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Die Behandlung von Durchfallerkrankungen

  1. Oberstes Gebot ist der Ersatz von verlorener Flüssigkeit und Mineralsalzen. In Apotheken sind verschiedene Präparate erhältlich, die im Hinblick auf die Korrektur des Wasser- und Mineralhaushalts eine optimale Zusammensetzung aufweisen. Sind diese Präparate nicht zur Hand, so kann man sich auch mit verdünntem (1:1) frischen Orangensaft, dem ein gestrichener Teelöffel Kochsalz auf einen Liter zugesetzt wurde, bzw. ein Liter abgekochtes Wasser oder Schwarztee mit Zusatz von einem Esslöffel Zucker und einem gestrichenem Teelöffel Kochsalz, behelfen. Oder man verdünnt Cola 1:1 mit stillem Mineralwasser und isst Salzgebäck dazu. Zu beachten ist dabei, dass die angesetzte Flüssigkeit ohne Kühlung nicht länger als eine Stunde aufbewahrt wird und, zur Vermeidung von Erbrechen, schluckweise getrunken wird.
  2. Beruhigung der gereizten Darmschleimhaut durch Schonkost. Bei akutem Durchfall sollte zunächst nichts gegessen werden. Wird die Flüssigkeitsgabe gut vertragen, so kann man die Nahrung schrittweise aufbauen. Zunächst verzichtet man auf alle Milchprodukte und fette Speisen. Geeignet sind Toastbrot mit wenig Marmelade, Hühnersuppe mit Nudeln oder Karottensuppe. Später kann man den Speisezettel mit magerem Hühnchenfleisch und Reis bereichern. Der Nahrungsaufbau muss langsam erfolgen, da schwer verdauliche Bestandteile aufgrund der Reizung erneut zu Durchfall führen können. Für Kinder ist spezielle Fertigschonkost ("Heilnahrung") erhältlich.
  3. Anwendung von Schadstoffe adsorbierenden oder stopfenden Arzneimitteln. Hierzu gibt es eine Reihe von Produkten, die medizinische Kohle, Kaolin, Pektin oder Gerbstoffe enthalten. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten!
  4. Medikamente, die die Darmflora wiederaufbauen helfen Gebräuchlich sind in Apotheken erhältliche Hefepräparate (Saccharomyces boulardii), die auch prophylaktisch eingesetzt werden können.
  5. Arzneimittel, die die Darmtätigkeit (Peristaltik) hemmen Ist rasche Hilfe nötig (z.B. Rückflug) so kann die Einnahme von sog. Motilitätshemmern, z.B. Loperamid angezeigt sein. Bestimmte Gegenanzeigen und Anwendungshinweise sind zu beachten! Als pflanzliche Alternative finden Präparate aus der Uzara-Wurzel Anwendung, die auch bei Kindern eingesetzt werden können. Diese Motilitätshemmer dürfen nicht bei blutigen Durchfällen oder bei Durchfällen mit Fieber angewendet werden!

Wichtige Hinweise:
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker bei der Auswahl und Anwendung der Medikamente beraten und beachten Sie die Gebrauchsinformation! Ein Arztbesuch auch im Urlaubsland ist unbedingt notwendig bei sehr starken (entweder sehr häufig oder große Mengen), blutig oder schleimigen Durchfällen, bei Fieber, starken Schmerzen oder schwerem Krankheitsgefühl!

Tritt nicht am 3. Krankheitstag eine erhebliche Besserung ein, ist ebenfalls ein Arztbesuch erforderlich.