Erfolgreich gegen Krebs: Eltern engagieren sich

Ein kleines Mädchen in der Chemotherapie

Wenn Kinder an Krebs erkranken, leidet die ganze Familie und es bestehen große Ängste. Doch oft gibt es gute Chancen auf Heilung. Und dank des Engagements in Kliniken und von Elterninitiativen erfahren die Kinder und ihre Familien eine bessere Betreuung.

Leukämie häufigste Krebsart von Kindern

»In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen beträchtliche Fortschritte erzielt«, betont Professor Dr. med. Peter Bader. Er arbeitet am Stammzell-Transplantationszentrum am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. »So können zum Beispiel etwa 80 Prozent der Kinder, die an einer akuten lymphatischen Leukämie (ALL) erkrankt sind, geheilt werden.« Leukämie ist die häufigste Krebsart bei Kindern.

Bei anderen Krebserkrankungen gibt es ebenso Fortschritte, auch wenn noch viel zu tun ist. Bader: »Die Behandlungsergebnisse sind bei anderen Krebsarten weniger gut als bei Leukämie. Es ist jedoch zu erwarten, dass durch neue, zielgerichtete Arzneimittel und Immuntherapieverfahren die Prognose auch dieser Patienten verbessert werden kann.«

Elterninitiative für krebskranke Kinder

Parallel zu den Fortschritten in der Krebstherapie entwickelte sich durch das Engagement von Eltern ebenso die Betreuung der kleinen Krebspatienten. Eine der vielen zu diesem Zweck gegründeten Elterninitiativen ist der »Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e. V.«.

Wegen seines 25-jährigen Bestehens hielt Vorstandvorsitzende Helga von Haselberg Rückschau: »Als sich Ende der Siebziger Jahre ein Durchbruch in der medizinischen Behandlung von Krebs bei Kindern und Jugendlichen mit der Hoffnung auf Heilung anbahnte, gab es für die Kinder und ihre Familien weder seelischen Beistand noch materielle Unterstützung. Sie mussten ganz alleine versuchen, mit ihrem Schicksal fertig zu werden.«

Erfolge durch Spenden und Engagement

Anders die Situation heute: Der Verein in Frankfurt berät und betreut, so wie die anderen Elternorganisationen, Betroffene in und außerhalb der Klinik. Darüber hinaus hat er ein kliniknahes Familienzentrum finanziert, in dem Eltern und Geschwister auf Zeit wohnen. Es dient als Informations- und Beratungsstelle. Und es gibt für Kinder und ihre Familien eine Nachsorgeeinrichtung an der Ostsee, in der sie Erholung und Ablenkung finden können.

Auch für die Forschung und Therapie erreichte der Verein in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Frankfurt viel: So konnte er durch Spenden die Hälfte der Baukosten für das Stammzell-Transplantationszentrum des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik in Frankfurt aufbringen.

»Anfangs war es nur ein Stein, der ins Wasser geworfen wurde. Aber dieser hat seither viele Kreise gezogen«, umschreibt Helga von Haselberg die erfreuliche Entwicklung. »Und auch in Zukunft möchten wir bei den krebskranken Kindern und Jugendlichen die Hoffnung auf ein gesundes Leben stärken.«

Foto: © Frantab – Fotolia.com

RWG Redaktion

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