Hörgeräte: Endlich wieder richtig hören

Ein Mann hält sein Hörgerät in der Hand

Millionen Menschen sind heute von einer Hörminderung betroffen. Und es werden immer mehr. Wir informieren über neue Möglichkeiten, eine Hörschwäche auszugleichen. Neue Hörgeräte sorgen für mehr Lebensqualität.

Wichtige Sinneswahrnehmung: das Hören

Musik hat keine Bedeutung, wenn sie niemand hört“, meint Tenor und Dirigent Placido Domingo. Das Hören ist für ihn die Grundlage seiner Arbeit und damit die wichtigste Sinneswahrnehmung. „Wenn deine Ohren nicht in optimaler Verfassung sind, kannst du weder singen noch dirigieren. Darum musst du alles tun, um die Ohren in Form zu halten.“

Neben dem Klang vertrauter Stimmen würden die Menschen Musik am meisten vermissen, wenn sie nicht hören könnten – so das Ergebnis einer Studie. Aber nur ein geringer Bruchteil derer, die unter Hörproblemen leiden, führen tatsächlich einen Hörtest durch oder tragen, falls nötig, ein Hörsystem. Dabei bringen die neuen „Mini-Computer“ Menschen mit Hörminderung ein großes Stück Lebensqualität zurück.

Tatsächlich sind die Zeiten längst vorbei, in denen eine Hörschwäche für jeden sofort sichtbar war: dank der neuen Unsichtbar-Hörgeräte. Sie sind klein und verschwinden nahezu im Gehörgang oder hinter dem Ohr. Was so winzig ist, hat es aber in sich: modernste digitale Technik im Zwergen-Format. So schenken die neuen Verfahren und unsichtbaren Hörgeräte ein Mehr an Lebensqualität.

Zuerst zum Arzt, dann zum Hörgeräte-Akustiker

Das Ohr gehört zu den sensibelsten Organen des menschlichen Körpers. Es gilt als das einzige Sinnesorgan, das nicht abgestellt werden kann – es arbeitet im Dauereinsatz. Deshalb muss der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) das Gehörorgan regelmäßig untersuchen. Hierzu gehören sowohl diagnostische Untersuchungen (wie Hörmessungen) als auch das notwendige Reinigen des Gehörgangs.

Die ersten Anzeichen eines Hörverlusts sollten Betroffene ernst nehmen. Lassen Sie das Ohr schnell überprüfen! Sind Hörgeräte sinnvoll, überweist der HNO-Arzt den Patienten zu einem Hörgeräte-Akustiker für die Anpassung der Geräte. Danach prüft der HNO-Arzt die Verbesserung des Hörvermögens.

Schwerhörigkeit – was tun?

Hörgeräte im Ohr oder Hörgeräte hinter dem Ohr? Hörgeräte kann der Akustiker individuell an die Bedürfnisse des Trägers anpassen. Bei einer leichten bis mittleren Schwerhörigkeit trägt der Betroffene am besten ein sogenanntes Im-Ohr-Gerät.

Es bietet im Vergleich zum Hinter-dem-Ohr-Gerät eine unauffälligere Lösung, ruft jedoch unter Umständen Verstopfungen und Entzündungen des Gehörgangs hervor. Hinter-dem-Ohr-Geräte zählen zu den leistungsfähigen Hörgeräten. Sie eignen sich für Patienten, die stark schwerhörig sind.

Halb implantierbare Hörsysteme: Wenn die normalen Systeme eine Schwerhörigkeit nicht ausgleichen können, kommen halb implantierbare Hörsysteme zum Einsatz. Sie werden operativ von außen am Schädelknochen befestigt.

Voll implantierbare Hörsysteme: Sie eignen sich für Patienten mit mittlerer bis starker Schwerhörigkeit. Der Chirurg setzt das Hörgerät ein. Es ist von außen unsichtbar. So ist es unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen wie Schmutz, Staub und Feuchtigkeit. Reizungen oder Infektionen des Gehörgangs treten nicht mehr auf.

Immer dieser Lärm

Lärm belastet die Gesundheit und schadet dem Gehör. Schlaflosigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vor allem unheilbare Gehörschäden sind die Folge. Lärm gilt als Abfallprodukt unserer Gesellschaft: Der Krach kommt von Baumaschinen, Hauptverkehrsstraßen oder Flugzeugen. Wichtig: Lärmschwerhörigkeit ist nicht heilbar.

Gefährlich sind vor allem kurze, laute Knalle! Das Abfeuern einer Zündplätzchen-Spielzeugpistole am Ohr schädigt das Gehör möglicherweise für immer. Experten raten: Wenn Lärm sich nicht vermeiden lässt, nutzen Sie am besten geeignete Gehörschutzmittel.

Foto: © Ingo Bartussek – fotolia.com

RWG Redaktion

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