Sommerbeine mögen Freiheit

Im Sommer will jeder mit gepflegten Beinen glänzen.

Deshalb unser Rat: Nutzen Sie die Chance zur Früherkennung bei Ihrem Arzt und Apotheker. Schlängeln sich bei Ihnen vielleicht schon blau schimmernde Linien über die Beine? Solche Krampfadern können Schmerzen verursachen und vor allem in der warmen Jahreszeit zu ernsten Krankheiten bis hin zur Thrombose führen.

Krampfadern können gefährlich sein

„Man darf Krampfadern nicht als kosmetisch störendes Problem abtun. Hier handelt es sich um ein ernst zu nehmendes Krankheitsbild, das leider immer wieder unterschätzt wird“, betont Prof. Dr. Dr. med. Stefan Hillejan, ärztlicher Leiter der Praxisklinik für Venenerkrankungen in Hannover.

„Im fortgeschrittenen Fall bilden sich Blutgerinnsel, die zu Entzündungen und dann zu Thrombosen führen können“, warnt der Experte. Testen Sie einmal selbst, ob Sie nur „harmlose“ Krampfadern oder eine behandlungsbedürftige Venenentzündung haben:

Legen Sie die Beine hoch. Wenn die Adern verschwinden, also das Blut zurückfließt, handelt es sich um Krampfadern, die im Vorstadium nicht gefährlich sind. Bleiben die Adern sichtbar, ist eine sofortige Behandlung notwendig. Warnzeichen sind auch Schwellungen der Beine, ein Schweregefühl, plötzliche Spannungsgefühle sowie nächtliche Wadenkrämpfe und Schmerzen.

Mit Hilfe einer speziellen Triplex-Ultraschalluntersuchung erkennt der Venenexperte auch im tieferen Venensystem mögliche Störungen. Ergänzt wird solch eine Untersuchung durch den Befund von Blut- und Laborergebnissen.

Die neuen Behandlungsmethoden

„Zum Glück gibt es für Patienten mit Krampfadern heutzutage wenig schmerzhafte Behandlungsmethoden“, erklärt der Experte. Für kleinere Krampfadern ist eine Verödung möglich, größere Krampfadern können durch ein Venenstripping gezogen werden.

Eine neue „sanfte“ Methode ist die VNUS-Closure-Methode. Hier überträgt der Arzt mit Hilfe einer Radiowellensonde Hitze auf die Venenwände. Diese verkleben und schließen die erkrankte Vene. Die so „verschweißte“ Vene wird daraufhin vom Körper vollständig abgebaut.

„Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden findet der kleine Eingriff in örtlicher Betäubung statt und ist mit deutlich weniger Schmerzen, Narben und Blutergüssen verbunden. Patienten verlassen am gleichen Tag die Praxis und müssen keinen längeren Krankenhausaufenthalt in Kauf nehmen“, beschreibt Dr. Stefan Hillejan die schonende Methode.

Wertvolle Unterstützung, einer Venenschwäche vorzubeugen, sind beispielsweise pflanzliche Venenmittel aus der Apotheke wie solche aus Rotem Weinlaub, Rosskastanie und Mäusedorn. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich nach der Anwendung die Zellen rasch „erholen“.

Vorbeugen ist besser als heilen

Das zerstörte Gewebe regeneriert, und Spannungsgefühle, Kribbeln oder Schmerzen lassen nach. Bei müden, schweren Beinen bringt auch ein Venengel spürbare Erleichterung. Ebenso hilfreich ist eine Behandlung mit Enzymen, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. So werden Stauungen beseitigt, und das Gewebe wird wieder ausreichend versorgt.

Regeln für gesunde Venen

Damit der Wunsch nach schönen Beinen endlich in Erfüllung geht, helfen bereits einige wirksame Tipps und Regeln.

  • Kneipp’sche Güsse: Brausen Sie Unterschenkel und Waden mit kaltem Wasser ab. Bei Wechselduschen immer mit einem kalten Guss enden.
  • Regelmäßiger Sport: Am besten sind Waldlauf, Joggen, Radfahren, Schwimmen.
  • Beim Schlafen die Beine etwas hoch lagern. Das funktioniert mit einem verstellbaren Fußende oder Keil.
  • Achten Sie auf bequemes Schuhwerk. Enge Schuhe und Stiefel schnüren das Blut ab.
  • Richtig sitzen: vor allem die Beine dabei nicht über dem Boden baumeln lassen und nicht übereinander schlagen.
  • Weg mit dem Speck: Kämpfen Sie gegen eventuelles Übergewicht an. Zu viele Kilos bedeuten für die Venenarbeit eine enorme Belastung.

Beauty-Tipp

Braune Beine passen perfekt zur Sommermode und lassen kleine Unebenheiten oder Äderchen verschwinden. Eine gute Wahl, wenn die Haut noch weiß ist oder Sie sich keinen schädlichen Sonnenstrahlen aussetzen möchten, sind pflegende Selbstbräunungscremes und -sprays.

Foto: © Kaspars Grinvalds – Fotolia.com

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