Wenn das Herz stottert

Ein stotterndes Herz sollte unbedingt der Arzt untersuchen.

Herz-Rhythmus-Störungen – schon ein zu enger Schal bringt das Herz unter Umständen aus dem Takt. Klingt harmlos. Doch bei vielen älteren Menschen stecken oftmals ernstere Ursachen dahinter. Zum Glück können Experten helfen. Herr Professor Kuck gibt Auskunft.

Wenn das Herz  „rumpelt“, muss ich mir dann Sorgen machen?

Prof. Kuck: Bei vielen Menschen macht das Herz gelegentlich einen Extraschlag oder es setzt  für einen Schlag aus. Oft ist das harmlos. Als Laie können Sie das aber in der Regel nicht beurteilen. Lassen Sie sich deshalb immer von einem Arzt untersuchen, um sicherzugehen, .

Wenn die Beschwerden nur selten auftreten, ist der erste Ansprechpartner der Hausarzt. Er macht ein EKG. So stellt er fest, ob die Rhythmus-Störungen bedenklich sind. Hat er einen Verdacht, überweist er zum Kardiologen. Vorsicht: Bei massiven Beschwerden, etwa Herzrasen, einem Gefühl der Enge in der Brust, Schwindel, anhaltendem Herzstolpern, Atemnot oder wenn Sie das Bewusstsein verlieren, dürfen Sie nicht zögern, den Notarzt zu rufen.

Wieso verliert das Herz  seinen Takt?

Prof. Kuck: Oftmals passiert das, wenn bestimmte Zellen im Herzen falsche elektrische Impulse geben. Es gibt ebenso Fälle, wo ein zu enger Hemdkragen oder ein zu enger Schal die Herzrhythmusstörungen auslösen. Wie beeinflusst ein Schal den Herzrhythmus? Wir beobachten das bei Menschen mit sogenanntem Karotissinus-Syndrom. Bei ihnen ist ein Nerven-Rezeptor im Bereich der Halsschlagader abnormal empfindlich und löst so die Rhythmusstörung aus.

Spielt  das Alter bei Rhythmusstörungen eine Rolle?

Prof. Kuck: Ja! Neben eher seltenen angeborenen Störungen spielt das Alter bei den meisten Rhythmusstörungen die größte Rolle. Beispielsweise kommt die häufigste Störung, das Vorhofflimmern, bis 50 kaum vor. Bei den über 60-Jährigen sind jedoch vier bis sechs Prozent davon betroffen, bei den 85-Jährigen etwa jeder Zehnte. Männer haben häufiger  Herzrhythmus-Störungen: bei den 65-Jährigen ca. drei Prozent der Männer und knapp zwei Prozent der Frauen.

Altersbedingt verändert sich das Gewebe im Vorhof. Es entstehen unter Umständen mikrofeine Narben oder es verhärtet sich, ausgelöst etwa durch  entzündliche Prozesse. Dadurch werden elektrische Impulse unter Umständen nicht mehr richtig oder verändert weitergeleitet. Andere Begleit-Erkrankungen, etwa hoher Blutdruck, die im Alter  deutlich häufiger vorkommen, verstärken diese Prozesse erheblich.

Wie können Ärzte helfen?

Prof. Kuck: Das hängt von der Art der Rhythmusstörung ab. Gegen manche helfen spezielle Medikamente, sogenannte Antiarrhythmika. Eine sogenannte Katheter-Ablation ist  bei Vorhofflimmern sehr erfolgreich. Dabei werden die Zellen verödet, die den Rhythmus aus dem Takt bringen.

Herzschrittmacher setzt man bei anderen Rhythmus-Störungen ein,  bei solchen mit zu langsamem Puls. Implantierbare Defibrillatoren, die der Volksmund  als Schrittmacher bezeichnet, setzt man zur Vorsorge ein. Das geschieht unter anderem, wenn andere Herzkrankheiten Kammerflimmern wahrscheinlich machen. Oder wenn ein Patient wegen Kammerflimmerns notfallmäßig versorgt werden musste, da danach der Herzschlag oft verlangsamt ist.

Quelle: plus Magazin 1/2012

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