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02.05.08 08:57

Kariesfrei ohne Bohrer? Mit System zu mehr Zahngesundheit

proDente e.V.
Für gesunde, strahlende Zähne kann jeder sehr viel tun. Zu Hause kommt es dabei vor allem auf richtige Reinigung, zahnfreundliche Ernährung und ein paar sinnvolle Pflege-Extras an. Kaum zu glauben: Noch im 18. Jahrhundert war Zähneputzen vielerorts reine Frauensache, Zähne putzende Männer galten vielen als dekadent. Heute ist der regelmäßige Griff zu Zahnbürste und -creme für die meisten Menschen glücklicherweise selbstverständlich geworden. Denn längst ist bekannt, dass mangelhafte Mundhygiene Zähnen, Zahnfleisch und der gesamten Mundhöhle erheblichen Schaden zufügt, der oftmals nie mehr rückgängig gemacht werden kann.


Einer Umfrage der Deutschen Angestellten Krankenkasse DAK zufolge putzen immerhin 71 Prozent der Bundesbürger mindestens zweimal täglich die Zähne, etwa jeder sechste greift sogar mindestens dreimal täglich zu Zahnbürste und -creme. Doch trotz dieser recht erfreulichen Tatsache werden bei der Zahnpflege immer noch viele kleine und größere Fehler gemacht, die zu einem unbefriedigenden Ergebnis führen und manchem Zahn sogar mehr schaden als nutzen. Gründe genug, hartnäckige Pflegefehler künftig konsequent zu vermeiden und Zahnbelägen und Bakterien noch „professioneller“ zu Leibe zu rücken.


A und O der täglichen Mundhygiene – das weiß bei uns inzwischen wohl jedes Kind – ist das Zähneputzen. Experten empfehlen, mindestens zweimal täglich zu putzen, und das mindestens zwei bis drei Minuten lang. Schließlich sollen die Beißer auch wirklich blitzblank werden. Jeder benötigt für dieses selbstverständliche Ritual eine hochwertige fluoridhaltige Zahnpasta sowie eine gute, ergonomisch geformte Zahnbürste mit schonend reinigenden, mittelharten bis weichen, endgerundeten Nylonborsten. Beides gibt es in Ihrer Apotheke. Wer zu Handzahnbürsten mit einzeln stehenden Borstenbüscheln greift, kommt besser in die Zahnzwischenräume und kann den Übergang vom Zahn zum Zahnfleisch schonend reinigen.


Geputzt und trotzdem krank?


Zahnexperten zufolge ist eine unsachgemäße Putztechnik heute maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Zähne trotz regelmäßiger Pflege Schaden nehmen. „Ein zu starker Putzdruck oder eine falsche Putzbewegung beispielsweise kann zur Folge haben, dass man gesunde Zahnsubstanz – insbesondere im Zahnhalsbereich – regelrecht ,wegbürstet’“, erläutert Dr. Lutz Laurisch, Zahnarzt und Prophylaxe-Experte. „Zudem kann allzu festes Bürsten einen Zahnfleischrückgang an einzelnen Zähnen verursachen und die Zahnhälse frei legen, die dann sehr empfindlich reagieren können.“


Vorbeugen kann, wer den Zahnbelag zunächst mit sanften rüttelnden Bewegungen löst und ihn dann systematisch vom Zahnfleisch weg in Richtung der Kauflächen – also von rot nach weiß – wischt. Auch moderne Zahnbürsten mit vibrierenden Borsten können die richtige Putztechnik erleichtern. Ein Mini-Motor im Hals dieser Modelle sorgt dafür, dass die Zähne fachgerecht und ohne schädlichen Kraftaufwand geschrubbt werden.


Alternativen zur klassischen Handzahnbürste können auch elektrische Modelle sein. Effektiv sind beispielsweise die ultramodernen Schallzahnbürsten, die mit einer Frequenz von zigtausenden Schwingungen pro Minute arbeiten und selbst relativ schwer zugängliche Stellen erreichen.


Fädeln – (k)ein Problem?


Apropos schwer zugänglich: Um auch zwischen den Zähnen restlos reinen Tisch zu machen, bedarf es des richtigen Handwerkszeugs. Zahnseide, die sich nach einiger Übung mühelos zwischen den Zähnen auf und ab bewegen lässt, gibt Speiseresten und Belägen zwischen den Zähnen keine Chance. Praktisch, vor allem für Ungeübte „Fädler“, ist bereits vorportionierte, gewachste Zahnseide, die in einen speziellen Zahnseidehalter eingespannt wird. Tipp: Wer zu Zahnseide mit Fluorid greift, tut gleichzeitig etwas zum Schutz der Zähne. Fluorid härtet nämlich den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähig gegen Säureangriffe. Für größere Zahnzwischenräume, aber auch für Brücken oder bei Zahnspangen sind Interdental-Bürsten aus der Apotheke eine gute Alternative. Auch antibakteriell wirksame Mundspüllösungen sind eine sinnvolle Ergänzung des täglichen Pflegerituals.


Was jeder Mensch im Alltag sonst noch tun kann, um die Zähne und das Zahnfleisch gesund zu halten? Ganz klar: Gesund essen und trinken. „Wer sich vollwertig ernährt, also viel frisches Obst und Gemüse isst und zu Vollkornprodukten, Milch, Fisch und hin und wieder zu Fleisch greift, fühlt sich nicht nur gesund und fit, sondern tut auch seinen Zähnen einen großen Gefallen“, weiß Alexandra Krotz, Ernährungsexpertin bei der Techniker Krankenkasse.


