Wann ist der Arzt zu konsultieren?
In erster Linie sollten Patienten, die regelmäßig zu einer bestimmten Tageszeit ein Medikament einnehmen müssen, ihren Arzt befragen. Wenn insulinpflichtige Diabetiker beispielsweise unterschiedliche Insulindosen am Morgen, Mittag und Abend spritzen, ist eine ärztliche Empfehlung unerlässlich. Auch bei der Insulingabe einmal pro Tag sollte der Arzt den richtigen Zeitpunkt festlegen. Im Allgemeinen gilt, dass man sich auch in der Ferne mit der zeitorientierten Medikamenteneinnahme nach dem Zeitrhythmus daheim richtet. Wer also morgens um 6 Uhr regelmäßig ein Medikament einnahm, sollte es möglichst am Urlaubsort auch zu dem Zeitpunkt einnehmen, der in der Heimat 6 Uhr entspricht. Bei einer Zeitverschiebung von 6 Stunden (z.B. USA) würde das also etwa der Ortszeit Mitternacht entsprechen (wobei es sicher auf eine Stunde Differenz nicht ankommt). Hängt die Medikamentengabe jedoch mit dem Ernährungsregime zusammen (z.B. Tablettengabe bei Zuckerkranken vor dem Essen, Verdauungstabletten bei Bauchspeicheldrüsen-Schwäche), dann muss man sich dem neuen Zeitregime vor Ort anpassen. Selbstverständlich ist das sicher bei Schlafmitteln, die man auch am fernsten Urlaubsort nicht zur Mittagszeit einnehmen wird.
Es gibt also keine allgemeingültige Regel - deshalb ist der ärztliche Rat so wichtig.
Generell sollten Patienten mit chronischen Krankheiten und Dauertherapie lieber einmal zu oft ihren Arzt nach der richtigen Medikamenteneinnahme auf Fernreisen befragen.
Auf Sonderfälle (Dialyse-Patienten u.ä.) kann in diesem Rahmen nicht eingegangen werden. Sie sind ohnehin in ständiger ärztlicher Betreuung.
