Depressive Verstimmungen – Keine Lust zu gar nichts

Bei depressiven Verstimmungen stimmt die Chemie im Kopf nicht mehr.

Peter Lauff fühlt sich in letzter Zeit oft müde. Meistens geht er jetzt schon früh zu Bett – und bleibt lange liegen: Wenn der Wecker klingelt, zieht sich der Selbstständige die Decke über den Kopf. Sein Akku ist leer; im Büro schafft er gerade noch das Nötigste.

Der 43-Jährige verkriecht sich immer öfter in seinem Schneckenhaus. Auch die frühere Unternehmungslust fehlt inzwischen fast völlig: Peter Lauff verabredet sich nur noch selten, und das Ausgehen macht ihm keinen Spaß mehr.

Der Schwung geht flöten

13299-1Depressive Verstimmungen kommen meistens auf leisen Sohlen. Schleichend und zunächst kaum merklich legen sie sich wie ein Schleier auf die Seele. Anfangs fällt nur eine verstärkte Müdigkeit auf. Allmählich schwindet dann die Tatkraft, und die Bewältigung des Alltags fällt zunehmend schwerer.

Die Betroffenen erfüllen zwar noch ihre wichtigsten Pflichten: Sie gehen zur Arbeit, quälen sich dort aber mit Mühe und Not durch den Tag. Die berufliche Leistung lässt nach, weil Ideen ausbleiben und die Konzentration schwindet. Auch zu Hause bleibt mit der Zeit immer mehr liegen, weil der Schwung zum Aufräumen, Putzen und Kochen flöten geht.

Die Chemie im Kopf stimmt nicht

Das Risiko für depressive Verstimmungen hat zugenommen. Stress, Überforderung, Mobbing, Existenzängste und Zeitdruck erhöhen die Gefahr, dass es zur körperlichen und seelischen Erschöpfung kommt. Konkreter Auslöser des Stimmungstiefs ist sehr oft ein Schaltfehler im Gehirn:

Das Steuersystem der Gefühle funktioniert nicht mehr, weil das natürliche Gleichgewicht der Nervenbotenstoffe aus der Balance gerät. Vor allem drei Substanzen sorgen entscheidend für unser psychisches Wohlbefinden: Dopamin weckt Lust und Interesse, Serotonin beruhigt und sorgt für Zufriedenheit, und Noradrenalin motiviert, steigert Antrieb und Leistung.

Verdrängen hilft nicht

Betroffene sollten depressive Verstimmungen nicht verdrängen und verheimlichen, sondern von Anfang an sehr ernst nehmen. Um eine Verschlimmerung oder gar den Absturz ins chronische Seelentief zu vermeiden, ist es wichtig, möglichst rasch einen Arzt zu konsultieren. Partner und gute Freunde können helfen, indem sie vor allem zuhören – und immer mal wieder für Ablenkung sorgen.

Wer ins Stimmungstal abzurutschen droht, sollte versuchen, sich möglichst viel Entlastung zu gönnen. Schalten Sie einen Gang zurück, gehen Sie alle Aufgaben Schritt für Schritt an, machen Sie eins nach dem anderen. Behalten Sie möglichst einen regelmäßigen Lebensrhythmus bei: Stehen Sie auf, essen Sie drei Mal am Tag, gehen Sie normal zu Bett.

Reden ist wichtig

Wenn negative Gefühle die Oberhand gewinnen, kommt es darauf an, Überlastungen unbedingt zu vermeiden. Zwingen Sie sich nicht zu Neuem, sondern führen Sie so weit wie möglich nur bewährte und erprobte Tätigkeiten aus. Handwerkliche Arbeit ist dabei eher zu empfehlen als geistige Anstrengungen.

Ganz besonders wichtig ist es, den Kreislauf der negativen Gedanken zu durchbrechen. Gegen das Grübeln hilft Ablenkung: Lauschen Sie Ihrer Lieblingsmusik oder legen Sie eine spannende Hörbuch-CD auf, sehen Sie fern oder versuchen Sie, etwas zu lesen. Bleiben Sie nicht allein; in Gesellschaft kommen Sie auf andere Gedanken. Und können sprechen: Reden Sie über Ihre Gefühle, und lassen Sie wenn möglich auch Tränen zu – weinen hilft.

Licht hebt die Laune

Bewegung gilt als ausgesprochen heilsam. Körperliche Aktivitäten bringen nicht nur den Kreislauf in Schwung, auch die Seele erhält Auftrieb. Dabei kommt es nicht darauf an, besonders sportlich zu sein oder Leistung zu erbringen; Spaziergänge oder eine Radtour genügen völlig. Gehen Sie möglichst täglich an die frische Luft – auch in der dunklen Jahreszeit. Selbst im Winter hebt das Tageslicht die Laune.

Natürliche Mittel können wesentlich dazu beitragen, das Gleichgewicht der Botenstoffe in den Nervenzellen wieder herzustellen. So hellen zum Beispiel hochwertige Johanniskraut-Spezialextrakte aus der Apotheke nachweislich die Stimmung wieder auf. Damit sie die „innere Sonne“ wieder aktivieren können, sollten sie allerdings regelmäßig über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Quelle: Ratgeber aus Ihrer Apotheke

Foto oben: © Aurelio – Fotolia.com

Foto Artikel: Dr. Willmar Schwabe

RWG Redaktion

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