Körperfunktionen sicht- oder hörbar machen, um sie mit der Kraft der Gedanken zu beeinflussen. Über dieses spezielle Verfahren der Verhaltenstherapie spricht die »Neue Apotheken Jllustrierte« in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. Juli 2007 mit Dr. Jörg Heuser, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback.
Das Verfahren findet bei den verschiedensten Erkrankungen Verwendung, so zum Beispiel bei Bluthochdruck, Angsterkrankungen, Schlafstörungen, chronischem Tinnitus, Zähneknirschen, Reizdarmsyndrom oder auch Hyperaktivität bei Kindern. Elektroden, die an bestimmten Muskelgruppen befestigt werden, übersetzen die Anspannung dieser Muskeln in Farbsignale auf einem Bildschirm oder in einen Signalton. Sind die Muskeln stark angespannt, ertönt ein unangenehmer Klingelton.»Der Patient lernt, seine Muskeln zu entspannen, indem er gedanklich den Farbbalken verkleinert oder die Tonhöhe verändert«, erläutert Heuser die Methode. »Irgendwann kann er auch ohne Sensoren, Kabel, Computer und Tonsignale locker lassen.« Auf welche Weise der Patient es schaffe, ein Blutgefäß, einen Muskel oder sogar Hirnströme zu modulieren, sei bis heute nicht detailliert geklärt, so der Experte: »Aber Hauptsache ist, dass es wirkt.«
Spezielle Formen des Biofeedbacks stellen das so genannte Vasokonstriktionstraining dar, das zur Unterdrückung von Migräneanfällen dient, oder das Atem-Feedback, mit dem sich chronische Schmerzen beeinflussen lassen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfehle Patienten mit häufigen Migräne-Attacken die Methode, so Heuser. Inzwischen belegen nahezu einhundert Studien die Wirksamkeit der Methode.

