Glückliches Einzelkind

Ein Kind spielt auf einer Wiese

Die Schweizer Journalistin Brigitte Blöchlinger hat unterschiedliche Studien zum Thema Einzelkind untersucht und die Ergebnisse in einem Buch zusammengefasst.

Ihre drei wichtigsten Erkenntnisse:

  • Das typische Einzelkind gibt es nicht.
  • Wie sich jemand entwickelt, ob er anständig ist oder kriminell, fröhlich oder eher depressiv, hängt nicht davon ab, ob er Geschwister hat.
  • In keinem Merkmal schneiden Einzelkinder schlechter ab als Geschwisterkinder.

Gerade Einzelkinder müssen lernen, dass sie nicht der Nabel der Welt sind. Der Familienforscher Professor Hartmut Kasten warnt Eltern davor, nach der Pfeife des Kindes zu tanzen und jedem Wunsch nachzukommen. Für die gesunde Entwicklung des Kindes ist es seiner Meinung nach vielmehr wichtig, dass Eltern „sich selbst auch mehr Freiräume gestatten, in denen sie nicht dem Kind zur Verfügung stehen.“

Streittraining für Einzelkinder

Darüber hinaus hat Brigitte Blöchlinger einen Punkt gefunden, für den sie einen Bruder oder eine Schwester brauchen: das Streiten. Ohne Geschwister trainieren Einzelkinder das Streiten nicht. Das führt laut Blöchlinger tendenziell zu einer mangelnden Konfliktfähigkeit im Kindesalter. Wunderbar üben geschwisterlose Kinder diese und andere soziale Fähigkeiten auf spielerische Art.

Tipps für Eltern von Einzelkindern

  • Früh den Kontakt zu gleichaltrigen Kindern fördern. Einzelkinder brauchen in jungen Jahren mehr Unterstützung durch die Eltern, um Freundschaften zu knüpfen.
  • Keine zu hohen Erwartungen in das einzige Kind setzen. Sonst wird es ihm schwerfallen, die eigenen Wünsche gegen den Willen der Eltern durchzusetzen.
  • Eine gleichberechtigte Beziehung zu den Eltern gibt Einzelkindern ein gutes Gefühl. Es bestärkt sie darin, ihren eigenen Weg zu gehen.
  • Erfahrungen in der Gruppe sind wichtig um soziale Fähigkeiten zu lernen.
  • Bitte Vorsicht: Zu viel Wechsel der Betreuungspersonen und -orte überfordern die Kleinen.
  • Es ist sinnvoll, dass Kinder alleine spielen. Sie lernen dadurch, sich einer Beschäftigung hinzugeben.
  • Eltern von Einzelkindern leisten es sich eher, dem Willen des Kindes nachzugeben und Wünsche zu erfüllen. Das wirkt sich negativ auf die Entwicklung des Kindes aus. Eltern müssen ihrem Kind konsequent ihre Grenzen vermitteln.

Foto: © ferkelraggae – fotolia.com

RWG Redaktion

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