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Was ist Cholera?

Die Cholera ist eine Infektionskrankheit, deren Erreger ein kommaförmiges Bakterium (Vibrio cholerae). Diese Mikroorganismen setzen sich nach der Infektion im Dünndarm fest, vermehren sich dort und produzieren ein höchst wirksames Gift (Enterotoxin). Dieses Bakteriengift stört die Flüssigkeitsaufnahme und den Salzstoffwechsel im Darm. Der starke Einstrom von Körperflüssigkeit mit den lebensnotwendigen Ionen in das Darmlumen führt zu extrem starken, meist ungefärbten oder weißlichen Durchfällen ("Reiswasserstuhl"). So können dem Organismus in zwei bis drei Tagen bis zu 30 Liter Flüssigkeit mit darin enthalten Salzen und Nährstoffen verloren gehen. Später kommt es - unbehandelt - zu Schädigungen der Leber, des Herzens, der Nieren und anderer Organsysteme. Das Bewusstsein trübt sich ein, der Kreislauf bricht zusammen. Der Organismus "trocknet aus". Es ist eine schwere, hoch ansteckende Krankheit, die unter schlechten hygienischen Bedingungen von Mensch zu Mensch über verunreinigtes Trinkwasser oder Exkremente auf Nahrungsmitteln übertragen wird. Schon 6 Stunden (bis 5 Tage) nach der Infektion können die ersten Symptome auftreten (Brechdurchfall, Kopfschmerz, Sehstörungen, Übelkeit, quälender Durst etc.).

Aber: Wie so oft in der Medizin gibt es auch "Ausnahmen". Obwohl der unstillbare Durchfall eigentlich das Hauptsymptom ist, gibt es sehr schwere Krankheitsverläufe ohne Durchfall. Hier setzt die lebensbedrohliche Komplikation praktisch schon ein, bevor der Darm reagieren konnte.