Wenn die Lichtblicke abnehmen

Eine Frau erleidet am Arbeitsplatz einen Burnout

Die einen bauen auf Schokolade als Seelentröster, um im Winter bei guter Laune zu bleiben. Andere lassen sich mit einem ausgedehnten Wellness-Programm verwöhnen oder planen eine Reise in den Süden. Auch die Apotheke bietet Hilfe, wenn kurze, dunkle Tage und nasskaltes Wetter die Laune verdirbt.

Saisonale Stimmungsschwankungen

»Sie ist traurig, die Jahreszeit, darin wir stehen; man möchte glauben, dass das Leben mit der Sonne dahinschwinden wolle; ein Frösteln rinnt über die Haut und ins Herz; alle Laute verstummen; der Himmelssaum verblasst.« So beschrieb im 19. Jahrhundert der französische Schriftsteller Gustave Flaubert die dunklen Monate von November bis Februar. Wie ihm geht es in Deutschland rund 800 000 Menschen, die unter saisonalen Stimmungsschwankungen leiden.

Aus dem Takt geraten

Das Licht wirkt auf das Gehirn. Seine chemischen Botenstoffe, die sogenannten Neurotransmitter, reagieren sofort auf Lichtmangel. Sie beeinflussen das Hormonsystem. So schüttet der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin aus. Es sorgt dafür, dass sich der Körper müde fühlt, sobald es dunkel wird. Wenn es auch tagsüber nicht genug aufhellt, bleibt der Melatoninspiegel hoch. Der biologische Rhythmus gerät aus dem Takt. Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Erschöpfung folgen.

Und was sich beim Menschen als Heißhunger auf Süßes äußert, dient als Ausgleich des bei Dunkelheit fehlenden, stimmungsaufhellenden Botenstoffs Serotonin. Denn sobald helles Licht auf die Netzhaut im Auge fällt, kurbelt der Körper die Produktion dieses Gute-Laune-Machers an. Das schränkt die Bildung von Melatonin ein. Bei kürzeren Tagen sinkt dagegen der Serotoninspiegel. Und mit ihm die gute Laune.

Neben Schokolade als Seelentröster können tägliche Spaziergänge an der frischen Luft – auch bei bedecktem Himmel – helfen. Gehen Sie morgens zehn Minuten eher aus dem Haus und laufen Sie eine Bushaltestelle weiter. Schauen Sie sich den Himmel an – selbst bei einem grauen Wintertag.

Lampen für die gute Laune

Einigen Patienten hilft dagegen nur eine Lichttherapie. Das gilt vor allem für die skandinavischen Länder. So befinden sich beispielsweise jährlich circa 3 000 Schweden während der dunklen Jahreszeit kontinuierlich in Lichttherapie. Bei dieser Therapie schauen sie weiß gekleidet in weißen Räumen in sehr helle Speziallampen.

Diese strahlen zehnmal stärker als normale Zimmerlampen. Sie gibt es ebenso für den Heimbedarf. Obwohl diese Patienten von der Lichttherapie profitieren, kommt sie an die Natur nicht heran. Bringen es die Speziallampen auf 2 500 bis 10 000 Lux – der Messeinheit für die Stärke des Lichtes –, strahlt die Sonne zehn- bis vierzigmal heller.

Neben möglichst viel Licht sollte man sich öfter Gutes zu tun. Etwa Pläne für eine Reise oder eine Party schmieden. Oder mit Freunden essen gehen und den Wellnessbereich im Schwimmbad besuchen. Darüber hinaus können pflanzliche Arzneimittel wie Johanniskraut helfen. Seine volle antidepressive Wirkung setzt nach zehn bis vierzehn Tagen ein. Ihr Apotheker hilft gerne bei der Wahl eines geeigneten Präparates. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollten Sie jedoch auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

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RWG Redaktion

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