Mit Feldenkrais Bewegungsabläufe optimieren !

Feldenkrais - Was ist Wellness?

Was ist Wellness? Der Ratgeber für Wellness und Gesundheit versucht, Antworten zu geben. In der Einleitung „Was ist Wellness“ haben wir versucht, begrifflich zu klären, was Wellness bedeutet. Wellness ist demnach der zweite Gesundheitsmarkt, der sich neben dem klassischen medizinischen Gesundheitsmarkt herausgebildet hat.


Wellness bedeutet aber auch, nicht nur den Ärzten zu vertrauen, sondern Selbstverantwortung für sich selbst zu übernehmen. Auch wenn viele Anbieter von Wellness-Techniken wie Yoga Schulen und Feldenkrais Gruppen sich diesem Begriff verweigern, es ist die normative Kraft des Faktischen, dass Methoden zur Steigerung des Wohlfühlens dem Begriff Wellness mittlerweile zugeordnet werden. Als eine der bedeutendsten westlich geprägten Methoden fangen wir mit der Feldenkrais Methode an. Der Leser möge verzeihen, dass wir hier nur auf die Grundlagen eingehen können. Der Artikel erspart nicht bei Interesse die intensive Beschäftigung mit dieser Methode.


„Erst wenn wir wissen was wir tun, können wir tun, was wir wollen“,
Moshe Feldenkrais.


Wie viele Wellness-Techniken wurde die Feldenkrais Methode fälschlicher Weise lange Zeit im Bereich Esoterik angesiedelt, obwohl sie auf rein wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Mittlerweile gehört sie zu den Klassikern der Wellness-Techniken.


„Duch Feldenkrais habe ich wieder spüren gelernt – physisch und psychisch. Ich habe gelernt, dass Zähne zusammenbeissen schmerzt, ja lähmt. Weinen, Lachen und Sich Fürchten-Trauen hingegen befreit – lauter wundersame, heilsame Erfahrungen, die mich wieder neugierig werden liessen auf das Abenteuer Leben“, aus Lernen in Bewegung, Die Feldenkrais-Methode, Schlüssel zu Gesundheit und Kreativität, 2004, Feldenkrais Gilde Deutschland e.V.


Moshe Feldenkrais, 1904 in Russland geboren, gestorben 1984 in Tel Aviv, wanderte 1919 nach dem damaligen Palestina aus. Er studierte Physik in Paris und war mit Joliot-Curie 1935 an der ersten Kernspaltung in Frankreich beteiligt. Neben seiner Tätigkeit in der britischen Admiralität galt sein Interesse den Forschungen im Bereich der Neuro – und Verhaltensphysiologie und Neuropsychologie. Anfang der 50er Jahre ging Feldenkrais nach Israel zurück, wurde Leiter einer Forschungsabteilung der Armee auf diesem Gebiet, unterrichtete auch an vielen Hochschulen Nordamerikas und an der Sorbonne in Paris. Zu seinen berühmtesten Schülern zählen der Musiker Yehudi Menuin, Ben Gurion und Peter Brook. Im Suhrkamp Verlag sind viele seiner Bücher erschienen.


Die Feldenkrais-Methode kann als eine Optimierung der Bewegungsabläufe bezeichnet werden. Im ZEN würde man sagen, der Weg ist das Ziel, Feldenkrais spricht vom Lernen, selbst zu lernen. Der Therapeut beobachtet seine Patienten beim Gehen, Stehen und Sitzen und erarbeitet mit ihnen gemeinsam neue Abläufe, um eine Überstrapazierung durch eingefahrene, falsche Abläufe zu vermeiden. Das Ziel der Methode besteht darin, durch eine Bewegungskorrektur überlastete Gelenke zu entlasten, Verspannungen und Schmerz zu lindern und den Menschen, die sich dieser Methode anvertrauen, zu helfen, sich aus einmal falsch erlernten Strukturen zu befreien. Die Methode wird aber auch bei schwerwiegenden Krankheiten eingesetzt wie zur Rehabilitation nach Schlaganfällen, Multipler Sklerose und Nervenleiden.


