Rückenschmerzen: Auf rote und gelbe Fahnen achten

Eine Frau am Schreibtische hat Rückenschmerzen

Es zieht und reißt, jede Bewegung ist eine Qual: Unter Rückenschmerzen leidet fast jeder zu einem Zeitpunkt seines Lebens. Gewöhnlich ist die Pein am Kreuz harmlos. Achten Sie auf Warnsignale für gefährliche Verläufe und behandeln Sie Schmerzen umgehend!

Rückenschmerzen sind keine Krankheit, sondern ein Warnsignal. Sie weisen auf Probleme im Bereich der Wirbelsäule hin. Oft liegen ihnen harmlose Ursachen zugrunde. Einseitige und falsche Belastungen wie zu langes Sitzen am Arbeitsplatz, vor dem Fernseher oder im Auto machen sich schmerzhaft bemerkbar.

Rote Fahnen: Warnsignale ernst nehmen

Der Arzt erkennt komplizierte Rückenschmerzen und handelt. Warnhinweise gelten als sog. »red flags« (rote Fahnen). Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, wenn Sie an Rückenschmerzen leiden und gleichzeitig eines der genannten Warnzeichen vorliegt:

  • haben Sie über mehrere Wochen Gewicht verloren?
  • hatten Sie einen Tumor?
  • bei Fieber oder Nachtschweiß in Verbindung mit Rückenschmerzen
  • verspüren Sie Lähmungsgefühle in den Beinen oder können den Harn oder Stuhl nicht kontrollieren.

Gelbe Fahnen bei Rückenschmerz

Es gibt viele Warnzeichen und Risikofaktoren für chronische Rückenschmerzen (»yellow flags«; gelbe Fahnen). Dazu gehört der Glaube des Patienten an bedrohliche und gefährliche Rückenschmerzen. Das sog. Angst-Vermeidungs-Verhalten wirkt sich ungünstig aus.

Betroffene fürchten Bewegungen aus Angst vor Verschlimmerung. Ebenso depressive Verstimmungen oder Probleme im sozialen Umfeld. Nach einer Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin sind gelbe Warnfahnen für chronische Verläufe:

  • anhaltende und wiederkehrende Beschwerden,
  • eingeklemmte Nerven,
  • Arbeitsunfähigkeit für mehr als vier bis sechs Wochen,
  • psychosoziale Faktoren, wie berufliche Unzufriedenheit, anhaltende Belastungen im Alltag, starkes Schmerzerleben.

Den Schmerz effektiv bekämpfen

Bewegung gilt als das A und O in der Behandlung von Rückenschmerzen. Liegen akute Schmerzen vor, ist Patienten eine Bewegungstherapie unmöglich. Die medikamentöse Behandlung von Rückenschmerzen folgt dem Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation: Medikamente der Stufe I des WHO-Schemas wie Diclofenac oder Ibuprofen wirken unter anderem schmerzstillend und entzündungshemmend.

Erreichen Präparate dieser Stufe keine ausreichende Linderung der Schmerzen, kombiniert sie der Arzt auf Stufe II mit morphinähnlichen Mitteln. Sie gelten als schwache Opioide. Danach ersetzen wir sie durch stark wirksame opioidhaltige Schmerzmittel wie Morphin oder Fentanyl der Stufe III.

Dem Rücken Gutes tun

Krankengymnastik hilft bei akuten Rückenschmerzen. Sie bildet erst den Anfang: Betroffene müssen neu lernen, wie sie eine gesunde Haltung einnehmen, wie sie Alltagsbewegungen rückenschonend durchführen und wie sie ihr Umfeld rückengerecht gestalten. Überall in Deutschland werden dafür Rückenschulen angeboten.

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RWG Redaktion

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