Blutfette – Runter mit dem Cholesterin!

Fettes Fleisch und Wurst steigert den Cholesterinspiegel

Wenn die Adern verkalken, wird es eng: Ernsthafte Durchblutungsstörungen drohen. Erhöhte Blutfettwerte sind ein entscheidender Risikofaktor für Infarkt und Schlaganfall. Lesen Sie, wie hoch der Cholesterinspiegel sein darf und wie Sie ihn senken können.

Warum ist Cholesterin gefährlich?

Cholesterin ist sehr nützlich und sogar lebenswichtig – als Zellbaustein und Grundsubstanz für Hormone, Cortison, Vitamin D und Gallensäuren. Doch die Dosis macht das Gift: Zu viel Cholesterin schädigt die Blutgefäße.

Nach neuen Erkenntnissen der Wissenschaftler erhöhen überschüssige Blutfette ebenso das Alzheimer-Risiko. Um die Produktion des körpereigenen Cholesterins zu bremsen, bildet der Körper vermehrt bestimmte Eiweißverbindungen. Zusammenballungen dieser Eiweiße sind dabei für jene Plaque verantwortlich, die den Informationsfluss im Gehirn von Alzheimer-Patienten blockiert.

Wie kommt es zu einem erhöhten Cholesterinspiegel?

In aller Regel ist eine übermäßige Zufuhr von tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Wurst, Butter, Sahne, Käse und Eiern verantwortlich für überhöhte Blutfettwerte. Da der Körper die Eigenproduktion von Cholesterin in der Leber nicht drosseln kann, reichert sich das Fett allmählich im Blut an.

Der Gesamtcholesterinwert sollte nicht über 200 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Blut liegen. Bestehen Risikofaktoren für das Herz, sind Werte deutlich unter 200 mg/dl anzustreben. Zu den Risikofaktoren zählen zum Beispiel Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck oder Zigarettenkonsum.

Woran merke ich, dass die Blutfettwerte überhöht sind?

Hohe Cholesterinwerte spüren Sie nicht. Die einzige Möglichkeit der Früherkennung ist eine Blutuntersuchung. Im Gesundheits-Check-up bestimmt der Arzt unter anderem routinemäßig die Cholesterinwerte. Jeder über 35 kann ihn alle zwei Jahre kostenlos durchführen lassen.

Auch in der Apotheke ist ein schneller Cholesterin-Test möglich – ein Tropfen Blut genügt. Beachten Sie dabei, dass Sie mindestens zwölf Stunden zuvor nichts gegessen haben sollten. Wenn keine sonstigen Risikofaktoren vorliegen, genügt eine regelmäßige Kontrolle alle zwei Jahre. Diabetiker und Übergewichtige sollten öfter messen lassen.

Warum sind Kontrollen des Cholesterinwerts so wichtig?

Da ein hoher Cholesterinspiegel keine Beschwerden hervorruft, bleibt er oft unbemerkt. Oftmals wird er erst nach vielen Jahren zufällig bei einer Blutuntersuchung festgestellt. Doch dann sind die Gefäße unter Umständen schon stark verengt, und für vorsorgliche Maßnahmen ist es zu spät: Arteriosklerose lässt sich nicht rückgängig machen.

Vor der Menopause sind Frauen besser dran: Ihre Östrogene bieten einen gewissen Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen. Nach den Wechseljahren geht dieser Vorteil verloren – im Durchschnitt liegt der Cholesterinwert der Frauen dann höher. So nimmt nicht nur das Infarktrisiko zu, sondern es steigt ebenso die Gefahr eines Schlaganfalls. Fazit: Frauen sollten spätestens im Klimakterium ihren Cholesterinspiegel regelmäßig checken lassen.

Was hat Cholesterin mit Arteriosklerose zu tun?

„Verkalkung“ ist eine veraltete Bezeichnung für den Prozess der Arteriosklerose. Heute wissen die Mediziner: Treibende Kraft für die gefürchtete Arteriosklerose ist ein chronischer Entzündungsprozess in der Gefäßwand.

Wesentliche Verursacher der Entzündung sind überschüssige Fettpartikel: Sie lagern sich an der Innenwand der Adern ab. Dort erkennt sie das Immunsystem als Gefahr. Daraufhin greifen Abwehrzellen die Cholesterinmoleküle an, um den „Feind“ zu neutralisieren – die Entzündung bricht aus.

Kann der Körper Fetteinlagerungen wieder beseitigen?

