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05.05.08 06:46

Strahlend weiße Zähne

Viele Menschen bleichen sich die Haare und immer mehr nun auch die Zähne. Kaum ein US-Schauspieler, bei dessen Lächeln sich nicht der Gedanke aufdrängt, es sei ein bisschen gemogelt worden. Der Traum vom »weißer als weißen« Gebiss lässt auch in Deutschland immer mehr Menschen das Portemonnaie zücken. Denn Krankenkassen zahlen das Bleichen nicht. Wer sich fürs Zähneaufhellen, in Amerika »Bleaching« genannt, entscheidet, sollte keinesfalls auf eigene Faust handeln, sondern immer zuerst das Gespräch mit dem Zahnarzt suchen.
Gibt es doch etliches zu beachten. Der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich: »Vor der Anwendung von Maßnahmen zur Zahnaufhellung gilt es darauf zu achten, dass das Gebiss kariesfrei ist und keinerlei Symptome für Zahnbetterkrankungen, wie Zahnfleischbluten oder Zahnfleischtaschen, zu finden sind«.

Vorhandene »Lecks« in den Zähnen müssen unbedingt vor Behandlungsbeginn repariert werden, rät der Experte. Und fügt hinzu: »Vorhandene Zahnfüllungen oder Verblendungen aus Keramik oder Kunststoffen von vorhandenen Kronen oder Brücken lassen sich durch eine Zahnaufhellung nicht beeinflussen.« Das bedeutet: An das Aufhellen gesunder Zähne schließen sich unter Umständen umfangreiche Maßnahmen an, um Füllungen, Kronen oder Brücken farblich anzugleichen. Genug Gründe also, den Zahnarzt in das Vorhaben einzubeziehen.

Bleichen von innen und außen

Nur er weiß auch genau, welche Zähne tot sind und welche noch von Nerven versorgt werden – entscheidend für die Bleichmethode. Laut Oesterreich hellt man tote Zähne durch Einlegen eines Bleichmittels auf, das Karbamidperoxid enthält. Eine Substanz, die Wasserstoffsuperoxyd freisetzt – den Stoff, der auch Haare blonder macht.

Für ein gutes Ergebnis muss die Einlage mehrfach erneuert werden. Der Zahn hellt sich von innen heraus auf. Bei gesunden Zähnen genügt das Bleichen von außen, zum Beispiel mittels eines Karbamidperoxid-Gels, das auf Schienen aufgetragen wird, die der Patient zuhause für vier bis sechs Wochen während bestimmter Tageszeiten trägt. Deshalb auch der Begriff »Home-Bleaching«. Wer den Zahnarzt während des Bleichens in seiner Nähe wähnen möchte, kann das so genannte „in office Bleaching“ wählen, bei dem der Arzt hoch konzentrierte Bleichmittel direkt auf die Zähne aufträgt und den Effekt teilweise mit Wärme oder Licht bestimmter Wellenlängen verstärkt. Das Ergebnis kann danach gleich vom Fachmann beurteilt werden.

Schleifpartikel können Schaden anrichten

Muss man für die Schönheit der Zähne leiden? Oesterreicher nennt als mögliche Nebenwirkungen der Bleichprozedur Überempfindlichkeit der Zähne und einen Härteverlust an der Zahnoberfläche. Die Bleichmittel selbst können die Schleimhäute reizen. Der Experte rät zu einer Fluoridierung der Zähne nach Ende eines Bleachings und warnt davor, die Prozedur häufiger als vom Zahnarzt empfohlen zu wiederholen.

Das gilt auch für das Bleichen in Eigenregie mit Präparaten aus der Apotheke. Gele, Lacke, Klebestreifen und Zahnpasten stehen heute zur Verfügung. Im Gegensatz zu den Substanzen, die der Arzt einsetzt, liegt die Konzentration an bleichenden Stoffen niedriger – damit fällt auch der Erfolg schwächer aus beziehungsweise hält nicht so lange an. Vom dauerhaften Einsatz so genannter Raucherzahnpasten rät Oesterreicher ab. Diese Zahnpasten sollen nicht wie Bleichmittel den Zahn an sich aufhellen, sondern ihn von Nikotinbelägen befreien. Sie enthalten Schleifkörper, die – wenn man die Zahnbürste zudem hart aufdrückt – die Oberfläche der Zahnhartsubstanz beschädigen können. Doch müssen Zähne tatsächlich unbedingt strahlend weiß sein, um gesund und schön zu wirken? Oesterreicher gibt Tipps, wie man sich das naturgegebene Weiß der Zähne erhalten kann, ohne zu Bleichmitteln greifen zu müssen: regelmäßige professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt, die richtige Technik beim Zähnebürsten und der gekonnte Einsatz von Hilfsmitteln wie Zahnseide, Zahnzwischenraum-Bürsten und Zahnhölzchen.

Zähne bleichen – die drei wichtigsten Begriffe:

Bleaching: englischer Begriff für Bleichen.

Wasserstoffperoxid (H2O2): das am häufigsten eingesetzte Mittel zum Bleichen von Zähnen (auch beim Friseur zum blondieren). Wasserstoffperoxid zerfällt in so genannte Radikale, also in aggressive Teilchen, die die Farbstoffe des Zahnes in einer chemischen Reaktion so verändern, dass sich die Zahnfarbe aufhellt.

Karbamidperoxid: eine der Ausgangssubstanzen, die Wasserstoffperoxid freisetzen.  

Siehe auch: Bleaching-Ratgeber.de http://www.bleaching-ratgeber.de

05.05.08 06:46
Quelle: Neue Apotheken Illustrierte / Gesundheit vom 15. November 2004

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