sexualität an den Nagel, wird durch Umfragen widerlegt: 83 Prozent der Männer zwischen 50 und 80 Jahren sind mit Lust bei der Sache und haben jeden Monat durchschnittlich 6,7-mal Geschlechtsverkehr. Damit liegen die als Sexmuffel geltenden Deutschen gleichauf mit ihren französischen Nachbarn, denen man nachsagt, die leidenschaftlichsten Liebhaber in Europa zu sein.

Viele Betroffene
Viele Männer prahlen mit ihrer Potenz, weil sie ihnen als Inbegriff von Männlichkeit gilt. Für sie bricht eine Welt zusammen, wenn beim Liebesspiel die Erektion wieder und wieder Probleme bereitet, der Penis nicht steif wird bzw. nicht lange genug steif bleibt. Betroffen sind mindestens vier Millionen Deutsche, gut die Hälfte von ihnen hat die 70 überschritten. Doch schon bei den 40- bis 50-Jährigen klagt immerhin jeder Zehnte über mangelndes Stehvermögen im Bett. Man(n) fühlt sich als Versager, womöglich sogar gedemütigt vom enttäuschten Gesicht des sexuell nicht befriedigten Gegenübers. Kein Mann mehr, sondern ein Schlappschwanz: So denken die meisten und bringen es nicht fertig, sich einem Arzt anzuvertrauen, zu stark sind die Schamgefühle. Von den Männern mit Erektionsstörungen erbitten in Deutschland nur zwischen zehn und 20 Prozent medizinische Hilfe, diesmal hat Frankreich mit 37 Prozent die Nase klar vorn!

Wie Potenzpillen wirken
Seit wirksame Potenzpillen, die so genannten PDE-5-Hemmer, ihren Siegeszug um die Welt antraten, haben auch deutsche Männer mehr Mut gefasst, sich zu bekennen, und mehr Vertrauen in die medizinischen Möglichkeiten entwickelt. Die verschreibungspflichtigen Tabletten bekommen nämlich organisch bedingte Erektionsstörungen zu 80 Prozent in den Griff, weil durch sie mehr Blut in den Schwellkörper des Penis gelangt. Dieser richtet sich daraufhin auf und drückt dabei Venen ab, aus denen sonst das Blut gleich wieder abflösse – damit ist eine ausreichend lange Frist fürs Liebesspiel gegeben.

Ihre Wirkung beruht darauf, dass ein Botenstoff, der bei Erregung die Durchblutung des Penis erhöht, jetzt voll durchstarten kann. Sie halten nämlich seinen Gegenspieler, das Enzym PDE-5, in Schach. Deshalb werden die Potenzpillen medizinisch als PDE-5-Hemmer bezeichnet. Vorbei die Zeit, dass Erektionsstörungen allein mit Spritzen in den Schwellkörper, Zäpfchen in die Harnröhre oder einer Vakuumpumpe beizukommen war, allesamt Erektionshilfen, die ebenfalls der Durchblutung im Genitalbereich einen Schub geben. Die PDE-5-Hemmer können leider noch mehr – sie weiten die Gefäße überall im Körper. Das kann lebensgefährlich für Anwender werden, die schwer herzkrank sind, an Angina pectoris oder einer Herzinsuffizienz zweiten Grades leiden, einen Infarkt oder Schlaganfall hinter sich haben.

Spitze des Eisbergs
Der Boom der PDE-5-Hemmer bedeutet nun nicht, dass damit alle Potenzprobleme aus der Welt wären. Fast 30 Prozent der Erektionsstörungen sind nämlich Luststörungen bzw. Störungen psychischer Natur. Die Pillen wirken aber nur, wenn Mann schon erregt ist. Sie sind keine Aphrodisiaka, die sexuell stimulieren könnten – ohne erotischen Reiz keine Erektion. Die organischen Ursachen werden ebenso wenig beseitigt – und allzu leicht aus den Augen verloren, sobald die Potenzpille einmal gewirkt hat. Zwar nötigen die PDE-5-Hemmer in die Arztpraxis – doch bleibt es beim bloßen Rezeptschreiben, geht niemand der Krankheit auf den Grund. Dabei kann sie die Spitze eines Eisberges darstellen und sollte entsprechend alarmieren.

Warnsignal für Diabetes
Der schlaffe Penis gilt vor allem als Seismograph für Gefäßleiden. „Erektionsstörungen können ein Hinweis auf Arterienverkalkung und gefährliche, noch unerkannte Herzerkrankungen sein“, warnt Günther Steinmetz von der Selbsthilfegruppe „Erektile Dysfunktion“ im bayerischen Gröbenzell (Internet: www.impotenz-selbst-hilfe.de). So haben Männer mit mittlerer und schwerer Erektionsstörung ein um bis zu 50 Prozent erhöhtes Risiko, binnen der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden (natürlich nicht wegen der Potenzprobleme, sondern wegen kranker Gefäße, die auch die Durchblutung des Penis verschlechtert haben). Zugleich steht fest, dass ein Viertel der Betroffenen an einer Vorstufe der Zuckerkrankheit leidet. Wird daraus ein echter Diabetes, können Nerven im Penis geschädigt werden, woraufhin sich die Erektionsstörung verschlimmert – 50 von 100 männlichen Diabetikern haben schon mit 40 Jahren Potenzprobleme.

