Unverträgliches in Lebensmitteln

Ein Steinpilz am Rande eines Waldweges

Kartoffeln, Bittermandeln, grüne Bohnen, Rhabarber, Spinat, Sauerampfer oder Pilze stehen schon lange auf dem Speisezettel des Menschen. Roh enthalten sie unverträgliche Inhaltsstoffe. Was zu beachten ist, erläutert Apothekerin Erika Fink. Sie ist Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Ist eine Vergiftung mit Kartoffeln oder Tomaten möglich?

Der Giftstoff heißt Solanin. Er kommt nur in grünen Teilen vor. Verzichten Sie auf grüne, unreife Tomaten, sind Sie auf der sicheren Seite. Bei Kartoffeln genügt es, grüne Teile abzuschneiden. Unsere Kartoffeln sind durch Züchtung solaninarm und die Gefahr daher gering. Sie müssten größere Mengen Kartoffeln essen, als üblicherweise bei einer Mahlzeit.

Welche Lebensmittel enthalten Blausäure?

Blausäure steckt in Bittermandeln, Bucheckern oder Kernen von Steinobst. Das gehört nicht zu unserer üblichen Ernährung. Nur von Bittermandeln ging jemals eine ernsthafte Gefahr aus. Sie finden in der Weihnachtsbäckerei Verwendung. Heute benutzen wir blausäurearme Bittermandelsorten. Erwachsene bauen Blausäure schnell ab, weshalb die Gefahr für sie gering ausfällt. Säuglinge und Kinder sind stärker gefährdet, haben aber auch weniger Zugriff.

Welche Bohnen enthalten Giftstoffe wie Phasin?

Phasin ist ein Blutkörperchen zerstörendes Gift in grünen Bohnen. Es handelt sich um ein starkes Gift. Es kommt in den Samen unserer Speisebohnen vor. Kochen zerstört den Eiweißstoff und macht ihn unwirksam. Die nötige Kochzeit von 15 Minuten brauchen wir ohnehin, um die Bohnen weich zu bekommen. Ein dringender Rat: Essen Sie keine ungekochten Bohnen und achten Sie auch bei Kindern darauf.

Welche Lebensmittel enthalten viel Oxalsäure?

Zu den oxalatreichen Nahrungsmitteln zählen Spinat, Rhabarber und Schokolade. Von Schokolade geht keine Gefahr aus, weil das enthaltene Calcium aus der Milch die Oxalsäure bindet. Oxalsäure in Spinat und Rhabarber binden im Körper Calcium. Wir brauchen es für unsere Knochen.

Die Gefahr besteht nur theoretisch. Wir essen nicht jeden Tag Spinat oder Rhabarber – und wenn, dann verbrauchen wir nur 100 mg Calcium. Gegenmittel: Trinken Sie zu Rhabarber oder Spinat ein Glas Milch oder essen Sie Milcheis oder Pudding zum Nachtisch. Das neutralisiert die Oxalsäure.

Müssen wir mit Lakritze oder Gewürzen vorsichtig sein?

Solange wir Gewürze nur als Gewürze in kleinen Mengen verwenden, geht von ihnen keine Gefahr aus. Inhaltsstoffe der Lakritze erhöhen den Blutdruck und lagern Wasser im Körper ein. Bei hohem Blutdruck ist Vorsicht geboten. Zur Selbstbehandlung des niedrigen Blutdrucks ist Lakritze nicht geeignet.

Ist es ungefährlich, Pilze aufzuwärmen?

Es ist im Einzelfall schwer vorhersehbar, welche Giftstoffe sich beim Aufwärmen von Pilzgerichten bilden. Eine Gefahr ist durchaus gegeben. Deshalb: Weg mit den Essensresten. Generell gilt: Sammeln Sie nur bekannte Sorten und lagern Sie sie trocken und luftig. Bereiten Sie sie sofort zu und werfen Sie die Pilze bei den geringsten Zweifeln an Echtheit oder Qualität weg.

Welche Schadstoffe stecken in Pilzen?

Pilze reichern schädliche Schwermetalle an. Dazu zählen Cadmium sowie radioaktive Schwermetalle wie Caesium. Machen Sie darum Mahlzeiten aus selbst gesammelten Pilzen zu einer Ausnahme. Zuchtpilze sind nicht belastet.

Spielen Mutterkornalkaloide in Getreide eine Rolle?

Mutterkorn befindet sich nicht im Mehl. Sieben vor dem Vermahlen des Getreides trennt es ab. Wer allerdings Getreide nicht aus industrieller Verarbeitung sondern beim Bauern holt, kann durchaus einer Vergiftungsgefahr ausgesetzt sein. Das Mutterkorn selbst aus dem Getreide zu entfernen schaffen wir in aller Regel nicht.

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RWG Redaktion

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