 |
| DAK |
Probleme beim Wasserlassen kennt schätzungsweise jeder zweite Mann jenseits des 50. Geburtstags. Grund für das lästige Übel ist häufig eine gutartige Prostatavergrößerung. Die Prostata, ein kastaniengroßes und nur etwa 25 Gramm schweres Organ unterhalb der männlichen Harnblase, besteht aus vielen Einzeldrüsen. Diese sind von einer Kapsel aus festem Bindegewebe umhüllt und in einen Muskelkörper eingebettet. In ihr laufen Harnröhre und Samenleiter zusammen, wobei die Prostata einen Teil der Harnröhre – ähnlich wie ein Dichtungsring – umschließt. Das kleine, auch als „Vorsteherdrüse” bezeichnete Organ erfüllt wichtige Aufgaben: In der Prostata wird das milchig-klare und nährstoffreiche Sekret gebildet, das gemeinsam mit den Samenzellen das Ejakulat bildet. Beim Samenerguss sorgen die Muskelzellen der Prostata dafür, dass die Samenflüssigkeit die Harnröhre mit dem notwenigen Schwung verlässt.
Wenn die Drüse wächst
Mit zunehmendem Alter macht die ansonsten so diskret und zuverlässig arbeitende Prostata jedoch häufig auf unangenehme Weise auf sich aufmerksam: Die kleine Drüse wächst. Warum sie sich im Extremfall bis auf Orangengröße ausdehnt, ist bis heute nicht letztlich geklärt. Bekannt ist jedoch, dass altersbedingte Hormonverschiebungen eine wichtige Rolle spielen.
Die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse, in der medizinischen Fachsprache als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet, bleibt für Männer häufig nicht ohne Folgen: Weil die angeschwollene Drüse auf die Harnröhre drückt, kommt es zu Problemen beim Wasserlassen. Zunächst merken Betroffene häufig, dass der Harnstrahl schwächer wird und es länger dauert, bis die Blase entleert ist. Charakteristisch sind auch nächtlicher Harndrang, „Startschwierigkeiten” beim Wasserlassen sowie Nachtröpfeln von Urin. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zur so genannten Restharnbildung. Das bedeutet: Die Harnblase wird nicht mehr vollständig entleert, wodurch sich Krankheitskeime ansiedeln und eine Harnwegsinfektion nach sich ziehen können. Schlimmstenfalls kann sich der Urinstau bis hinauf in die Nieren fortsetzen.
Erste Beschwerden ernst nehmen
Doch so weit muss es nicht kommen: Experten raten, schon erste Beschwerden beim Wasserlassen ernst zu nehmen und den Hausarzt aufzusuchen. Dies ist auch wichtig, um andere Erkrankungen, wie beispielsweise Prostatakrebs, als Ursache der Beschwerden sicher auszuschließen. Gut zu wissen: Im frühen Stadium kann eine gutartige Prostatavergrößerung Erfolg versprechend mit pflanzlichen Arzneimitteln aus der Apotheke behandelt werden. Zu den bewährten Heilpflanzen, die in modernen Medikamenten auch miteinander kombiniert werden, zählen diese.
• Arzneikürbis: Kürbissamen werden aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe seit langem arzneilich genutzt. Bei gutartiger Prostatavergrößerung im Frühstadium kann die regelmäßige Einnahme ausreichend hoch dosierter Kürbis-Präparate die typischen Beschwerden beim Wasserlassen lindern. Dieser Effekt wird durch eine wassertreibende und entzündungshemmende Wirkung unterstützt. Da Kürbissamen auch auf den männlichen Hormonhaushalt Einfluss nehmen, können sie das Wachstum der Prostata hemmen.
