Weg mit dem grauen Star

Ein kurzsichtiger Mann versucht sein Handy zu lesen

Endlich wieder leuchtende Farben sehen und alles klar erkennen! Und das ohne den Grauschleier vor den Augen, den viele im Alter haben. Dahinter steckt grauer Star, der mit einer kleinen OP binnen Minuten verschwunden ist. Hier finden Sie alle wichtigen Fakten.

Wie bemerke ich grauen Star?

Mit 65 zeigt nahezu jeder erste Anzeichen von grauem Star. Behandeln lassen sollten Sie sich erst, wenn Sie eines oder mehrere dieser Probleme haben:

  • Sie sehen Farben zunehmend schlechter oder mit Grauschleier.
  • Die Kontraste verlieren allmählich an Schärfe.
  • Sie sehen allgemein verschwommen.
  • Helle Lichtquellen (etwa Autoscheinwerfer) blenden nachts extrem und es bilden sich darum sogenannte Lichthöfe.

Wenn Sie nur noch 60% Sehfähigkeit haben, sollten Sie sich operieren lassen. Das gilt in jedem Fall, wenn es gefährlich wird: beispielsweise beim Autofahren oder dem Bedienen von Maschinen.

Der Augenarzt fragt u.a. nach Medikamenten, etwa Blutverdünnern. Diese führen unter Umständen zu Komplikationen während der OP. In Absprache mit dem Hausarzt müssen Sie diese dann möglicherweise einige Tage vor der OP absetzen oder durch andere Mittel ersetzen. Da die Ärzte das Auge nur örtlich betäuben, ist am OP-Tag  oft noch leichte Kost erlaubt.

Wie geht es nach der OP weiter?

Wichtig: Es wird immer nur ein Auge operiert, das zweite dann erst ein paar Wochen später. Sie können sich erstmal 1 bis 2 Stunden nach der ambulanten OP nach Hause bringen lassen.

Dort sollten Sie sich ausruhen und  nur das Nötigste lesen.

  • 24 Stunden später Kontrolle durch Augenarzt; dann Entfernung des Salbenverbands.
  • 3 Tage später weitere Kontrolle beim Augenarzt.
  • 3 bis 4 Wochen lang müssen Sie antibiotische Augentropfen anwenden.
  • 6 bis 8 Wochen nach der OP ist das Auge  abgeheilt. In dieser Zeit dürfen Sie sich körperlich nicht sehr stark anstrengen.

 

Kann ich wieder ohne Brille sehen?

In der Regel nicht. Denn die künstliche Linse kann sich anders als die natürliche nicht selbstständig auf unterschiedliche Distanzen scharf stellen. Deshalb müssen Sie sich bei Standard-Linsen (werden von gesetzlichen Kassen bezahlt) entscheiden, ob Sie lieber nah (Lesen) oder in der Ferne (Autofahren) scharf sehen möchten. Für den unscharfen Bereich ist zusätzlich eine Brille nötig.

Es gibt darüber hinaus Linsen (Multifokal-Linsen), die ähnlich wie Gleitsichtgläser funktionieren. Sie sollen eine Brille überflüssig machen. Diese müssen Sie selbst bezahlen (ca. 800 Euro/Linse). Die haben den Nachteil, dass Sie damit möglicherweise leichte Doppelbilder sehen. Sie können sogar die Linsen so wählen, dass ein Auge nah scharf sieht und das andere in die Ferne. Dadurch leidet  das räumliche Sehen.

Grauer Star ist bei den allermeisten eine natürliche Folge des Alters. Es gibt Hinweise, dass bestimmte Umwelteinflüsse das Risiko weiter erhöhen: Dazu gehören zu viel UV-Licht, ein schlecht eingestellter Diabetes und Mangel an Vitamin A. Augenärzte raten daher: Sonnenbrille bei starker Sonne, gute Blutzuckerwerte anstreben, auf gesundes Essen achten.

Foto: © K.- P. Adler – fotolia.com

RWG Redaktion

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