Wie viel Sonne darf es sein?

Sonne ist wichtig für die Haut, kann aber auch gefährlich werden.

Die Sonne schenkt uns wichtige Vitalstoffe und Gesundheit. Doch das richtige Maß sollten wir nicht aus den Augen verlieren. Gut tut uns die Sonne auf alle Fälle. Wer „Sonne“ im Herzen hat, der kennt keine Stimmungstiefs. Das Geheimnis: Über die Sehnerven wirkt das Licht auf die Zirbeldrüse, ein haselnussgroßes Organ im Hirn.

Sie registriert, ob wir tagtäglich genügend Sonnenlicht empfangen. Mit den Strahlen kommt der Stoffwechsel auf Touren. Die für gute Stimmung zuständigen Endorphine und der aufmunternde Botenstoff Serotonin lassen sich von der Sonne locken. Rheumapatienten verspüren durch Sommersonne Linderung.

Knochen brauchen Vitamin D

Aus medizinischer Sicht hat das Sonnenlicht eine Reihe von Verdiensten zu verbuchen: Gesamtstoffwechsel, Nervensystem, Herz und Kreislauf, Blut, Immunsystem und Knochen – sie alle brauchen Sonne, um gesund zu bleiben.

So ist ein lebenswichtiges Kind der Sonnenstrahlen das Vitamin D3. Ihm verdankt es der Mensch, wenn er sich schmerzlos bewegen kann. Wenn seine Knochen darüber hinaus genügend Kalzium erhalten, bleibt er in der zweiten Lebenshälfte von der gefürchteten Osteoporose (Schwund der Knochendichte) verschont.

Auf die Dosis kommt es an

Mediziner betonen: Zehn Minuten Sommersonne täglich auf Gesicht und Handoberfläche reichen aus, um den Vitamin-D-Haushalt im Lot zu halten. Kritisch für den Körper werden endlose Bestrahlungen in praller Mittagssonne. Eine leichte Rötung der Haut gehört zu den kleineren Schäden, die die Strahlen anrichten können.

Die Haut eines gesunden Erwachsenen besitzt die Fähigkeit, sich innerhalb von 24 Stunden im Selbstheilungsprozess zu regenerieren. Wenn sich Brandblasen auf der Haut zeigen, wird es höchste Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Doch soweit sollte es nicht kommen.

Nur schwer vergisst solch gepeinigte Haut die Schmerzen. Sie rächt sich mit Narben, Pigmentflecken, vorzeitiger Alterung, im schlimmsten Fall mit Hautkrebs. Der begehrte Bronzeton der Haut ist eine Abwehrreaktion unseres Körpers und nicht etwa ein Zeichen von Gesundheit. Wer es gut mit sich meint, kommt an einem wirksamen Sonnenschutzmittel nicht vorbei.

Hier empfehlen Experten einen medizinischen Sonnenschutz, der vor den gefährlichen UVA- und UVB-Strahlen schützt. Zusätzlich sollte er wasserresistent sein. Denn oft wird das Nachcremen, beispielsweise nach dem Baden, vergessen. Auch im Gebirge ist die Strahlung für unsere Haut gefährlich.

So nimmt die Intensität der UV-Strahlung beispielsweise im Hochgebirge pro 1000 Meter Höhenunterschied um 15 bis 20 Prozent zu. Und nach Meinung der Dermatologischen Gesellschaft lässt sich das Hautkrebsrisiko dadurch verringern, dass man in den Mittagsstunden zwischen 11 und 15 Uhr die Sonne meidet. Denn zu dieser Zeit ist die UV-Belastung am stärksten.

Eine Frage des Typs

Wie lange jemand ungeschützt in der Sonne bleiben kann, bis es zum Sonnenbrand kommt, hängt vom Hauttyp ab. Und wichtig: Je älter wir werden, desto dünner der Schutzmantel der Haut aus Fett und Feuchtigkeit. Das Immunsystem wird ebenso mit den Jahren schwächer, und der Sonnenbrand erwischt uns eher. Durch die Energie des gesamten Lichtspektrums entstehen jede Menge freie Radikale, die die Hautzellen angreifen.

So sollten ältere Menschen grundsätzlich immer zu Sonnenschutzmitteln mit dem höchsten Schutz greifen – durch Schwitzen wirkt ein LSF 60 schnell nur noch wie LSF 20. Und weil die ältere Haut schon viele Sommer genossen hat, braucht sie Cremes.

Diese verfügen neben dem Sonnenschutzfaktor auch über eine Anti-Aging-Wirkung. Solche Cremes enthalten zusätzlich Inhaltsstoffe aus Pflanzenextrakten, Aminosäuren, Mineralien und Vitaminen. Dieser Mix kräftigt das Abwehrsystem der Zellen und polstert die Haut mit Feuchtigkeit auf.

Achtung bei Medikamenten

Zahlreiche Arzneimittel, etwa Antibiotika, Entwässerungsmittel, sowie pflanzliche Wirkstoffe wie Johanniskraut wirken photosensibilisierend – das heißt, sie machen die Haut viel lichtempfindlicher. Das bedeutet: Sie dürfen sich nicht ungeschützt der direkten Sonne aussetzen, wenn Sie entsprechende Präparate einnehmen. Fragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt und Apotheker.

Die verschiedenen Hauttypen:

  • Hauttyp 1: Die Haut ist hell und zeigt viele Sommersprossen. Die Haare schimmern rötlich, die Augenfarbe ist blau. Selbst wenn sich Menschen mit Hauttyp 1 im Urlaub nur im Schatten aufhalten, brauchen sie einen sehr hohen Lichtschutzfaktor.
  • Hauttyp 2: Die Haare sind blond bis dunkelblond – die Augenfarbe ist blau, grau oder grün. Und die Haut ist hell. Auch für diesen Typ ist Vorsicht geboten.
  • Hauttyp 3: Zu diesem Typ zählen Menschen mit mittelheller Haut, dunkelblondem oder braunem Haar und grauen oder braunen Augen. Die mittelhelle Haut verträgt die Sonne nur wohldosiert.
  • Hauttyp 4: Der mediterrane Typ hat bräunliche, wenig empfindliche Haut, dunkelbraunes oder schwarzes Haar und dunkle Augen. Trotz schneller und tiefer Bräunung muss dieser Hauttyp ebenso auf geeigneten Sonnenschutz achten.

Kassen zahlen Vorsorge für Hautkrebs

Alle gesetzlich Versicherten haben das Recht, alle zwei Jahre ihre Haut untersuchen zu lassen Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen alle anfallenden Kosten für die ärztliche Untersuchung, die Praxisgebühr entfällt. Dabei werden die Untersuchungen von Haus- und Fachärzten durchgeführt. Rechtzeitig erkannt, kann Hautkrebs fast immer geheilt werden.

Quelle: Fit + 50 4/2008

Foto: © Markomarcello – Fotolia.com

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