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Kreuzdorn

WirkungKreuzdorn

Pharmakologische Eigenschaften, Pharmakokinetik, Toxikologie:
1,8-Dihydroxyanthracenderivate haben einen laxierenden (abführenden) Effekt. Dieser beruht vorwiegend auf einer Beeinflussung der Colonmotilität (Grimmdarmbewegung) im Sinne einer Hemmung der stationären und einer Stimulierung der propulsiven Kontraktionen. Daraus resultieren eine beschleunigte Darmpassage und aufgrund der verkürzten Kontaktzeit eine Verminderung der Flüssigkeitsresorption. Zusätzlich werden durch die Stimmulierung der aktiven Chloridsekretion Wasser und Elektrolyte sezerniert.
Systematische Untersuchungen zur Kinetik von Zubereitungen aus Kreuzdornbeeren fehlen, jedoch ist davon auszugehen, daß in der Droge enthaltene Aglyka bereits im oberen Dünndarm resorbiert werden. Die ß-glykosidisch gebundenen Glykoside sind Prodrugs, die im oberen Magen-Darm-Trakt weder gespalten noch resorbiert werden. Sie werden im Dickdarm durch bakterielle Enzyme zu Anthronen abgebaut. Anthrone sind der laxative Metabolit (abführende wirksame Substanz).
Aktive Metaboliten anderer Anthranoide, wie Rhein, gehen in geringen engen in die Muttermilch über. Eine laxierende Wirkung bei gestillten Säuglingen wurde nicht beobachtet. Tierexperimentell ist die Plazentagängigkeit von Rhein äußerst gering.
Drogenzubereitungen besitzen, vermutlich aufgrund des Gehalts an Aglyka, eine höhere Allgemeitoxizität als die reinen Glykoside. Untersuchungen zu Genotoxizität der Droge bze. von Drogenzubereitungen liegen nicht vor. Für Aloe-Emodin, Physcion und Chrysophanol liegen teilweise positive Befunde vor. Zur Kanzerogenität (krebserzeugende Eigenschaft) liegen keine Untersuchungen vor.