Kinderknochen brechen anders

Ein Kind hat sich den Arm gebrochen

Rangeln, Raufen, Spielen und Sport lassen Kinderknochen leicht brechen. Doch das geschieht anders als bei Erwachsenen. Die Neue Apotheken Illustrierte erklärt, warum das so ist.

Kinderknochen verhalten sich wie „junges Holz“

Anders als ausgewachsene Knochen zersplittern Kinderknochen bei einem Bruch nicht. Dr. Bernd Hinkenjann arbeitet als Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie als Leiter des Gelenkzentrums am Krankenhaus Buchholz.

Er erklärt: „Da das Skelett der Kinder noch im Wachstum ist, sind die Knochen flexibler und elastischer als die von Erwachsenen. Bei Krafteinwirkung reagieren sie deshalb auch anders. Kindliche Knochen neigen bei einer Fraktur eher dazu, sich zu biegen oder zu verformen als durchzubrechen. Ähnlich den Eigenschaften von jungem Holz, bei dem in der Regel auch die Rinde nicht reißt. Dies nennen wir Mediziner Grünholzfrakturen.“

Trotz Angst vor Knochenbrüchen sollten Eltern auf genügend Bewegung ihrer Kinder achten. Bewegung animiert nicht nur die Muskeln und Sehnen, sie regt ebenso das Knochenwachstum an. Die Realität zeigt: Kinder bewegen sich zu wenig. „Nur noch ein Drittel der Kinder im Alter von 4 bis 17 Jahren erfüllt die offizielle Empfehlung von täglich einer Stunde moderater körperlicher Aktivität.“

Dies erklärte Professor Dr. Klaus Bös von der Universität Karlsruhe im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. Studien weisen zum Beispiel nach: Bei Kindern, die drei Mal täglich circa drei Minuten springen und hüpfen, erhöht sich die Knochenmasse am Oberschenkel.

Kinderknochen heilen schneller

Und wenn trotzdem ein Knochen bricht? Früher galt der Gipsverband als Standardbehandlung. Heute fixieren Chirurgen den gebrochenen Knochen oft mit Schrauben, Platten oder Nägeln. Vorteil: Die kleinen Patienten können ihre Muskeln früher bewegen und mit Krankengymnastik beginnen.

Und: „Die Heilungsdauer von Knochenbrüchen bei Kindern ist aufgrund eines sehr aktiven Stoffwechsels und der besseren Durchblutung viel kürzer als bei Erwachsenen“, weiß Hinkenjann. „Nur die Schmerzen bleiben auch den Kleinsten nicht erspart.“

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RWG Redaktion

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