So beherrschen Sie den Stress

Entspannungsübungen können Migräne-Attacken vorbeugen.

Der einst unverzichtbare Überlebensreflex wird heute oft zur Last: Immer mehr Bundesbürger leiden unter Stress. Doch wir können lernen, besser damit umzugehen. Natürliche Mittel tragen zur Entspannung bei.

Stress ist ganz natürlich

Stress ist eigentlich normal. Er wird uns sozusagen in die Wiege gelegt: ein genetisch programmierter Reflex, der uns im Ernstfall stark machen soll. Mit Stress reagieren wir auf Gefahren, Ansprüche, Herausforderungen – um die Aufgabe zu bewältigen, wird der gesamte Organismus aktiviert. Dies geschieht durch eine vermehrte Ausschüttung von Hormonen.

Eine zentrale Rolle spielt das Adrenalin: Dieses „Stresshormon“ steigert die allgemeine Alarmbereitschaft und bewirkt einen Zustand des Angespanntseins. Der Körper macht mobil, um alle Energie für die Angriffs- oder Fluchtreaktion bereitzustellen.

Wegrennen geht nicht

12990-1Angreifen oder flüchten: Was früher sinnvoll war, als wir noch Mammuts jagten oder plötzlich einem Säbelzahntiger gegenüberstanden, wird heute zum Bumerang. Denn unser Körper reagiert noch immer wie in der Steinzeit – aber wir können natürlich nicht mit dem Chef kämpfen oder einfach aus dem Büro weglaufen. Stress lauert heute überall.

Streit mit dem Ehepartner, Schwierigkeiten mit den Kindern, die Doppelbelastung in Beruf und Haushalt, Druck vom Vorgesetzten, Staus auf der Autobahn, drohender Jobverlust oder Arbeitslosigkeit, das überzogene Konto, eine ungewisse Zukunft – diese Stressauslöser treten teilweise fast täglich auf. Die Folge: Wir stehen ständig unter Strom; praktisch permanent überschwemmen Adrenalin, Cortisol und andere Stresshormone den Organismus.

Dauerbelastung für Körper und Seele

In der modernen Zivilisation wird Stress zum Gesundheitsrisiko. Cortisol wirkt zwar einerseits wie ein „Turbo“ für den gesamten Stoffwechsel, hemmt aber andererseits das Immunsystem und bremst die Erholungsfähigkeit des Körpers.

Adrenalin beschleunigt den Puls, erhöht die Atemfrequenz und den Blutdruck. Durch Dauerstress können sich Infekte häufen, er verursacht oft Magenprobleme, Schlafstörungen und innere Unruhe. Mit der Zeit steigt die Gefahr, zu resignieren, und letztlich kann die ständige Anspannung sogar zur Depression führen. Außerdem erhöht sich das Infarktrisiko.

Entspannung durch kleine Auszeiten

Stress lässt sich nicht ganz verhindern. Aber er lässt sich zumindest soweit beherrschen, dass Gesundheitsschäden weitgehend vermieden werden können. Um das zu erreichen, müssen Sie allerdings sehr gezielt und konsequent vorgehen. Setzen Sie möglichst auf verschiedenen Ebenen an: Versuchen Sie zunächst, die gravierendsten Stressfaktoren einzudämmen. So können Sie zum Beispiel durch ein bewusstes Zeitmanagement den Termindruck vermindern.

Setzen Sie außerdem Prioritäten, unterscheiden Sie Dringendes von Wichtigem. Versuchen Sie, Aufgaben zu delegieren. Wenn die Wellen hochschlagen, sollten Sie sich möglichst eine kleine Auszeit nehmen. Schon kurze Entspannungsübungen können genügen, um den Adrenalinspiegel zu senken. Auch bewusstes Atmen und positive Selbstgespräche helfen – sagen Sie sich: „Du schaffst das!“

Sport wirkt beruhigend

Verfolgen Sie daneben eine langfristige Strategie, um mit der Zeit weniger stressanfällig zu werden. Erlernen Sie dazu systematische Entspannungsmethoden wie autogenes Training, Yoga, Qigong, progressive Muskelentspannung oder Meditation. Finden Sie außerdem Ihren ganz persönlichen Tagesrhythmus heraus, und versuchen Sie, sich so weit wie möglich daran zu halten. Besonders wichtig: Sorgen Sie immer für genügend Schlaf und ausreichende Erholung in der Freizeit!

Treiben Sie möglichst regelmäßig Sport

Das entspannt, baut Aggressionen ab und dient als kleiner Ersatz für den Fluchtreflex: So können Sie sich körperlich zumindest ein bisschen abreagieren. Ergänzend helfen pflanzliche Mittel. So wirken zum Beispiel hoch dosierte ätherische Öle der Melisse beruhigend und stresslösend. Gestresste Menschen können durch regelmäßige Anwendung eines Melissenextrakts wieder zu mehr Ruhe und Gelassenheit finden. Auch die Schlafqualität lässt sich durch Melissengeist verbessern.

Quelle: Ratgeber aus Ihrer Apotheke

Foto Artikel: Klosterfrau Gesundheitsservice

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RWG Redaktion

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