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| Dr. Willmar Schwabe |
Irgendwann trifft es fast jeden Mann: Die Prostata wächst – und drückt auf die Blase. Wer rechtzeitig handelt, hat jedoch gute Chancen, die Beschwerden in den Griff zu kriegen. Es beginnt eigentlich ganz harmlos: So um das 50. Lebensjahr herum fällt vielen Männern auf, dass sie immer öfter müssen. Während der Harndrang stärker wird, wird der Urinstrahl schwächer. Anfangs machen sich die Betroffenen deshalb noch keine großen Sorgen – sie gehen eben häufiger zur Toilette, und die Entleerung der Blase dauert etwas länger. Das ist zwar lästig, aber nicht wirklich schlimm. Leider bleibt es nicht dabei. Im weiteren Verlauf entsteht der Harndrang zunehmend auch nachts. Dann kann Mann nur noch selten durchschlafen; er wacht auf, weil die Blase drückt. Erst einmal, dann zweimal, schließlich sogar mehrmals pro Nacht. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen: Weil der erholsame Schlaf fehlt, fühlen sich die Betroffenen tagsüber unausgeruht und müde, die Konzentration nimmt ab – und die gute Laune geht so langsam flöten.
Typisches Tröpfeln
Ohne wirksame Behandlung setzt sich die Leidensgeschichte weiter fort. Aus dem einst strammen Harnstrahl wird schließlich ein schwaches Rinnsal. Sehr lästig und unangenehm ist das typische Nachtröpfeln. Ein Teufelskreis beginnt: Da nach dem Wasserlassen auf Grund der Abflussstörung immer mehr Resturin in der Blase bleibt, entsteht schon sehr bald erneuter Harndrang. Durch das ständige Müssen sehen sich viele Männer gezwungen, ihre Unternehmungen einzuschränken – sie gehen nicht mehr gerne aus und verzichten auf Aktivitäten im Freien, um möglichst in der Nähe einer Toilette bleiben zu können.
Wenn die Blase nicht mehr komplett geleert werden kann, steigt das Infektionsrisiko. Bakterien können sich im Restharn vermehren und schmerzhafte Blasenentzündungen hervorrufen. Staut sich der Harn immer weiter, befallen die Erreger unter Umständen auch die Nieren. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kann die Nierenfunktion ernsthaft in Gefahr geraten.
Faustgriff um die Harnröhre
Ursache dieser Unannehmlichkeiten ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Die Vorsteherdrüse liegt direkt unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre wie eine Faust. Das ursprünglich kastaniengroße Organ dehnt sich häufig schon ab dem 30. Lebensjahr langsam aus. Dann wird der faustartige Griff allmählich immer fester und engt die Harnröhre ein. Gleichzeitig drückt die wachsende Drüse auf die Blase. „Benigne Prostatahyperplasie“ (kurz BPH) – so nennen Mediziner die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse, die früher oder später jeden Mann in Bedrängnis bringen kann. Die BPH gilt als das häufigste Beschwerdebild bei männlichen Patienten zwischen 45 und 74 Jahren.
Bewegung bringt Besserung
Probleme mit der Prostata sind jedoch kein unabwendbares Schicksal. Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen kann Mann vorbeugen – und die Beschwerden zumindest im Anfangsstadium lindern. Sehr wichtig ist Bewegung: Ausdauersportarten wie Walking oder Jogging fördern die Durchblutung im Becken, was sich entspannend auf die Prostata auswirkt. Auch das Körpergewicht spielt eine Rolle; Studien zeigen, dass überzählige Pfunde die Entwicklung einer BPH begünstigen.
Männer sollten außerdem immer ausreichend trinken, mindestens zwei Liter pro Tag. Das spült die Harnwege, und die Blase wird durch häufigeres Wasserlassen trainiert. Darüber hinaus kann auch eine gesunde Ernährung dazu beitragen, das Wachstum der Vorsteherdrüse zu bremsen. Als besonders günstig gilt die mediterrane Kost mit vielen pflanzlichen, aber weniger tierischen Fetten, viel frischem Obst, Gemüse und Salat sowie Vollkornprodukten.
Pflanzenkraft für die Prostata
In den frühen Stadien lässt sich die gutartige Prostatavergrößerung ohne weiteres mit pflanzlichen Qualitätspräparaten behandeln. Bewährt haben sich zum Beispiel Spezialextrakte aus Sägepalmenfrüchten und Brennnesselwurzeln aus der Apotheke, die sich durch gute Verträglichkeit auszeichnen. Bei regelmäßiger Einnahme kommt es meistens schon nach wenigen Wochen zu einer Linderung der Beschwerden: Der Harndrang lässt nach, und der Urinstrahl wird wieder kräftiger. Frühzeitig begonnen, reicht die pflanzliche Therapie häufig aus, um ein Fortschreiten der Erkrankung hinauszuschieben und die Lebensqualität des Patienten nachhaltig zu verbessern.