Besser leben in den Wechseljahren

Eine ältere Frau im Herbst

Die Wechseljahre werden von vielen Frauen als eine unangenehme Zeit wahrgenommen, weil mit ihnen manche Beschwerden verbunden sind. Was viele nicht wissen: Auch Männer sind betroffen.

„Typisch Wechseljahre“, heißt es mitleidig, wenn eine nicht mehr ganz so junge Frau schlecht gelaunt ist. Wer aber spricht schon von den Wechseljahren des Mannes? Dass es sie überhaupt gibt, wissen noch nicht einmal die Betroffenen selbst. Wenn sich beim Mann in der Mitte des Lebens Probleme irgendwelcher Art einstellen, dann spricht man höchstens von „Midlife Crisis“ und nickt verständnisvoll.

Wechseljahre: eine große Ungerechtigkeit?

An Männern geht der Übergang ins letzte Lebensdrittel nicht spurlos vorüber. Und diese Spuren beschränken sich nicht nur auf die immer größer werdenden Geheimratsecken und den Leibesumfang. Mann und Frau kommen in die Jahre, nur dass „Frau“ häufiger als „Mann“ darunter leidet. Für Frauen bedeutet der Zeitpunkt der Wende das unwiderrufliche Ausscheiden aus dem Reproduktionsprozess.

Sie sind nicht mehr fortpflanzungsfähig. Daher zweifelten sie früher oft an ihrem Nutzen und verfielen leicht in tiefe Depressionen. Nicht mehr übersehbare Fältchen, die grauen Strähnen und das Erwachsensein der Kinder bestärkten sie in ihren trübsinnigen Gedankengängen.

Dabei haben die mit dem Klimakterium oder den Wechseljahren verbundenen Probleme der Frau erst in unserem Jahrhundert an Bedeutung gewonnen: Die Lebenserwartung der Menschen stieg insgesamt um mindestens zwei Lebensjahrzehnte an.

Frauen in den vergangenen Jahrhunderten fügten sich ergeben in ihr Schicksal und tauschten sich unter Umständen mit einer guten Freundin über lästige Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und Depressionen aus. Selten suchten sie medizinischen Rat. Lebten Sie mit 70 Jahren noch immer, dann tief gebeugt unter der Last von Krankheiten und Knochenschwund.

Mit 50 ist nichts vorbei

Wie gut haben es Frauen heute! Natürlich können Schweißausbrüche, Herzjagen und Niedergeschlagenheit am Wohlbefinden kratzen. Die gute Nachricht: All diese lästigen Begleiterscheinungen der Menopause (letzte Regelblutung und Zeit danach) lassen sich heute medizinisch gut in den Griff bekommen.

So sollte keine Frau mehr den Weg zum Frauenarzt aus falschem Schamgefühl scheuen. Der Arzt kann gemeinsam mit der Patientin besprechen, ob eine moderne Form der Hormonersatztherapie angezeigt ist oder ob eine Therapie mit pflanzlichen Substanzen ausreichend ist.

Auf natürliche Weise die Hormon-Reserven auffüllen

Eine natürliche Unterstützung für die Zeit der Wechseljahre bieten zum Beispiel Phyto-Östrogene. Sie haben ähnliche Eigenschaften wie die vom Körper selbst produzierten Sexualhormone, und das ohne chemische Zusätze.

Die Volksmedizin kennt Pflanzen gegen Wechseljahrsbeschwerden, etwa Traubensilberkerze, Rotklee, Soja und Hopfen. Ebenso gut erforscht ist die Melisse. Ihre hoch dosierten ätherischen Öle können das vegetative Nervensystem zurück ins Gleichgewicht bringen und auf diese Weise vielen Beschwerden die Basis entziehen.

Auch die Ernährung hat Einfluss auf die Wechseljahre. Bestimmte Nährstoffe helfen dem Körper, die Umstellung leichter zu bewerkstelligen. Da das Osteoporose-Risiko mit den Wechseljahren steigt, sollten Betroffene vor allem auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D3, Vitamin K und Kalzium achten.

Diese Kombination benötigt der Körper zum Knochenaufbau. In Apotheken gibt es entsprechende Nahrungsergänzungsmittel, die auf die besonderen Nährstoffbedürfnisse von Frauen ab 40 abgestimmt sind.

Hauptsache Bewegung

Regelmäßiger Ausdauersport wie Walking, Schwimmen, Radfahren oder Jogging trägt wesentlich dazu bei, dass Frauen entspannter durch die Wechseljahre kommen. Der Sport beruhigt das Nervensystem und den Hormonhaushalt und kann Hitzewallungen und andere Wechseljahrsbeschwerden lindern.

Darüber hinaus bekämpfen viele Frauen mit Bewegung das negative Körpergefühl, das sie im Klimakterium entwickeln. Und regelmäßige Bewegung sorgt dafür, dass Frauen ihren Körper leistungsfähig erleben: Das steigert das Selbstwertgefühl.

Ernährung in den Wechseljahren

In den Wechseljahren wird jede Frau, wenn sie sich weiterhin gleich ernährt, zunehmen. Der Energiehaushalt stellt sich grundlegend um. Und sie hat einen sinkenden Energiebedarf: Eine 50-jährige Frau braucht täglich 400 Kalorien weniger als eine 25-jährige. Unglücklicherweise sammelt sich das Fett nach den Wechseljahren nicht mehr an Hüfte und Oberschenkeln, sondern vor allem im Bauchbereich.

Das ist gefährlich, weil das Bauchfett den Nährboden für Typ-2-Diabetes und Arteriosklerose darstellt. Empfehlung: Mehr Obst und Gemüse verzehren und ballaststoffreiche Lebensmittel wählen. Sie sättigen anhaltend, senken den Blutzuckerspiegel und das Diabetesrisiko.

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