Fieber: Über 41 Grad Celsius wird es gefährlich

Ein kleiner Junge liegt mit Fieber im Bett

40 Grad Celsius Fieber. Bei Kleinkindern steigt die Körpertemperatur häufig auf diese Marke und höher. Warum das so ist und ob die Eltern dagegen Maßnahmen ergreifen müssen, erklärt die Kinder- und Jugendärztin Dr. med. Gunhild Kilian-Kornell. Sie ist Bundespressesprecherin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V..

Kleine Kinder bekommen schnell hohes Fieber. Woran liegt das?

Wir kommen mit einem Immunsystem auf die Welt, das mit allem Nötigen ausgestattet ist. Ihm fehlt nur das Training. Das beginnt direkt nach der Geburt. Alles läuft auf Hochtouren und das System reagiert vehement auf Angriffe. Einer der Abwehrmechanismen besteht darin, die Körpertemperatur hochzufahren, um Fremdeiweiß von eingedrungenen Erregern »zu kochen«. Darum steigt die Temperatur höher als die normale Körpertemperatur und bei Säuglingen und Kleinkindern heftiger als bei Erwachsenen.

Ab welcher Temperatur wird es gefährlich für das Kind?

Bis 41 Grad Celsius geht es. Ab 41,5 Grad Celsius aufwärts und spätestens ab 42 Grad Celsius leidet das körpereigene Eiweiß. Das ist wirklich gefährlich. Natürlich schwächen erhöhte Temperaturen den Körper generell: Der Stoffwechsel fährt hoch und das beeinträchtigt das Allgemeinbefinden.

Ab welcher Temperatur ist ein Arztbesuch ratsam?

Dafür gibt es keine Faustregel. Betrachten Sie das Fieber nicht isoliert. Wichtig ist der Allgemeinzustand des Kindes. Es kann mit einer Lungenentzündung schwer krank sein bei leicht erhöhter Temperatur. Oder es hat einen im Vergleich dazu harmlosen, aber hoch fieberhaften Virusinfekt, macht aber keinen schlechten Eindruck.

Spätestens am vierten Fiebertag rate ich, in jedem Fall den Kinder- und Jugendarzt aufzusuchen. Die Ausnahme bilden junge Babys. Gehen Sie hier bei Fieber sofort zum Arzt. In den ersten drei Lebensmonaten ist die Fieberreaktion typischerweise nicht so ausgeprägt. Da gelten beispielsweise 38,3 Grad Celsius als Alarmzeichen.

Womit senken wir Fieber am besten?

Für Kinder stehen Zäpfchen oder Säfte mit Paracetamol oder Ibuprofen zur Verfügung. Zwischen den Gaben desselben Wirkstoffes sollten immer mindestens sechs Stunden liegen! Am besten senkt ein Fieberzäpfchen zusammen mit Wadenwickeln die Temperatur. Probieren Sie die Wadenwickel zunächst ohne Medikamente aus.

Vorausgesetzt, dem Kind geht es einigermaßen gut. Das heißt, es ist ansprechbar, und hat nicht erbrochen. Für Wadenwickel müssen die Waden warm sein und das Wasser, mit dem man die Wickel tränkt, lauwarm: Je jünger das Kind, desto wärmer das Wasser.

Ist es falsch, das Fieber zu senken?

Fieber ist ein normaler und wichtiger Abwehrmechanismus des Körpers. Man muss und sollte Fieber nicht permanent drastisch heruntersetzen. Es ist wichtig, das Kind zu beobachten. Fiebert das Kind hoch und haben Sie es wirklich im Auge, muss das Fieber nicht gesenkt werden. Neigt das Kind zu Fieberkrämpfen, gehen Sie besser kein Risiko ein!

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RWG Redaktion

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