Wie kommt es zur Reisethrombose?
Für eine Blutgerinnung innerhalb einer Vene müssen drei Voraussetzungen gegeben sein:
- Eine Störung des normalen Blutflusses, also ein Blutstau.
- Veränderungen an der Gefäß-Innenwand, also Vorschäden in einem Blutgefäß und
- eine erhöhte Neigung zur Blutgerinnung.
Der Blutstau in den Venen kann relativ leicht entstehen. Anders als bei den Schlagadern, den Arterien, wird das Blut in den Venen nicht durch den Druck des Herzschlages transportiert. Das Herz "saugt" auch keinesfalls das venöse Blut wieder zum Herzen hin. Nur durch die sogenannte Muskelpumpe, also das Zusammenpressen der Venen bei Muskelanspannung (z.B. beim Gehen), wird das venöse, sauerstoffarme, schlackenreiche Blut zum Herzen hin transportiert. Fehlt die Muskelpumpe für längere Zeit, dann verzögert sich der Blutrückfluss. Es kommt zum Blutstau. Und der wiederum begünstigt das Auftreten von Blutgerinnseln. Die Gefahr wird verstärkt, wenn die glatte Innenwand der Blutgefäße rau oder eingeengt ist oder das körpereigene System der Blutgerinnung überaktiv ist. Die Blutgerinnungsmechanismen sorgen bekanntlich dafür, dass bei Verletzungen die Gefäße sich rasch verschließen und nicht zu viel Blut verloren geht. Es bildet sich ein Blutpfropf, der das geöffnete Blutgefäß verschließt. Entsteht dieser Blutpfropf jedoch fälschlich in einem geschlossenen Ader, dann wird dieser eigentlich sehr nützliche Mechanismus zur Bedrohung. Es gibt aber Möglichkeiten, die Blutgerinnung zu hemmen - doch das erhöht eben auch die Blutungsgefahr.
Um das Auftreten dieser gefährlichen Komplikation bei langen Reisen zu verhindern, muss man folglich möglichst alle drei der genannten begünstigenden Faktoren beeinflussen.