• Brennnessel: Die Wurzeln der landläufig als Unkraut verschrienen Pflanze enthalten eine Reihe von wertvollen Substanzen wie sekundäre Pflanzenstoffe, Polysaccharide, Aminosäuren und Lecitine. Bei gutartiger Prostatavergrößerung kann ein Extrakt aus Brennnesselwurzeln entzündungshemmend wirken und die geschwollene Drüse sowie das umliegende Gewebe entspannen. Auf diese Weise können Beschwerden beim Wasserlassen reduziert werden. Außerdem soll Brennnessel-Extrakt die Bildung bestimmter Stoffe hemmen, die das Wachstum der Prostata anregen.
• Roggenpollen: Extrakte aus Roggenpollen hemmen vermutlich die Produktion von Entzündungsstoffen und lindern dadurch die typischen Beschwerden beim Wasserlassen. Roggenpollen-Extrakte enthalten unter anderem Phytosterole, die im Prostatagewebe entzündungshemmend, abschwellend und wachstumshemmend wirken können.
• Sägepalme: Die Früchte der aus Nordamerika stammenden Pflanze hemmen die Bildung bestimmter Hormone, die das Prostatawachstum anregen. Darüber hinaus ist Sägepalmen-Extrakt für seine entzündungshemmenden und abschwellenden Eigenschaften bekannt. In Arzneimitteln zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung werden Sägepalmenfrüchte und Brennnesselwurzeln häufig kombiniert, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Krebs-Früherkennung: Zeit zum Umdenken!
Männer gehen zum Fußball, zum Stammtisch, ins Fitnessstudio – aber leider viel zu selten zum Arzt. Nur knapp jeder zehnte Mann ab 45 Jahren nimmt die Krebsfrüherkennung wahr, so die Zahlen des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Problematisch, denn mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, enorm an. Mit etwa 49.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das Prostatakarzinom bei Männern die häufigste Krebsart überhaupt. Neben dem Alter scheinen Ernährungsfaktoren bei der Entstehung eine Rolle zu spielen. Von den meisten anderen bösartigen Tumoren unterscheidet sich Prostatakrebs durch das langsame und eher spät einsetzende Tumorwachstum. Heilbar sind Prostatatumoren nur, wenn sie früh erkannt werden. Bösartige Veränderungen rechtzeitig aufzuspüren, gelingt durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Eine Chance, die kein Mann jenseits der 45 verpassen sollte!
3 Tipps für die gesunde Prostata
Bei fast jedem Mann vergrößert sich die Prostata im Laufe des Lebens. Aber nicht zwangsläufig kommt es dadurch zu den typischen Beschwerden beim Wasserlassen. Um Probleme zu vermeiden oder die BPH-Therapie sinnvoll zu ergänzen, haben sich folgende Maßnahmen bewährt.
1. In Bewegung bleiben: Männer, die sich auch im höheren Lebensalter mit gemäßigtem Ausdauersport fit halten, fördern dadurch auch die Durchblutung im Beckenbereich. Das wiederum wirkt sich entspannend auf die Prostata aus. Experten raten, den Körper mindestens 30 Minuten täglich mit Walken, Joggen, ausgedehnten Spaziergängen oder Beckenbodengymnastik in Schwung zu bringen.
2. Gesund schlemmen: Auch die Prostata freut sich über gesunde, ausgewogene Vollwertkost mit viel Obst und Gemüse sowie ballaststoffreichen Vollkorn- und Getreideprodukten. Der Grund: Ballaststoffe kurbeln die Verdauung an und entlasten die Prostata. Nichts spricht dagegen, etwa zweimal pro Woche mageres Fleisch auf den Tisch zu bringen. Auch Fisch sollte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.
3. Viel trinken: Wer die Harnwege mit reichlich gesunden Durstlöschern kräftig durchspült, verringert das Risiko für Harnwegsinfekte. Mineralwasser, Pfefferminz- und Hagebuttentee eignen sich besonders. Wichtig ist es, die gesamte Trinkmenge von etwa zwei Litern gut über den ganzen Tag zu verteilen.