Medikamente: Dick trotz Diät

Tabletten können dick machen.

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente? Dann achten Sie auf Ihr Gewicht! Denn viele Arzneien regen den Appetit an. Andere Medikamente blockieren die Fettverbrennung.

„Auch wenn ich noch so wenig esse, ich nehme einfach nicht ab.“

Millionen Frauen stimmen diesem Satz sofort zu. Scheitern Diäten oftmals, dann hat das nicht immer mit mangelnder Disziplin oder zu wenig Sport zu tun. Die Ursache: Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen. Betablocker gegen Bluthochdruck, Insulin bei Diabetes oder Psychopharmaka gegen Depressionen – diese Arzneien können den Appetit anregen oder das Verbrennen von Fett blockieren.

Die Folge: mehr Gewicht innerhalb weniger Wochen. Das bedeutet nicht, dass jedes Medikament dick macht. Eine entscheidende Rolle spielen die Wirkstoffe (stehen auf dem Beipackzettel). Und das Gute: Es gibt Präparate, die nicht dick machen.

Diese Medikamente gelten als Dickmacher

Bei Antidepressiva gegen Depressionen fungieren diese Wirkstoffe als Dickmacher: Amitriptylin, Mirtazapin, Paroxetin und Nortriptylin, Imipramin. Sie stimulieren das Hungergefühl im Gehirn. Besser: Bupropion und Fluoxetin, die dämpfen das Hungergefühl. Gut sind unter anderem Citalopram, Duloxetin, Escitalopram, Milnaciran oder Sertralin.

Bei Anti-Diabetika gegen Diabetes hemmen Insulin, Glinide und Sulfonylharnstoffe das Fett-Verbrennen. Mehr noch: Sulfonylharnstoffe und Glinide regen  die Produktion von Insulin an (doppelter Effekt). Besser eignen sich hier unter anderem Metformin, Inkretinmimetika, Gliptine.

Anti-Epileptika wirken gegen Epilepsie sowie bei Depressionen und Migräne. Dickmacher sind hier Carbamazepin, Gabapentin, Lithiumkarbonat und Valproinsäure, weil sie das Hungergefühl stärken. Besser: Topiramat und Zonisamid, die eher das Gewicht senken. Als neutral gelten Lamotrigin und Oxcarbazepin.

Betablocker gegen Bluthochdruck, Herzrhythmus-Störungen und Migräne können ebenso zusätzliche Pfunde verursachen. Hier ist Vorsicht bei Propranolol, Atenolol und Metoprolol geboten; diese Wirkstoffe senken den Herzschlag, man verbraucht weniger Energie. Besser: ACE-Hemmer sowie sogenannte Kalzium-Kanal-Blocker.

Kortikoide wiederum helfen bei Rheuma, Hautkrankheiten und chronischen Entzündungen. Alle Kortisonpräparate (nur als Tabletten) regen den Appetit an und hemmen das Verbrennen von Fett.  Darüber hinaus lagert der Körper  Wasser ein. Besser: bei Rheuma nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), etwa Ibuprofen.

Neuroleptika werden vor allem bei Psychosen und Depressionen eingenommen. Hier können die trizyklischen Neuroleptika das Gewicht in die Höhe treiben. Dazu zählen etwa Clozapin, Olanzapin oder Quetiapin, denn sie regen den Appetit an. Besser: Aripiprazol, Fluphenazin, Haloperidol, Perphenazin und Ziprasidon.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!

Wichtig: Wer eines der oben genannten Medikamente nimmt und deutlich zugenommen hat, sollte mit dem Arzt sprechen und fragen, ob es alternative Mittel gibt. Beachten Sie: Keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Arzt Medikamente absetzen, das kann im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein!

Aber nicht nur Medikamente können Extrapfunde fördern, sondern  ebenso eine Unterfunktion der Schilddrüse: Hier fehlen Hormone, der Stoffwechsel fährt auf Sparflamme und verbrennt weniger Fett und Zucker. Beim Cushing-Syndrom produziert der Körper zu viel Kortisol (siehe Kortikoide). Beides können Sie per Blutanalyse klären lassen.

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RWG Redaktion

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