Hämorrhoiden: Sanfte Hilfe für den Po

Eine junge Frau liegt auf dem Bauch

Schmerzen auf der Toilette, Blut auf dem Papier? Der Grund sind in vielen Fällen Hämorrhoiden. Auch wenn es uns im ersten Moment peinlich ist: Gehen Sie frühzeitig zu Ihrem Arzt! Geweitete Blutgefässe im Po sind gut zu behandeln. Und: Die Vorbeugung gegen Hämorrhoiden fällt nicht schwer.

Jeder kennt es und niemand spricht gerne darüber: Der After juckt oder man entdeckt ein wenig hellrotes Blut auf dem Toiletten-Papier. In der Regel verschwinden die Beschwerden von alleine – und kehren ein paar Tage, Wochen oder Monate später zurück.

Ein weit verbreitetes Leiden

Hämorrhoiden bilden die häuftigste Ursache für solche Symptome. 80 Prozent aller Erwachsenen über 30 leiden darunter. Trotz Peinlichkeit macht das Leiden einen Arztbesuch zur Pflicht. Das gilt vor allem bei Schmerzen am Po – in diesem Fall haben sich die Hämorrhoiden stark vergrößert. Andere Krankheiten am Enddarm wie ein Ekzem oder Fisteln stellen ebenfalls mögliche Ursachen dar.

Für alle Beschwerden am After erweist sich ein Arzt mit der Zusatzbezeichnung Proktologe als der richtige Experte. Der Spezialist untersucht er den Enddarm mit einem sog. Proktoskop. Dabei handelt es sich um ein dünnes, etwa sieben Zentimeter langes Röhrchen, das er schmerzlos in den After schiebt. Der Proktologe erkennt, ob Hämorrhoiden die Ursache der Beschwerden bilden.

Hämorrhoiden hat jeder Mensch

Was viele nicht wissen: Jeder gesunde Mensch hat ein Polstzer aus Hämorrhoiden. Es funktioniert wie eine elastische Dichtring und unterstützt den Schließmuskel kurz vor dem Darmausgang. Füllt sich der Enddarm mit Stuhl, durchblutet der Körper das Polster stärker. Es schwillt an und dichtet damit den After ab. Nach dem Stuhlgang nimmt die Schwellung ab.

Aber: Chronische Verstopfung, viel Sitzen, starkes Pressen und langes Sitzen auf der Toilette führen dazu, dass das Blut nicht mehr richtig aus dem Polster zurück in den Körper fließt. Die Folge: Die Blutgefäße bleiben erweitert und erschlaffen mit der Zeit. Es bilden sich kleine Aussackungen, die mit der Zeit immer größer werden – die eigentlichen Hämorrhoiden.

Wieder gesund

Das hilft: Sitzbäder mit Teebaumöl, Arnika oder Kamille und entzündungshemmende Salben. Analtampons und Zäpfchen lindern die Beschwerden, richten aber nichts gegen die Hämorrhoiden aus. Das gelingt mit der Verödung: Der Arzt spritzt ein Medikament direkt in die Hämorrhoidenknoten. Das Gewebe entzündet sich, vernarbt und schrumpft . Das schmerzfreie Verfahren verläuft ambulant und kann mehrmals wiederholt werden.

Generell gilt: Hämorrhoiden behandeln wir auf leichte Art und Weise. Verhalten Sie sich anschließend richtig und ernähren Sie sich gesund – das Leiden kehrt nicht zurück. Proktologen raten dringend, bei den ersten Anzeichen zu einem Arzt zu gehen. Die Chancen, die Hämorrhoiden problemlos ohne Operation zu überstehen, sind in diesem Fall groß.

Foto: © Antonioguillem – fotolia.com

RWG Redaktion

RWG Redaktion

© Wellness-Gesund 2004-2015 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Wellness-Gesund - Redaktion.