Körper und Geist sind für für Feldenkrais zwei verschiedene Aspekte der selben Einheit Mensch. Ein wichtiger Forschungsansatz war, wie sich körperliches Verhalten auf den inneren Menschen, also auf das Denken und Fühlen auswirkt. Diese Forschungen der Zusammenhänge von physiologischen Vorgängen mit Denk- und Gefühlsprozessen führten zu der Gründung einer neuen Wissenschaft: Der Neurophysiologie. Feldenkrais selbst lehnte diese Bezeichnung ab, da sich in ihr das zweigeteilte Denken manifestierte.


Feldenkrais hat zwei unterschiedliche Methoden entwickelt, wie Bewegungsabläufe verbessert werden können.


1. Bewusstheit durch Bewegung (verbal)


Diese findet gewöhnlich in Gruppen statt und arbeitet mit gruppendynamischen Prozessen, wie wir sie aus der Psychoanalyse auch kennen. Bewegungen werden auf leichte spielerische Art und Weise erforscht. Ziele dabei sind Anstrengungen zu reduzieren und die Koordination zu verbessern. Kurze Pausen, um das Erlernte wirken zu lassen, sind dabei extrem wichtig. Nicht die Bewegung an sich spielt hier eine Rolle, sondern die Wahrnehmung, wie ich eine Bewegung mache, steht im Mittelpunkt. Ergeiz sagt Feldenkrais, eine Bewegung möglichst gut zu machen, ist falsch. Bei ihm gilt das minimalistische Prinzip: Weniger ist oft mehr. Bewegungsabläufe werden zuerst in kleine Puzzleteile zerlegt und dann wieder zusammen gesetzt. Das neu zusammengesetzte Puzzle erscheint als Überraschungsclou, denn der Effekt ist meist recht verblüffend.


2. Funktionale Integration (non-verbal)


Im Gegensatz zur ersteren Methode wird die Funktionale Integration in Einzelarbeit angewandt. Feldenkrais selbst siedelt die Funktionale Integration irgendwo „zwischen Intuition und der Lehre einer kommenden Wissenschaft“ an. Man liegt in bequemer Kleidung auf einer Liege und wird durch sanfte, aber klare Berührungen bewegt. Wie bei der Gruppenarbeit beruht diese Methode auf den gleichen neurophysiologischen Zusammenhängen, ist aber individuell auf die Bedürfnisse des Lernenden ausgerichtet.


Nur zu sagen „ Entspannen Sie sich „ hilft nichts, erst über Berührung und Bewegt-Werden durch den Lehrer oder die Lehrerin wird Neues aufgenommen und kann in die Bewegungsabläufe des Alltags integriert werden. Das Resultat sind oft markante und elementare Veränderungen. Hierbei wird eine Erweiterung des Ichbildes durch die Öffnung unbekannter Körperräume und Bewegungsmuster angestrebt, über die Aktivierung des kinästhetischen Sinnes durch Berührung entwickelte Feldenkrais später die oben beschriebene Methode „Bewusstsein durch Bewegung“.


Die Erkenntnis der unauflöslichen Einheit von Körper und Geist, von Psyche und Soma, gab es in der 5000 jährigen Geschichte der Ayurveda Medizin und vor 3000 Jahren im vorchristlichen östlichen Mittelmeerraum. Jeder, der Latein lernen musste erinnert sich an den Satz:
mens sana in corpore sano, "ein gesunder Verstand in einem gesunden Körper"; jenes missverstandene Zitat aus Iuvenals Satiren X 356, das eigentlich etwas ganz andere beschreiben wollte : Der Torheit und Verderblichkeit von Gebeten und Wünschen, die die Menschen an die Götter richten. Und doch beschreibt er, auch wenn ursprünglich etwas anderes gemeint war, am besten die Einheit von beiden Aspekten, die sich nicht trennen lassen. Iuvenal hat selbst jedoch nie die Behauptung aufgestellt, dass nur in einem gesunden Körper auch ein gesunder Verstand wohnt. Diese Interpretation stammt geht auf das Bildungsbürgertum des 19. Jahrhunderts zurück.


 
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Ihr Raimund Müller, Herausgeber Ratgeber Wellness und Gesundheit.


 


 





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