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02.05.08 08:57

Keine Panik bei Haarausfall - Was die Haare wieder sprießen lässt

MEV
Unter Haarausfall leidet meist nicht nur die Schönheit, sondern auch die Seele. Doch zum Glück lässt sich der Verlust der Haarpracht häufig stoppen. Kein Haar, das auf unserem Haupt sprießt, begleitet uns ein Leben lang. Vielmehr unterliegt der Kopfschmuck einem ganz eigenen Lebenszyklus. Etwa zwei bis zehn Jahre wächst ein Haar – pro Tag etwa 0,3 Millimeter, im Monat also etwa einen Zentimeter. Diese Wachstumsphase bezeichnen Experten als Anagenphase. An sie schließt sich eine etwa zweiwöchige Umbauphase (katagene Phase) an, in der das Haar das Wachstum einstellt. Schließlich kommt es in der dritten, so genannten telogenen Phase nach zwei bis vier Monaten zum Ausfall des Haares. Aufgrund dieser Tatsache ist es vollkommen normal, dass jedem Menschen Tag für Tag zwischen 60 und 100 Haare ausgehen. Lichtet sich der Kopfschmuck allerdings in rasanterem Tempo, sprechen Mediziner von Haarausfall. Die Balance zwischen ausfallenden und nachwachsenden Haaren geht hierbei verloren, so dass sich auf dem Haupt zunehmend kahle Stellen bilden.


Ein Problem, das sowohl Männer als auch Frauen zu schaffen macht. Dass es viele attraktive Glatzköpfe gibt, ist für die meisten Betroffenen nicht wirklich tröstlich. Vor allem bei Frauen leidet die Seele unter schwindender Haarpracht. „Während bei Männern dünnes Haar oder eine Glatze schon fast zur Normalität gehören, ist es bei Frauen gesellschaftlich nicht akzeptiert, dass sie kahl auf dem Kopf sind”, weiß Professor Rudolf Schopf, der an der Universitätshautklinik in Mainz eine Haarsprechstunde leitet. „So wie ihre Haarpracht schwindet auch ihr Selbstvertrauen.”


Gene sind die Übeltäter


Unterschiedliche Ursachen können dazu führen, dass die Haare immer spärlicher werden. Der erste Weg sollte Betroffene deshalb in die Praxis des Hautarztes führen. Zum Glück steckt in den allermeisten Fällen jedoch keine ernsthafte Krankheit hinter dem Haarverlust. Vielmehr lautet die Diagnose meist: Androgenetische Alopezie, sprich: genetisch bedingter Haarausfall.


Hormonell-erblich bedingter Haarausfall beruht auf einer Überempfindlichkeit der Haarwurzel im oberen Kopfbereich gegenüber dem männlichen Hormon Dihydrotestosteron (DHT), das, wenn auch in sehr geringen Mengen, auch bei Frauen vorkommt. Diese Überempfindlichkeit kann sich – unabhängig vom Geschlecht – negativ auf das Haarwachstum auswirken. Als Folge bilden sich die Haarwurzeln zurück, die Blutgefäße auf der Kopfhaut können die Haarwurzel nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Die Wurzeln werden kleiner, bis das Haar schließlich ausfällt.


Konsequent behandeln


Die gute Nachricht: Erblich bedingten Haarausfall müssen weder Männer noch Frauen als unabänderliches Schicksal hinnehmen. Vielmehr gibt es in der Apotheke eine Reihe wirksamer Arzneimittel, die das Übel bei der Wurzel packen. Zur Verfügung stehen beispielsweise medizinische Haartinkturen oder -lösungen, die regelmäßig auf die Kopfhaut aufgetragen werden müssen. Gut zu wissen: Diese Mittel wirken natürlich nicht von heute auf morgen. Mit ein wenig Geduld und sehr konsequenter Behandlung erzielt ein Großteil der Betroffenen jedoch beachtliche Erfolge. Daneben gibt es für Männer auch verschreibungspflichtige Haarwuchspillen, für Frauen hochwertige Nährstoffkombinationen zum Einnehmen.


Androgenetische Alopezie – Welche Mittel können helfen?


• Lösungen mit dem Wirkstoff Minoxidil: Entsprechende Präparate zum Auftragen auf die ausgedünnten Stellen gibt es sowohl für Männer als auch – geringer dosiert – für Frauen. Sie werden zweimal täglich angewendet und zeigen nach etwa acht Wochen die ersten Behandlungserfolge.


• Haartinkturen mit dem Wirkstoff Alfatradiol. Hierbei handelt es sich um ein Östrogen, das die Umwandlung des Testosterons in DHT verhindert. Die Haartinktur ist für Männer und Frauen geeignet und wird einmal täglich aufgetragen.


• Tabletten mit dem Wirkstoff Finasterid. Sie sind verschreibungspflichtig und nur für Männer zugelassen. Ähnlich wie Alfatradiol blockieren sie am Haar das Hormon DHT, gegen das die Haarwurzel empfindlich reagiert.


• Tabletten und Kapseln mit Mikronährstoffen. Für Frauen geeignet sind beispielsweise Präparate mit einem Mikronährstoff-Komplex aus Hirse und Weizenkeimöl in Kombination mit dem B-Vitamin Pantothensäure und dem Eiweißbaustein L-Cystin. Die pflanzlichen Mikronährstoffe stärken die Haarwurzel und sorgen dafür, dass Haare zügig nachwachsen. Daneben gibt es in der Apotheke auch Vitalstoffpräparate mit dem Schönheitsvitamin H (Biotin).

02.05.08 08:57
Quelle: Ratgeber aus Ihrer Apotheke

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