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3. Quallen

Klimaeinflüsse und Strömungen können an Badestränden zum massenhaften Auftreten von Quallen führen. In Europa sind diese gallertartigen Lebewesen meistens ungefährlich, wenn auch mancher Badegast die glitschigen Wasserbewohner nicht sonderlich im Hautkontakt schätzt. Es können eventuell auch durch das Berühren mancher Quallen harmlose kurzzeitige Hautrötungen und Juckreiz auftreten. Das sind jedoch harmlose Symptome. Anders ist es bei Quallen in tropischen Meeren. Die können tatsächlich gefährlich, nicht nur unangenehm werden. Die Nesselhaare von Seewespen, Portugiesischen Galeeren, Nesselquallen, Feuerquallen und wie die phantasievollen Namen dieser Quallen heißen mögen, führen nicht nur zu schweren Hautreizungen mit sehr starken Schmerzen und zu Blasenbildung, sondern können auch Allgemeinreaktionen mit Übelkeit, Fieber und Krämpfen auslösen.

Besonders gefährlich ist in dieser Hinsicht die Seewespe, die vor allem in den Gewässern Nordaustraliens und der Philippinen vorkommt. Bei Kontakt kann es innerhalb weniger Minuten sogar zu Herz- und Atemstillstand kommen.

Was kann man selbst tun?

  • Das Primäre ist natürlich, den Hautkontakt mit unbekannten Meereslebewesen möglichst zu vermeiden. Das heißt auch wiederum, dass man nie in trüben, unbekannten Gewässern baden sollte, auch wenn die Erfrischung noch so sehr lockt.
  • Kam es zu einem Hautkontakt mit "reizenden" Quallen und deren Nesselhaaren, dann darf - entgegen den häufig gegebenen Rat - diese Stelle nicht mit Alkohol oder Süßwasser behandelt werden. Dadurch werden noch weitere Kapselgiftmengen über osmotische Effekte in die Haut geschleust. Auch das Abreiben mit Sand oder einem Handtuch ist nicht ratsam. Man sollte die entsprechende Hautregion nur mit Salzwasser reinigen. Auch eine Paste aus Backpulver, falls zufällig vorhanden, oder Magnesiumsulfat kann lindern und die noch gefüllten Nesselkapseln entfernen.
  • Gegen den Schmerz kann lokale Kälteanwendung (Eiswürfel; Kühlgel aus der Apotheke) helfen.

Was kann der Arzt tun?
In den Seewespen-Risikogebieten stehen den Sanitätern, Rettungsschwimmern und Notärzten Spritzen mit Antikörpern gegen das Seewespengift zur Verfügung.
Die Schmerzen können durch Verordnung von Salben mit oberflächlich wirkenden schmerzstillenden Wirkstoffen (z.B. Lidocain-Salbe) oder Schmerztabletten helfen.
In schweren Fällen muss sogar Kortison gespritzt werden.

Wann ist ärztliche Hilfe notwendig?
Treten Ohnmacht, Herzjagen u.ä. Kreislaufsymptome auf, muss unbedingt und ohne Zeitverzug ärztlich Hilfe angefordert werden!
Die Betroffenen sind bis zum Eintreffen des Arztes flach im Schatten zu lagern.

Tipp:
Ohnmächtigen darf nie Flüssigkeit eingeflößt werden, da Erstickung droht.