Andere mögliche Ursachen
Natürlich kann auch ein Unfall Gefäße und Nerven geschädigt haben, die den Penis versorgen bzw. Gehirn und Genitalbereich verbinden (Querschnittslähmung). Als riskant gelten auch Operation oder Strahlentherapie von Darm-, Blasen- und vor allem Prostatakrebs. Chirurgen sind aber heutzutage bemüht, wichtige Signalleitungen nicht zu durchtrennen, damit die Potenz möglichst erhalten bleibt. Verloren geht jedoch die Zeugungsfähigkeit, denn es kommt nicht zur Ejakulation; das Sperma schießt beim Orgasmus in die Blase. Auch eine gutartig vergrößerte Prostata drückt manchem auf die Libido. Jeder Zweite fühlt sich sexuell beeinträchtigt; wegen des ständigen Harndrangs geht Mann Intimitäten lieber aus dem Weg. Potenzmittel helfen hier kaum weiter; behandelt man die Sache richtig (siehe Kasten), geht’s bald auch im Bett wieder aufwärts.

Potenz durch Fitness
Hormonmangel, d. h. zu wenig Testosteron, ist hingegen eher selten schuld, wenn Mann nicht kann. An ihrer Männlichkeit brauchen also eingefleischte Machos nicht zu zweifeln. Sie sollten stattdessen gesünder leben und Gewohnheiten über Bord werfen, die Nerven und Gefäße schädigen, vor allem das Rauchen sein lassen und nur wenig Alkohol konsumieren. Damit die Arterien nicht verkalken, müssen Blutdruck, Blutfett- und Blutzuckerwerte runter – das bedeutet Übergewicht abbauen und sich mehr bewegen. „Wir wissen heute, dass Potenzstörungen rückgängig gemacht werden können, wenn Männer ihre Energiezufuhr auf 1700 Kalorien beschränken und drei Stunden die Woche Sport treiben“, sagt Professor Dr. Frank Sommer, Inhaber des Lehrstuhls für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Einer Studie aus Neapel zufolge konnten 33 von 100 Männern allein durch gesunden Lebenswandel, also ohne Medikamente, ihre Potenz in vollem Umfang wiedererlangen.

Wenn die Prostata wächst
Jenseits der 50 klagt jeder zweite Mann über Probleme beim Wasserlassen. Der Strahl ist schwach und tröpfelt lange nach. Nicht minder lästig ist der häufige Harndrang, trotzdem gibt’s beim Urinieren Startschwierigkeiten. Hinter diesen Symptomen steckt eine meist gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse (BPH oder benigne Prostatahyperplasie), die im Extremfall bis zur Größe einer Orange heranwächst. Schuld sind altersbedingte Hormonverschiebungen: Das männliche Hormon Testosteron wird verstärkt in biologisch hochaktives Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt, und das ist für Prostatazellen ein Wachstumsmotor wie zu Zeiten der Pubertät. Aus einem Teil des Testosterons entsteht überdies Östrogen, das wiederum das Bindegewebe der Prostata wuchern lässt. Den Harnfluss verbessern und den Handrang vermindern können rezeptfreie Pflanzenarzneimittel aus der Apotheke, sofern sie frühzeitig und durchgängig eingenommen werden. Am besten belegt ist die Wirkung für Präparate aus Brennnesselwurzeln und Sägepalmfrüchten, die auch kombiniert angeboten werden, sowie aus Kürbiskernen. Sie können das Wachstum der Prostata hemmen, eine Rückbildung der Drüse ist allerdings nicht zu erwarten. Vor der Behandlung mit pflanzlichen Mitteln sollte immer ein Urologe aufgesucht werden, der eine bösartige Erkrankung (Prostatakrebs) ausschließt.

Wenn Medikamente nicht helfen, spätestens aber wenn die Harnröhre so verengt ist, dass Urin sich staut, sollte die Prostata verkleinert, ein Teil ihres Gewebes von einem Arzt entfernt werden. Harn, der nicht abfließt, kann nämlich bis in die Nieren aufsteigen, dann drohen Entzündung, Organversagen und Vergiftung des Blutes (Urämie), die bis zum Koma führen kann. Der Eingriff erfolgt nahezu unblutig mit Hilfe einer Sonde, die in die Harnröhre eingeführt und zur Prostata geschoben wird. Am Ende der Sonde befinden sich kleine Schneidewerkzeuge oder ein Laser; damit kann das Gewebe so schonend abgetragen werden, dass die Potenz gewöhnlich erhalten bleibt.

Leichter leben ohne Harndrang
Wer spricht schon gern darüber, dass er ständig muss? Viele Männer verzichten lieber auf die angenehmen Dinge des Lebens, als einen Arzt oder Apotheker auf ihr drängendes Problem anzusprechen. Dabei können frühzeitige Maßnahmen Abhilfe schaffen. Die Broschüre „Schon wieder Harndrang“ klärt auf und zeigt Hilfen auf. Kostenlos zu bestellen bei: Dr. Wilmar Schwabe Arzneimittel, Prostagutt forte Service, Postfach 41 09 25, 76209 Karlsruhe, oder im Internet unter www.harndrang.cc.

02.05.08 08:57
Quelle: Ratgeber aus Ihrer Apotheke

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