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07.05.08 12:48

BESSER SEHEN MIT KONTAKTLINSEN

1.Wie fühlen sich Kontaktlinsen eigentlich an?

Ganz am Anfang ist es etwas ungewohnt. Aber man gewöhnt sich schnell daran und spürt dann gar nicht mehr, dass man Linsen trägt.

2.Kann jeder Kontaktlinsen tragen?

Ja. Bei 98 Prozent aller Fehlsichtigen gibt es keine Probleme. Nur wer schielt, muss bei einer Brille bleiben.

3.Was spricht eigentlich für Kontaktlinsen statt Brille?

Man kann sich damit viel freier bewegen, beispielsweise beim Sport. Sie beschlagen nicht und kein Bügel schränkt die Sicht ein.

4.Wer hilft, wenn man erstmals Kontaktlinsen ausprobieren möchte?

Der Augenarzt. Denn der sollte sicherheitshalber klären, welche Fehlsichtigkeit man hat und was der Grund für die nachlassende Sehstärke ist.

5.Müssen Kontaktlinsen auch wie eine Brille individuell angepasst werden?

Ja. Da jedes Auge anders ist, müssen die Linsen individuell angepasst werden. Das macht entweder der Augenarzt, der auch Linsen verkauft, oder ein Augenoptiker.

6.Was wird dabei gemacht?

Unter anderem werden die Krümmung sowie das Relief der Oberfläche der Hornhaut gemessen. Das kostet zwischen 20 und 80 Euro und wird beim Kauf verrechnet. Anhand der Daten kann jeder aus einer riesigen Auswahl geeignete Linsen auswählen.

7.Welche unterschiedlichen Linsen gibt es denn?

Harte und weiche. Die weichen gibt es außerdem mit unterschiedlicher Lebensdauer als Tages-, 2-Wochen- und Monatslinsen.

8.Was sind harte Linsen?

Sie bestehen heute nicht mehr wie früher aus Glas, sondern aus Kunststoff. Sie bedecken nur einen kleinen Teil des Auges, ungefähr im Durchmesser der Iris. Sie lassen etwas mehr Sauerstoff und Tränenflüssigkeit durch. Das Auge kann dadurch etwas besser „atmen“.

9.Und weiche Linsen?

Bestehen aus einem Silikon-Hydrogel-Gemisch – und zu 75 Prozent aus Wasser. Ihr Durchmesser beträgt rund 12 bis 16 Millimeter, bei geöffnetem Auge ragen sie also bis unter den Rand des Lids.

10.Welche Linsen sind besser, harte oder weiche?

Das empfindet jeder anders. Beide Typen haben Vor- und Nachteile, die jeder abwägen muss. Weiche Linsen passen sich der Hornhaut perfekt an, sind kaum zu spüren und zu sehen, fallen so gut wie nie aus dem Auge. Aber weiche Linsen müssen gründlicher gereinigt werden, haben eine geringere Haltbarkeit (etwa 12 Monate), Bakterien lagern sich schneller an und können dadurch das Auge reizen. Harte Linsen korrigieren auch Hornhaut-Verkrümmungen, sind leichter einzusetzen, pflegeleichter und halten länger (etwa 18 Monate). Aber: Die Eingewöhnungszeit ist länger, man empfindet die Linse eher als Fremdkörper, sie ist teurer und außerdem verliert man sie schneller.

11.Was ist, wenn man eine Gleitsichtbrille hat?

Dann sind die neuen multifokalen Linsen ideal. Sie funktionieren ähnlich wie eine Gleitsichtbrille – man sieht damit in die Ferne und in die Nähe scharf. Diese Linsen sind für Kurzsichtige geeignet, die zusätzlich alterssichtig werden. Allerdings braucht man mehrere Wochen, um sich an die Linsen zu gewöhnen.

12.Muss man Linsen jeden Abend herausnehmen?

Ja, weil die Linsen sonst die „Atmung“ der Hornhaut, auf der sie aufliegen, zu sehr einschränken. Die Hornhaut bekäme nicht mehr genug Sauerstoff. Das könnte die Augen schädigen. Außerdem muss man die Linsen regelmäßig reinigen.

13.Warum ist das Reinigen so wichtig?

Auf Kontaktlinsen lagert sich am Tag einiges ab: Staub, Kosmetika, Pilze, Bakterien sowie Proteine aus Tränen. Wenn man das nicht entfernt, entzünden sich die Augen.

14.Erhält man für Kontaktlinsen einen Zuschuss von der Kasse?

Nein, für Kontaktlinsen gelten die gleichen Regeln wie für eine Brille. Einen Zuschuss erhält man nur, wenn die Linsen medizinisch dringend erforderlich sind, etwa bei einer veränderten Hornhaut oder einer Transplantation. Bei Privatkassen hängt es von der Art der Versicherung ab. Heiko Schlierenkamp

07.05.08 12:48
Quelle: Lenz 09/2007

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