Was kann man selbst tun?
Das Wichtigste bei den eigenverantwortlichen Maßnahmen zur Vorbeugung von Asthmaanfällen und von schweren Komplikationen ist die Raucherentwöhnung! Gerade Urlaubsreisen mit den veränderten Bedingungen können eine gute Gelegenheit sein, der Zigarette endgültig Lebewohl zu sagen. Wer es aus eigener Kraft nicht schafft, die Rauchgelüste zu überwinden, sollte sich der Beratung beim Arzt oder Apotheker anvertrauen. Es gibt zwar keine Wundermittel, aber durchaus Möglichkeiten, die Folgen des Nikotinentzugs beim werdenden Nichtraucher zu mildern. Manche der Anti-Raucher-Mittel sind neuerdings wegen bedrohlicher Nebenwirkungen in die Kritik geraten.
Neben dem Tabakrauch können auch andere Schadstoffe Asthmaanfälle begünstigen, beispielsweise Ausdünstungen (Formaldehyd) von Möbelspanplatten bei neuem Mobilar oder Neubauwohnungen. Sollte daher am Urlaubsort die Anfallshäufigkeit überraschend zunehmen, dann ist eventuell auch an einen Quartierwechsel zu denken.
Stickoxide begünstigen ebenfalls das Asthma, Schwebestaub und Schwefeldioxid dagegen eher die chronische Bronchitis. Stickoxide treten bei Verbrennung auf, so kann es sein, dass Kamine oder Kohleheizungen das Wohlbefinden des Asthmatikers beeinträchtigen. Auch Autoabgase im Stau fördern asthmatische Reaktionen. Daran sollten Asthmatiker denken, wenn sie eine Reise mit Staugefahr antreten.
Eine besondere Atemtechnik, die das Ausatmen gegen einen gewissen Widerstand trainiert ("Lippenbremse"), kann die Atemnot lindern. Die Anleitung dazu sollte aber von erfahrenen Therapeuten im Rahmen einer Atemschulung erfolgen. Der Urlaub ist eventuell eine gute Gelegenheit, diese Atemtechnik im Alltag, frei von Stress und Hektik, zu trainieren.
Falsch wäre es, Asthmatiker (auch Schulkinder) von dosierter körperlicher Belastung fernzuhalten. Asthma ist kein Grund, vom Schulsport befreit zu werden oder im Urlaub nur faulenzen zu müssen. Durch die körperliche Aktivität wird auch die Atemmuskulatur trainiert, der Körper ist insgesamt widerstandsfähiger. Es gibt sogar Leistungssportler, die Asthma haben. Allerdings sollten die Dauerbelastungen nicht übertrieben werden. Experten raten beispielsweise von Läufen über 1 000 Meter ab.
Ein starker Kältereiz kann die "krampfbereite" überempfindliche Atemwegsmuskulatur ebenfalls irritieren. Die Folge sind Anfälle des Anstrengungsasthmas bei Start in den Wintersport oder in den kühlen Swimmingpool. Bei entsprechender Veranlagung sollte man daher nicht sofort mit der vollen Leistung das Urlaubsvergnügen beginnen, sondern sich erst langsam an die Kälte gewöhnen.
Bei Flugreisen oder Touren in große Höhen ist zu bedenken, dass der Sauerstoffpartialdruck dort erniedrigt ist und die Sauerstoffversorgung der Lungen erschwert wird. Man muss selbst testen, ob man als Asthmapatient diese zusätzlichen Erschwernisse toleriert.
