Erste Hilfe gegen das Schnarchen

Ein Mann hält seine Frau durch Schnarchen wach

Lieben Sie Baumaschinen im Schlafzimmer? Zehn Prozent unserer Bevölkerung sind Nacht für Nacht einem Lärmpegel von bis zu 80 Dezibel ausgesetzt, der demjenigen eines Presslufthammers nahe kommt. Oft sind es die Frauen, die unter dem Geräuschpegel leiden. Währenddessen „zersägen“ ihre Männer Nacht für Nacht die Möbel.

Frauen schnarchen seltener

Warum Männer häufiger schnarchen als Frauen, hängt offenbar mit der Anatomie zusammen: Frauen haben einen anderen Rachen- und Halsaufbau. Darüber hinaus hält bei ihnen das weibliche Hormon Östrogen das Gaumensegel elastisch, das für die Schnarchgeräusche verantwortlich ist. Durch die im Schlaf entspannte Mund- und Rachenmuskulatur verengen sich die Atemwege. Dann setzt der Druck des vorbei strömenden Atmens die Weichteile in Vibration.

Risikofaktor überflüssige Pfunde

Auslöser des Schnarchens können Allergien, Erkrankungen der Nase oder Nasennebenhöhlen sein. Verengungen im Rachen und vor allem Übergewicht verursachen ebenso Schnarchen! Kaum jemand ist sich bewusst, dass bei Fettpolstern am Bauch ebenso Fetteinlagerungen im Rachen vorhanden sind. Diese begünstigen erheblich die Schwingungen des Gewebes.

Selbst die Zunge wird dicker, so dass im Schlaf der Atem mühsamer seinen Weg findet. Auch Alkoholgenuss begünstigt das Schnarchen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bei einem Verzicht auf Alkohol der Behandlungsschwerpunkt mit der höchsten Erfolgsrate liegt.

Ab wann ist Schnarchen gefährlich?

Wenn der Bettpartner feststellt, dass sich Schnarchperioden durch Pausen in der Atmung abwechseln, kann sich eine ernst zu nehmende Schlafapnoe anbahnen. Patienten, die darunter leiden, haben bis zu 500mal pro Nacht Atemstillstände von zehn Sekunden und mehr. Diese Atemstillstände können sich in einer einzigen Nacht hundertfach wiederholen. Höchste Gefahr!

Da bei jedem Atemstillstand der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, muss das Herz verstärkt arbeiten. Darüber hinaus steigt der Blutdruck kräftig an und bleibt teilweise ebenso nach Wiedereinsetzen der Atmung auf hohem Niveau. Durch die Schlafapnoe verdreifacht sich das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Das sind Alarmsymptome, die rasch den Weg zum Arzt und zum Hals-Nasen-Ohrenarzt weisen. In einem Schlaflabor können Ärzte harmlose Schnarcher von gesundheitlich Gefährdeten unterscheiden. Dort kann Betroffenen gezielt geholfen werden.

Schnarcher bleibt Schnarcher

Bei „sanfteren“ Schnarchern bringen oft einfache Maßnahmen Besserung: Manchmal hilft es, den Oberkörper höher zu lagern. Meiden Sie die Rückenlage. Wenn Übergewichtige ein paar Pfunde abbauen, ist viel gewonnen. Allergiker besorgen sich dagegen am besten allergikerfreundliche Bettwäsche und Matratze.

Verschiedenartige minimal-operative Eingriffe im Mund-Rachenraum mindern möglicherweise das Schnarchen. Schallschutz-Watte in den Ohren des Bettpartners und notfalls getrennte Schlafzimmer gelten als probate Mittel, die Partnerschaft am Tage zu erhalten. Der Schnarcher bleibt allerdings oft das, was er war: ein Schnarcher.

Foto: © Maridav – fotolia.com

RWG Redaktion

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