Alles Käse?


Besonders zahnfreundliche Lebens-mittel sind übrigens Käse und Tee, denn Käse überzieht die Schmelzoberfläche der Zähne mit Fett und Eiweiß. Das mögen angriffslustige Kariesbakterien gar nicht und siedeln sich deshalb nicht auf den Zähnen an. Grüne und schwarze Tees enthalten so genannte Polyphenole, die dafür sorgen, dass vorhandene Bakterien absterben.


Zurückhaltung ist hingegen bei Süßigkeiten und süßen Softdrinks wie Cola und Limonaden geboten, die den Bakterien einen idealen Nährboden bereiten. Das bedeutet zum Glück jedoch nicht, dass Schleckermäuler ganz auf Süßkram verzichten müssen. Als Faustregel gilt: Besser, als Süßes Stück für Stück über den ganzen Tag verteilt in den Mund zu stecken, ist es, die Nascherei im Anschluss an eine vollwertige Hauptmahlzeit zu verzehren. Und anschließend heißt es: Zähneputzen, aber richtig!


Zunge nicht vergessen!


Zungenbelag bietet geruchs- und plaquebildenden Bakterien einen optimalen Nährboden. So kann der wenig appetitliche Belag nicht nur üblen Mundgeruch verursachen, sondern auch die Besiedelung des Mundraumes mit schädlichen Keimen begünstigen. Abhilfe schafft die regelmäßige Zungenreinigung. Praktisch sind Zungenreiniger mit einer Bürsten- und einer Schaberseite. Mit der Bürste werden die Beläge zuerst gelöst und dann mit dem Schaber vom Zungenrücken entfernt. Wie die Geräte fachgerecht angewendet werden, weiß der Apotheker.


Sauer macht empfindlich


Als Zahnerosion bezeichnet der Zahnarzt oberflächlichen Zahnhartsubstanz-Verlust, der sich häufig zunächst in einer Überempfindlichkeit der Zähne gegenüber „heiß“ und „kalt“ zeigt. Wird mehr Zahnhartsubstanz abgetragen, werden Farb- und Formveränderungen an den Zähnen sichtbar. Der Schmelz wird dünner, der Zahn dunkler. Fortgeschrittene Erosionen können bis in das Zahnbein reichen. Im Gegensatz zu Karies wird diese „Zahnabnutzung“ nicht durch Bakterien, sondern durch Säuren verursacht. Wer den Durst bevorzugt mit säurehaltigen Getränken löscht, ist deshalb besonders gefährdet. Doch leider sind auch viele gesunde Lebensmittel wie Salate und Obst reich an Säuren.


Hat der Zahnarzt bereits Erosionen festgestellt, sollten Patienten konsequent handeln – vor allem weniger Saures verzehren und die Zahnpflege optimieren. „Bei Patienten, die unter Erosionen leiden, sollte die Mundhygiene frühestens 30 bis 60 Minuten nach dem Essen erfolgen, damit der bereits erweichte Schmelz nicht abgetragen wird“, empfiehlt Professor Elmar Reich. Gut geeignet sind eine weiche Bürste sowie eine spezielle Zahncreme mit ausreichend hohem Fluoridgehalt und Inhaltsstoffen, die die Schmerzempfindlichkeit der Zähne reduzieren. Einmal wöchentlich sollten Betroffene außerdem zu einem hoch dosierten Fluoridgel greifen, das den Zahnschmelz zusätzlich härtet.


Wenn Diabetiker Zahnfleischprobleme haben


Fachleute schätzen, dass über 80 Prozent der Bevölkerung von Zahnfleischproblemen betroffen sind – meist ohne es zu wissen. Hauptursache für die Reizungen und Entzündungen (Gingivitis) sind Plaque-Bakterien. Wird das Problem nicht behandelt, kommt es zum Rückgang von Zahnfleisch und zum Verlust von Stützgewebe und Knochensubstanz. Schließlich verlieren die Zähne ihren Halt, werden locker und fallen aus oder müssen gezogen werden. Gerade bei Diabetikern ist eine optimale Mundhygiene zur Vermeidung von Gingivitis und Parodontitis sehr wichtig. Oft reagieren sie auf bakterielle Reize heftiger als gesunde Personen und leiden unter einer Wundheilungsstörung. Zahnfleischabszesse, Zahnfleischentzündungen mit Geschwüren oder Risse in den Mundwinkeln können die Folgen eines nicht optimal eingestellten Blutzuckerspiegels sein. Gefäßveränderungen im Zahnfleisch führen zu Durchblutungsstörungen, die einen schnellen Transport von entzündungshemmenden Faktoren verhindern und die körpereigenen Abwehrmechanismen gegenüber bakteriellen Angriffen am Zahnfleisch schwächen.


Viele Studien belegen eine Wechselwirkung zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis. So beeinflussen parodontale Erkrankungen den Zuckerstoffwechsel bei Diabetikern und erschweren die optimale Einstellung der Blutzuckerwerte. Umgekehrt lässt sich eine Parodontitis bei schlecht eingestellten Diabetikern nur erschwert behandeln. Eine optimale Mundhygiene, eine konsequente zahnmedizinische Betreuung sowie ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel sind die wichtigsten Voraussetzungen für Diabetiker, um eine erhöhte Anfälligkeit für Parodontalerkrankungen zu vermeiden.

02.05.08 08:57
Quelle: Ratgeber aus Ihrer Apotheke
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