Dem wellnessbewussten Deutschen, der längst dem engen Staatenbegriff entsagt hat, der sich in fernen Ländern wie Indien und Sri Lanka, den Malediven oder in in der Karibik, die ein breites Wellnessangebot offerieren, genauso wohlfühlt wie in Deutschland, mag die Diskussion um Deutschland, Patriotismus und deutsche Leitkultur enfremden.
In einer globalen Welt, wo Wirtschaft und Internet längst die engen Grenzen staatlicher Nationalismen aufgehoben haben, wo die uralte Grundidee des Imperium Romanun Karl des Grossen(Heiligen Römischen Reich) von Tag zu Tag mehr Wirklichkeit wird, streiten sich unsere Politiker um die Frage: Was ist deutsch?
"Es gibt einen Patriotismus von Etatisten, denen es vor allem um den Staat und seine Symbole geht", sagte FDP-Chef Guido Westerwelle im Interview mit dem SPIEGEL.
Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel erwartet unterdessen vom bevorstehenden Bundesparteitag der Union in Düsseldorf klare Entscheidungen zu den Themen Reformpolitik und Patriotismus. "Reformen und Patriotismus sind für mich zwei Seiten einer Medaille", sagt Angela Merkel. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt hält in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" dagegen: "Ich kann die Union nur davor warnen, eine neue Leitkulturdebatte zu führen und Ressentiments gegen Ausländer zu schüren."
Zeit also, der Frage „Was ist deutsch?“ auf den Grund zu gehen. Diese Frage hat sich uns ja schon vor 15 Jahren mit der deutschen Wiedervereinigung gestellt und offenbar nichts an Aktualität verloren.
