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Weitere besondere Gefahren für Kinder bei Fernreisen

  • Kinder wollen unbedingt baden - das ist bekannt. In stehenden tropischen Gewässern wimmelt es jedoch oft von gefährlichen Parasiten. Da das Wasser nicht fließt, können sich die Erreger gut vermehren. Es besteht also ein sehr hohes Erkrankungsrisiko. Kinder sollten daher in stehenden Freigewässern (Seen, Teiche, Kanäle) nicht baden. Im Meer, in Flüssen oder den Pools besteht dieses Risiko kaum. Es ist übrigen auch kein Beleg für die Ungefährlichkeit des Wassers, wenn einheimische Kinder das Nass genießen. Ihre Abwehrlage ist meist anders.
  • Die relativ große Hautoberfläche des kindlichen Organismus und die zarte, dünne Haut gefährden sie besonders für einen Sonnenbrand. Dieses Risiko wird von vielen Eltern unterschätzt. Jeden Sonnenbrand "merkt" sich der Organismus. Er kann den Keim für einen späteren Hautkrebs oder andere Hautveränderungen darstellen. Das Empfinden der Erwachsenen ist dabei nicht maßgebend. Was die alte haut eventuell noch reaktionslos verträgt, kann für ein Kind bereits viel zu viel UV-Licht sein. Kinder müssen daher in den Tropen möglichst mit heller Baumwollkleidung vor zu intensiver Sonne geschützt werden. Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sind ein Hilfsmittel, aber kein Freibrief für Unvernunft!
  • Besonderen Schutz muss der Kopf des Kindes erhalten. Helle Mützchen oder Hüte sind daher beim Aufenthalt in der Sonne Pflicht, sonst drohen u.a. Sonnenstich oder Hitzschlag.
  • Vorsicht mit dem Barfußlaufen an unbekannten Stränden oder im Binnenland. Nicht nur Schlangen- und Insektenbisse drohen, auch andere Parasiten können über die Fußhaut eindringen (z.B. Hakenwürmer).
  • Bewahren Sie die Kinder vor dem unkontrollierten Kontakt mit fremden, auffälligen Haus- oder Wildtieren (s. Reiseapotheke "Tollwut").
  • Kleine Verletzungen sind bei herumtollenden Kindern bekanntlich häufig. Sie müssen nicht dramatisiert werden. Auf keinen Fall sollten derartige kleine Wunden jedoch mit Wasser ausgewaschen werden. Zu reinigen ist allenfalls die Wundumgebung. Auch Salben haben auf offenen Wunden nichts zu suchen. Am besten ist es, die kleinen Hautdefekte abzudecken (möglichst sterile Kompressen aus der Apotheke; es genügt aber auch ein sauberes Taschentuch o,ä.). Eine aktuelle Tetanusschutzimpfung entsprechend dem Impfkalender muss allerdings vorausgesetzt werden.
  • Sollte sich die Wundumgebung röten und anschwellen, wenn die Schmerzen zunehmen oder gar Fieber auftritt, ist ärztlicher Rat erforderlich. Verletzte Regionen sollten möglichst ruhiggestellt werden.

Tipp:
Passen Sie den Urlaub an die Kinder an und nicht die Kinder an den Urlaub!