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Vitamin B1
Anwendung

Gesichertes Anwendungsgebiet ist ausschließlich die Therapie oder Prävention von klinischen Vitamin B1-Mangelzuständen, sofern diese Mangelzustände ernährungsmäßig nicht behoben werden können. Mangelerscheinungen sind periphere Neuropathien (Nervenkrankheiten) mit Sensibilitätsstörungen, Muskelschwäche, zentral bedingte Koordinationsstörungen, Ataxie (Störung des geordneten Ablaufs und der Koordination von Muskelbewegungen), Paresen (leichte, unvollständige Lähmungen eines Muskels, einer Muskelgruppe oder einer Extremität) sowie psychische, gastrointestinale (Magen und Darm betreffende) und kardiovaskuläre (Herz und Gefäße betreffende) Störungen.
Der klinisch-chemisch gesicherte Vitamin B1-Mangel kann auftreten bei:
- schwerer Mangel- und Fehlernährung (z.B. Beriberi), parenteraler Ernährung über längere Zeit, Hämodialyse (Reinigung des aus einer Arterie oder Vene in einen Kunststoffschlauch geleiteten Blutes von krankhaften Bestandteilen durch Entlangfließen an einer semipermeablen Membran), Malabsorption (Störung der Resorption von Nahrungsstoffen im Darm)
- chronischem Alkoholismus
- diabetischer Azidose (auf einem Überschuß sauer geagierender Stoffe im Blut beruhendes Krankheitsbild)
- schweren akuten Leberfunktionsstörungen
- Thyreotoxikose (Überfunktion der Schilddrüse mit schwerem, toxischen (giftigen) Krankheitsbild
- bei gesteigertem Bedarf (z.B. Schwangerschaft und Laktation)
Art der Anwendung:
Folgende Dosierungen werden empfohlen:
Oral: Zur Prophylaxe der klinischen Mangelzustände 5-10 mg täglich
Zur Therapie Initialdosis bis zu 300 mg täglich, in seltenen Fällen auch mehr. Anschließend 50-200 mg täglich in mehreren Einzeldosen.
Parenteral: Therapeutisch täglich 50-100 mg i.m. und i.v. als Injektionslösung