Nein. Unser Immunsystem kann zwar Viren und Bakterien unschädlich machen, aber mit Cholesterin wird es nicht fertig. Über dem chronischen Entzündungsherd bildet sich eine Schutzkappe aus Bindegewebe. Diese schließt die Fettplaque ein und grenzt sie gegen die Blutbahn ab.

Das abschottende Gewebenetz kann zwar jahrzehntelang stabil bleiben – aber es stellt einen latenten Gefahrenherd dar: Reißt eines Tages die Schutzschicht, kann sich schlagartig ein Blutgerinnsel bilden. Wird es zu groß, blockiert das Gerinnsel den Blutstrom. Passiert dies in einem Herzkranzgefäß, kommt es zum Infarkt.

Was kann ich gegen Arteriosklerose tun?

Die wirksamste Strategie heißt: rechtzeitig vorbeugen. Entscheidend sind in erster Linie eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung. Vermeiden Sie Übergewicht und achten Sie auf einen möglichst normalen Blutdruck. Verzichten Sie auf Zigaretten. Fast Food, Fertiggerichte, industrielle Backwaren, Chips & Co. enthalten oft gehärtete Fette und Transfettsäuren. Sie beeinflussen den Blutfettspiegel negativ.

Ebenso ungünstig: die gesättigten Fettsäuren in tierischen Produkten wie Fleisch, Schinken, Wurst, Butter, Sahne, Käse. Als optimal gilt heute eine mediterrane Kost mit viel Gemüse, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Fisch, Obst und Salat.

Eine wichtige Rolle spielen darüber hinaus pflanzliche Öle und fettarme Milchprodukte, ergänzt durch Vollkornbrot und Müsli. Natürlich isst man am Mittelmeer Fleisch. Traditionell sind jedoch die Portionen kleiner, und es kommen magere Sorten wie Geflügel, Wild, Kalb, Kaninchen oder Lamm auf den Tisch.

Reduzieren Sie darüber hinaus den Konsum an Süßigkeiten. Schokoladen, Torten, Kuchen und sonstiges Gebäck enthalten oft sehr viel Fett. Darüber hinaus verwandelt der Körper einen Überschuss an Zucker, den er nicht sofort durch Bewegung verbrennen kann, in schädliche Fette.

Sind pflanzliche Fette gefährlich?

Nein, pflanzliche Fette sind grundsätzlich cholesterinfrei. Sehr gesund sind zum Beispiel Oliven-, Sonnenblumen- und Rapsöl. Olivenöl eignet sich nicht so gut zum längeren, scharfen Braten bei sehr hohen Temperaturen.

Hilft Bewegung, um die Blutfettwerte zu normalisieren?

Körperliche Aktivitäten verbrauchen Energie. Die nötigen Kalorien gewinnt der Körper aus dem Blutzucker und zum Teil aus den Blutfetten – Ausdauersport senkt daher den Gesamtcholesterinwert. Gleichzeitig steigt der Spiegel des „guten“ HDL-Cholesterins:

Diese Fetteiweiße nehmen überschüssiges Blutfett auf und transportieren es zur Weiterverarbeitung in die Leber. Bewegung wirkt ebenso Übergewicht entgegen. Mit der Zahl der Pfunde steigt jedoch das Risiko für eine Fettstoffwechselstörung mit dauerhaft hohen Cholesterinwerten.

Nicht immer reichen eine gesunde Ernährung und viel Bewegung aus, um den Cholesterinspiegel im erwünschten Maße zu drücken. Ärzte verschreiben dann so genannte Statine, die die Leber bei der Cholesterinproduktion behindern. Statine sind zum Beispiel unverzichtbar, wenn die Herzkranzgefäße verengt sind. Dann droht ein Infarkt.

Können Naturarzneien einen erhöhten Cholesterinspiegel senken?

Die Natur hält eine ganze Reihe von Mitteln bereit, die sich günstig auf den Cholesterinspiegel auswirken können. Bewährt haben sich unter anderem Präparate mit Omega-3-Fettsäuren, Knoblauch, Artischocke, Curcuma, pflanzlichem Lecithin oder Vitamin E.

Bei allen Naturarzneien kommt es für eine zuverlässige Wirkung darauf an, auf eine ausreichend hohe Dosierung und beste Produktqualität zu achten. Lassen Sie sich deshalb vor dem Kauf eines Präparats in der Apotheke beraten.

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