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Wie erkennt man eine Lyme-Krankheit?

Knappe Antwort: Nur sehr schwer. Die Lyme-Borreliose ist eine wahre Chamäleon-Krankheit, die ihr Erscheinungsbild sehr unterschiedlich ausprägt. Nach einer Inkubationszeit, die Wochen bis Monate dauern kann, tritt eventuell als Stadium I an der Stelle des Zeckenbisses eine Hautrötung (Erythema migrans) auf, die sich allmählich ausbreitet. Sie ist meist schmerzlos, kann aber mit Fieber, Muskelschmerz, Gelenkbeschwerden u.ä. einhergehen. Nach weiteren Wochen oder Monaten kann das Stadium II auftreten. In diesem Stadium stehen starke Schmerzen in der Region des Zeckenbisses und Lähmungen bzw. Gefühlsausfälle im Vordergrund. Die Nervenschäden können auch die Gesichtsnerven betreffen (Fazialislähmung). Bei Kindern kommen oft Zeichen einer Hirnhautentzündung (Meningitis) hinzu. Entzündungen können auch den Herzmuskel befallen.
Geht die Krankheit weiter, kommt es nach weiteren Monaten oder Jahren zum Stadium III. Hierbei dominieren die Beschwerden in den Gelenken (vor allem im Kniegelenk, aber auch Sprunggelenke, Ellenbogen, Finger- und andere Gelenke). Hinzu kommen Hautveränderungen mit einer bläulich-roten Verfärbung und verschiedenartige Nervenausfälle.

Die Vielgestaltigkeit des Krankheitsbildes macht es kaum möglich, als Laie die Diagnose zu stellen. Bei Hautreaktionen nach einem Zeckenbiss sollte daher unbedingt die gezielte ärztliche Diagnostik auf Borrelieninfektion erfolgen. Aber nicht jeder Borrelienbefall bedeutet auch eine Lyme-Krankheit. Experten schätzen, dass nur bei drei bis sechs Prozent der mit Borrelien infizierten Menschen auch die Krankheit ausbricht - aber niemand kann sagen, ob in konkreten Falle die Infektion harmlos bleibt oder nicht.