Von Prüfungsangst nicht unterkriegen lassen

Gegen Prüfungsangst gibt es Strategien.

Viele Schüler, Studenten und Auszubildende kennen die Folgen von Prüfungsangst: Obwohl sie viel gelernt haben, bringen sie in der Prüfung vor Aufregung kein Wort heraus. Schlechte Noten sind da vorprogrammiert. Doch es gibt Möglichkeiten, die Angstwellen zu glätten.

Ob Schule oder Führerscheinprüfung: Jeder wird im Leben mit Situationen konfrontiert, die den Puls in die Höhe treiben. Diese Stressreaktion ist ein jahrtausendealtes Programm, das tief im Menschen verankert ist. Im Falle einer Gefahr können Sie so blitzschnell reagieren.

Gesunder Respekt oder Prüfungsangst?

Auch wegen einer Prüfung erscheint die Reaktion sinnvoll. Ein gesunder Respekt vor der bevorstehenden Aufgabe stellt sicher, dass sie sich gewissenhaft darauf vorbereiten.

Der „gesunde Respekt“ verselbstständigt sich allerdings bei manchen Menschen zu lähmender Angst. Sie gefährdet den Erfolg in der Prüfung. Statt eines normalen Lampenfiebers verspüren sie in Prüfungssituationen Zittern, Übelkeit und plötzliche Leere im Gehirn, einen sogenannten Blackout. Doch wie kommt es dazu?

Unrealistische Ansprüche

Menschen mit Prüfungsangst haben oft schlechte Erfahrungen in Prüfungen gesammelt und glauben, dass sich das zwangsläufig wiederholt. Viele stellen unrealistische Ansprüche an die eigene Leistung. Sie wollen jede Frage fehlerfrei beantworten oder befürchten, sich bei einem Misserfolg zu blamieren. Dieser enorme psychische Druck baut die Angst vor der Prüfung auf.

Strategien gegen Prüfungsangst

Als mögliche Srategie empfiehlt der Psychologe und Buchautor Dr. Rolf Merkle aus Mannheim, Angst auslösende Gedanken und Angstfantasien durch gelassene und zuversichtliche Gedanken zu ersetzen.

Wer sich beispielsweise eingeredet hat „Die Prüfung muss ich unbedingt bestehen. Durchfallen wäre eine Katastrophe“, kann sich stattdessen darauf konzentrieren: „Ich habe mich gut vorbereitet. Es wäre schade, wenn es nicht klappen würde, doch ich habe weitere Möglichkeiten. Ich kann damit weiterleben.“ Hilfreich sei es laut Merkle, im Vorfeld der Prüfung Entspannungstechniken zu erlernen. Zum Beispiel spezielle Atemübungen oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Hilfe von Außenstehenden

Wer die Prüfungsangst nicht selbst in den Griff bekommt, kann Hilfe von Außenstehenden beanspruchen. Der Hausarzt oder psychotherapeutische Beratungsstellen können einschätzen, wie gravierend die Angst ist. Sie wissen welche weiteren Schritte oder Experten nötig sind. Hier hilft zum Beispiel eine Verhaltenstherapie.

Pflanzen gegen Prüfungsangst

Darüber hinaus leisten pflanzliche Arzneimittel bei Prüfungsangst gute Dienste. Der Klassiker unter den beruhigenden Heilpflanzen ist Baldrian. Die Inhaltsstoffe der Wurzel dämpfen die Nervosität, ohne dass Sie befürchten müssen, unkonzentriert zu werden. Oft kombinieren Ärzte Baldrian mit Hopfenzapfen. Das steigert die schlaffördernde Wirkung und ist daher angebracht, wenn sie vor Aufregung keinen Schlaf finden.

Um die Angst zu lindern, können Sie auf Präparate mit Passionsblume zurückgreifen. Verschiedene Studien bestätigten eine beruhigende und angstlösende Wirkung des Extrakts, ohne dass Müdigkeit als Nebenwirkung auftrat.

Präparate mit Lavendelöl haben ebenfalls in Studien bewiesen, dass sie Angst lindern. Da pflanzliche Arzneimittel Anlaufzeit brauchen, bis ihre Wirkung zum Tragen kommt, ist es sinnvoll, mit der Einnahme zwei Wochen vor der Prüfung zu beginnen.

Quelle: Neue Apotheken Illustrierte, 15.5.2011

Foto: Light Impression – Fotolia.com

RWG Redaktion

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