Diagnose Krebs mit Bluttest

Kann man Krebs per Bluttest erkennen?

Oft wird ein Tumor spät oder zu spät gefunden. Ärzte wie Dr. Petra Stieber forschen daran, Krebs über die Tumormarker im Blut früher zu identifizieren. Doch taugt der Bluttest schon zur Vorsorge?

Wie funktioniert ein Bluttest?

Bei jedem Menschen finden sich in geringem Umfang Krebszellen im Körper. Und deshalb verfügt jeder Mensch über sogenannte Tumormarker im Blut. Das sind Substanzen, die Tumorzellen abgeben. Wichtig: Erst wenn die körpereigene Abwehr die Krebszellen nicht mehr unter Kontrolle hat, kann daraus ein bösartiges Geschwulst werden.

Nur wie erkennen Ärzte dann anhand von Tumormarkern, ob jemand an Krebs leidet? Nur wenige Marker weisen exakt auf eine bestimmte Krebsart hin, etwa auf Leukämie oder Lymphome. Für die große Mehrzahl gilt: Die Marker gelten als möglicher Hinweis auf Krebs, müssen es aber nicht. Selbst wenn ein Marker erhöht ist, heißt das nicht zwangsläufig, dass Sie diese Krankheit haben.

Denn sie können ebenso aus anderen Gründen steigen, etwa wegen einer Entzündung. Vor allem sind die allermeisten Tumormarker nicht organspezifisch. Der sogenannte CEA-Marker weist z.B. auf Dickdarmkrebs hin, aber ebenso auf Tumoren von Magen, Lunge oder Brust.

Welchen Sinn macht ein Bluttest?

Der Bluttest macht für diejenigen Sinn, die Krebs haben. Vor allem in diesen Situationen sind Tumormarker für die Mediziner am wertvollsten: Einerseits um zu sehen, ob eine Behandlung anschlägt. Dazu bestimmt der Arzt zu Beginn einer Therapie, z.B. einer Chemotherapie, die Marker. Im Idealfall sinken die Werte dann im Lauf der Behandlung deutlich, weil immer weniger Krebszellen im Körper überleben.

Auf der anderen Seite findet er in den Monaten und Jahren nach der Therapie Verwendung. Hier liefern Tumormarker wichtige Hinweise. Kehrt das bösartige Geschwulst zurück, steigen die Werte wieder an. Sie sind bis zu zwei Jahre vor den ersten Beschwerden im Blut nachweisbar.

Hilfreich bei frühzeitiger Therapie

Je nach Krebsart beginnen Ärzte dann frühzeitig mit einer Therapie, etwa mit Chemo- oder Strahlentherapie. Bedauerlicherweise können Ärzte nicht bei allen Krebsarten so früh feststellen, ob ein Tumor zurückkehrt. Zuverlässige und sinnvolle Marker gibt es bislang für

  • bestimmte Formen von Blutkrebs (z.B. multiples Myelom),
  • sowie Brust-,
  • Eierstock-,
  • Darm-,
  • und Prostatakrebs.

Bei Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Magenkrebs sind die Marker ebenso bestimmbar. Aber es würde nichts bringen, da gegen diese Krebsformen keine präventiven Therapien existieren.

Können Gesunde zur Vorsorge Tumormarker im Blut bestimmen lassen?

Zur klassischen Vorsorge sind Tumormarker wenig geeignet, da sie bei gesunden Menschen immer im Körper zirkulieren. Eine Ausnahme bildet der PSA-Test für Männer. Dabei wird die Höhe des sogenannten prostataspezifischen Antigens gemessen.

Liegt der Wert bei mehreren Proben innerhalb einiger Wochen über 4 ng/ml, gilt das als möglicher Hinweis auf Prostatakrebs. In diesem Fall wird der Arzt dazu raten, dass Sie eine Gewebeprobe entnehmen lassen. Diese gibt Gewissheit, ob Sie diese Krankheit haben. Die Kassen zahlen den Test bei Krebsverdacht bzw. familiärem Risiko.

Foto: © Shawn Hempel – Fotolia.com

RWG Redaktion

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