Herzinsuffizienz – Wenn der Lebensmotor schwächer wird

Bluthochdruck kann zu Herzschwäche führen

Herzinsuffizienz, vielen besser als Herzschwäche bekannt, gehört zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. Dank des medizinischen Fortschritts ist es heute möglich, die Krankheit früh zu erkennen. Das hilft, das schwache Herz medikamentös zu unterstützen und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

„Motor des Lebens“

Diagnose: Herzinsuffizienz. Für viele Patienten ist das ein Schock. Kein Wunder, schließlich ist das menschliche Herz der „Motor des Lebens“. Rund um die Uhr versorgt das unermüdliche Pumpwerk den gesamten Organismus mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die linke Herzkammer pumpt das sauerstoffreiche Blut in jeden Winkel unseres Körpers. Die rechte Herzkammer befördert dann das sauerstoffarme Blut, das aus den Organen und Geweben zurückfließt, in die Lungen.

Hier reichert es sich erneut mit Sauerstoff an. Ist das Herz jedoch geschwächt, kann es das Blut nicht mehr ausreichend durch den Körperkreislauf pumpen. Dies hat dann Beschwerden wie Leistungsabfall, Luftnot und Wassereinlagerungen zur Folge.

Viele Ursachen – eine Folge

Unterschiedliche Erkrankungen können zu einer Herzschwäche führen. Sehr häufige Ursache des gefährlichen Leidens ist eine Gefäßverengung (Arteriosklerose) der Herzkranzgefäße. Sie hat zur Folge, dass der Herzmuskel nicht mehr optimal mit Blut versorgt wird. Auch langjähriger, schlecht behandelter Bluthochdruck zieht unter Umständen eine Herzinsuffizienz nach sich.

Der Grund: Das Herz muss ständig gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten, wodurch es zu einer krankhaft vermehrten Muskelmasse kommt. Das Pumpwerk ist dann zwar stark vergrößert, aber leistungsschwach. Darüber hinaus können Erkrankungen wie Herzklappenfehler, Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelentzündungen zur Herzschwäche führen.

Atemnot ist oftmals das erste Anzeichen einer Herzinsuffizienz. Viele Patienten merken, dass sie vor allem bei körperlicher Belastung wie beim Treppensteigen oder Wandern unter Luftnot leiden. Darüber hinaus ermüden sie schnell und brauchen häufiger Pausen. Wassereinlagerungen können ebenso Anzeichen einer Herzschwäche sein. Vorsicht: Diese entstehen oft erst an Knöcheln und Fußrücken, später in anderen Geweben und Organen.

Mediziner unterscheiden heute vier Stadien der Herzschwäche nach den Richtlinien der US-amerikanischen New York Heart Association:

  • Stadium I: Bei normaler Belastung kommt es nicht zu Beschwerden.
  • Stadium II: Bei normaler Belastung klagt der Patient über leichte Beschwerden wie Luftnot und Schwäche.
  • Stadium III: Bei gewöhnlicher Belastung kommt es zu einer erheblichen Leistungsminderung.
  • Stadium IV: Schon in Ruhe leidet der Patient unter Luftnot.

Herzinsuffizienz: Medikamente helfen

Die Behandlung richtet sich sowohl nach dem Stadium der Herzschwäche als auch nach den Ursachen des Leidens. In der Regel sind Patienten lebenslang auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen, die der Arzt verordnen muss. Zum Einsatz kommen bei Herzinsuffizienz vor allem:

  • ACE-Hemmer können ein Voranschreiten der Herzinsuffizienz aufhalten und charakteristische Beschwerden lindern. Sie sind für alle Stadien der Herzschwäche geeignet. Bei leichteren Ausprägungen reichen sie, um die Erkrankung wirksam zu behandeln.
  • Diuretika, wasserausschwemmende Arzneimittel, werden in der Praxis oftmals mit ACE-Hemmern kombiniert. Sie sorgen dafür, das überflüssige Wasser aus dem Körper zu befördern.
  • Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten verordnet der Arzt oft dann, wenn der Patient ACE-Hemmer nicht verträgt.
  • Betablocker senken den Blutdruck und verringern die Geschwindigkeit des Herzschlags. Sie kommen oftmals ergänzend zu ACE-Hemmern und Diuretika zum Einsatz.
  • Digitalisglykoside, deren Wirkstoff aus dem Fingerhut (Digitalis) stammt, verbessern die Schlagkraft des Herzens. Sie finden vor allem bei ausgeprägter Herzmuskelschwäche Verwendung, wenn andere Medikamente die Beschwerden nicht ausreichend lindern können.

Weißdorn steigert Pumpkraft des Herzens

Ergänzend zu vom Arzt verordneten Arzneimitteln können pflanzliche Arzneien dazu beitragen, dem schwachen Herzen auf die Sprünge zu helfen. Sehr gut erforscht sind Arzneimittel aus den Blättern und Blüten des Weißdorns. Ausreichend hoch dosierte Weißdorn-Extrakte aus der Apotheke können die Pumpkraft des Herzens steigern und für eine bessere Durchblutung sorgen.

Vor allem bei leichterer Herzschwäche versprechen die natürlichen Helfer bei regelmäßiger Einnahme Wirkung. Gut zu wissen: Pflanzliche Medikamente können eine vom Arzt verordnete Therapie sinnvoll unterstützen, jedoch nicht ersetzen. Sprechen Sie die ergänzende Einnahme eines Weißdornpräparates am besten mit Ihrem behandelnden Arzt ab.

Was das Herz stark macht

Bei Herzschwäche kommt es ebenso darauf an, dass Betroffene selbst aktiv werden. Schon durch einfache Maßnahmen und kleine Veränderungen der Lebensgewohnheiten ist es möglich, das Herz nachhaltig zu stärken. So gewinnen Sie an Lebensqualität. Experten raten bei Herzinsuffizienz:

  • zu einer ausgewogenen, fettreduzierten und salzarmen Ernährung.
  • zu regelmäßiger Bewegung und einem individuell dosierten Sportprogramm. Mittlerweile weiß die Wissenschaft, dass Sport in Maßen das Herz auf Dauer entlastet. Welches Aktivprogramm das richtige ist, besprechen Herzpatienten am besten immer mit ihrem Arzt.
  • zum Verzicht aufs Rauchen, das Herz und Gefäße bekanntermaßen schädigt. Darüber hinaus ist es sinnvoll, Alkohol nur selten und in Maßen zu genießen,
  • zum konsequenten Abbau von Übergewicht. Der Grund: Jedes Kilo zu viel belastet das geschwächte Herz zusätzlich.

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RWG Redaktion

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