Das 7-Punkte-Programm für gesunde Venen

Anpassung medizinischer Stützstrümpfe

Unsere Venen sind unermüdliche Schwerstarbeiter und haben eine liebevolle Behandlung verdient. Lesen Sie hier, wie Ihre Venen gesund und Ihre Beine in Topform bleiben.

Die Temperaturen steigen und wir freuen uns auf einen warmen Sommer. Jetzt bereiten vielen Menschen ihre Beine und die dortigen Venen Probleme. Vor allem am Abend sind die Unterschenkel und Fesseln geschwollen. Die Beine kribbeln und schmerzen oft unangenehm. Diese lästigen Symptome lassen in der Nacht nach und sind frühe Anzeichen einer Venenschwäche. Die macht sich vor allem bei Hitze bemerkbar.

Unsere Venen sind weit verzweigte Gebilde und reichen bis in alle Ecken und Winkel des Körpers. Ihre Aufgabe ist es, verbrauchtes Blut zu sammeln und es zurück zum Herzen zu bringen. Ein anstrengender Job: Aus den Füßen und Beinen befördern sie das Blut entgegen der Schwerkraft nach oben und überwinden einen enormen Höhenunterschied.

Unsere Venen brauchen Helfer

Jede Bewegung der Beinmuskeln hilft, das in der Vene befindliche Blut in Richtung Herz zu pressen. Um den Rückfluss bei nachlassendem Blutdruck zu verhindern, befinden sich in der Vene viele kleine Klappen. Sie funktionieren wie Rückschlagventile. Eine sehr feine Muskelschicht und das umgebende Bindegewebe halten die Vene selbst in Form.

Nur gesunde, straffe Venen sind in der Lage, ihre Aufgabe optimal zu erfüllen. Einflussfaktoren wie langes Sitzen und Stehen, eine angeborene Bindegewebsschwäche oder Wärme verlangsamen den Rücktransport des Blutes zum Herzen. Und damit beginnt eine unheilvolle Kettenreaktion: Das Blut staut sich und versackt in den Beinen.

Das steigert den Druck in den Venen. Sie weiten sich zunehmend und die Venenklappen erfüllen ihre Funktion nicht mehr optimal. Sie lassen weiteres Blut nach unten durchsacken. So kommt es zu einer Venenschwäche. Letzte Folgen bilden Besenreiser, Krampfadern und unbehandelt im schlimmsten Fall ein offenes Bein.

Venenleiden vorbeugen

Um einem Venenleiden vorzubeugen oder das Fortschreiten einer beginnenden Venenschwäche zu verhindern, hat sich ein einfaches, aber effektives 7-Punkte-Programm bewährt:

1. In Bewegung bleiben!

Bewegung ist das beste Venentraining. Um die Venen-Muskelpumpe auf Trab zu bringen, ist pro Tag mindestens eine halbe Stunde Beinarbeit erforderlich. Venen-Gymnastik, zügige Spaziergänge, Schwimmen, Walking, Wandern und Tanzen helfen den Venen auf die Sprünge. Denken Sie im Alltag bitte an die Bewegung: Stehen Sie im Büro öfter auf, erledigen Sie kleine Besorgungen zu Fuß und steigen Sie Treppen – Möglichkeiten, in Bewegung zu bleiben, gibt es reichlich.

2. Hoch das Bein!

Wann immer sich die Gelegenheit bietet, heißt die Devise: Beine hochlegen! Das entlastet die Venen, erleichtert den Blutrückfluss zum Herzen und beugt Beinschwellungen vor. Wichtig ist es, die Blutgefäße und Gelenke dabei nicht abgzuknicken. Tipp: Wer das Fußteil des Bettes ein wenig höher stellt, entlastet die Beine im Schlaf.

3. Weg mit dem Speck!

Übergewicht stellt eine enorme Belastung für die Venen dar und sollte konsequent abgebaut werden. Am besten gelingt das mit regelmäßigem Ausdauertraining und einer vernünftigen, kalorienverminderten Ernährung. Reichlich frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte gehören täglich auf den Tisch, während der Fett- und Zuckerkonsum reduziert werden sollte. Wichtig: Trinken Sie zwei Liter kalorienfreie oder -arme Durstlöscher wie stilles Mineralwasser, ungesüßten Kräutertee und Saftschorle.

4. Keep cool!

Gezielte Kältereize verengen die Gefäße und unterstützen die Funktion der Venenklappen. An warmen Tagen sind Kneipp’sche Güsse mit einem angenehm kühlen Wasserstrahl oder Wassertreten in kniehohem, zwölf bis 18 Grad kaltem Wasser ideal. Trocknen Sie Ihre Beine anschließend nur leicht ab.

5. Bequeme Kleidung tragen!

Enge Kleidung behindert den Blutfluss und begünstigt Stauungen. Deshalb ist luftig-leichte und locker sitzende Kleidung die gesündere Alternative. Wichtig fürs Wohlbefinden der Venen sind flache, bequeme Schuhe. Sie sorgen dafür, dass die Wadenmuskulatur bei jedem Schritt ungehindert arbeitet.

6. Druck machen!

Entlastung und Erholung für die Beine versprechen spezielle Stütz- oder Kompressionsstrümpfe. Sie üben von außen Druck auf die Venen aus und erleichtern so den Blutrückfluss. Für Menschen mit gesunden Venen ist es sinnvoll, auf langen Zug- oder Busreisen Stützstrümpfe zu tragen. Bei bereits bestehenden Venenleiden ist die Behandlung mit vom Arzt verordneten und individuell angepassten Kompressionsstrümpfen unerlässlich.

7. Arzneikraft nutzen!

Geht es darum, müden Beinen wieder auf die Sprünge zu helfen, Schwellungen zu lindern, Entzündungen zu hemmen und die Venenarbeit zu unterstützen, haben sich zahlreiche rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke bewährt. Kapseln, Tabletten oder Tropfen zum Einnehmen enthalten Wirkstoffe wie Flawen auf Rotem Weinlaub, Rosskastaniensamen-Extrakt, Extrakt aus Buchweizen oder Mäusedorn. Die Blutzirkulation regen Salben und Gele mit Wirkstoffen wie Heparin oder Arnika an.

Frischer Schwung für Beine & Venen

Gymnastik unterstützt den Rückfluss des Blutes und stärkt die Beinmuskulatur. Hier einige wirksame übungen:

Schwingen: Setzen Sie sich auf den Boden, winkeln Sie die Beine leicht an und stützen Sie sich mit den Händen nach hinten ab. Nun schwingen Sie die Füße im Wechsel zehnmal nach oben und nach kurzem Halten wieder zurück.

Radeln: Legen Sie sich auf den Rücken und Ihre Arme neben Ihren Oberkörper auf den Boden. Führen Sie nun wie beim Radfahren 20 Kreisbewegungen mit den Beinen aus.

Wedeln: Halten Sie die Arme waagerecht, den Rücken gerade und drehen Sie Ihre gebeugten Knie abwechselnd zehnmal gemeinsam nach links und rechts.

Viele bewährte übungen für gesunde Beine zeigt das Poster „Venengymnastik“, das Sie kostenlos anfordern können – entweder per E-Mail bei broschueren@ratiopharm.de oder per Fax unter der Nummer 0731-4027552.

Foto: © klick61 – fotolia.com

RWG Redaktion

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