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Was passiert bei Kälteeinwirkung?

Eine Unterkühlung führt dazu, dass die Körpergewebe einen verringerten Stoffwechsel haben. Es wird gleichsam auf Spargang geschaltet. Man vermutet, dass sich vor allem bei feuchter Kälte zwischen den Zellen im Körper kleine Eiskristalle bilden, die den Zellstoffwechsel stören und u.a. zu Verklumpungen der sauerstofftransportierenden roten Blutzellen führen. Ist der ganze Körper unterkühlt (Hypothermie), dann kann Lebensgefahr bestehen. Die Steuerung der Wärmeproduktion bricht zusammen, das Zittern hört auf, die Erfrierende wird teilnahmslos und inaktiv. Erfrierungstod droht. Oft werden die Opfer bewusstlos aufgefunden. Sie können sich also nicht mehr selbst aus ihrer Lage befreien.

Neben der generellen Unterkühlung kann es auch zum Erfrieren von bestimmten Körperabschnitten kommen (z.B. Ohren, Zehen). Die Durchblutung wird dabei massiv gestört, es kommt zu Anschwellungen durch das Austreten von Blutflüssigkeit, zu Verfärbungen und Gewebstod. Die örtlichen Erfrierungen führen zu den sog. "Frostbeulen" oder zum Absterben ganzer Körperregionen. Harmloser sind vorübergehende Kältereaktionen der Blutgefäße der Haut. Durch den Temperaturreiz ziehen sich die Hautgefäße zusammen, die Haut wird kühl und blass, weniger Sauerstoff gelangt in das Gewebe. Das kann sehr schmerzhaft werden, besonders bei der Wiedererwärmung. Bekannt ist das "Brennen unter den Fingernägeln", wenn unterkühlte Hände rasch erwärmt werden. Diese vorübergehende Reaktion ist zwar schmerzhaft, aber harmlos. Nach der Blässe setzt dann eine vermehrte Durchblutung und Rötung ein (rote Wangen oder Ohren nach Aufenthalt im Kalten).
Indirekt mit der Kälte haben die "Erkältungen" zu tun. Die gestörte Durchblutung erleichtert das Eindringen von Viren und Bakterien in die Schleimhaut, wodurch Infektionen begünstigt werden. Die Ursache für diese Atemwegsinfektionen sind jedoch die Mikroorganismen, nicht die Kälte unmittelbar.