Osteoporose: Es kann jeden treffen

Ausdauersport wie Joggen hält das Herz fit

Osteoporose ist beileibe keine typische Frauenkrankheit. Sie hat sich zu einer echten Volkskrankheit entwickelt. Sechs Millionen Deutsche sind nach Expertenschätzung von der chronischen Stoffwechselerkrankung der Knochen betroffen.

Die Zahl soll sich binnen der nächsten zwanzig Jahre sogar noch verdoppeln. Zwar gelten Frauen nach ihrer letzten Regelblutung als besonders gefährdet. Dennoch: Rund 20 Prozent der Erkrankten gehören zum „starken Geschlecht“. Das heißt, jeder fünfte Mann zieht sich im fortgeschrittenen Alter einen osteoporotischen Knochenbruch zu.

Verkannte Gefahr

Osteoporose wird in der Regel erst sehr spät entdeckt: nach dem ersten Bruch. Die Erkrankung beginnt oft unbemerkt mit winzigen Rissen in der Knochenstruktur, weil die Masse und Qualität der Knochen nur schleichend abnimmt.

Die Folge: Sie brechen schon bei geringen Belastungen. Ist der Verfallprozess erst mal in Gang gekommen, kann er nur mit aufwändigen Therapien gestoppt werden. Zahlreiche Risiken Ursache für den Knochenabbau ist das Absinken der Geschlechtshormone Östrogen (weiblich) und Testosteron (männlich). Frauen sind also nach dem Klimakterium einem besonders hohen Osteoporose-Risiko ausgesetzt.

Für den sprunghaften Anstieg der Neuerkrankungen ist jedoch auch die zunehmend ungesunde Lebensweise verantwortlich: zu wenig Bewegung, unausgewogene Ernährung, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Doch auch eine genetische Veranlagung und Krankheiten wie Rheuma, chronische Darmerkrankungen (Morbus Crohn) oder langfristige Kortisoneinnahme (z.B. bei Asthma) kann die Entwicklung von Osteoporose begünstigen.

Rechtzeitig vorbeugen

Trotzdem gibt es einen wirksamen Schutz vorm Knochenschwund: „Die beste Vorsorge ist ausreichend Bewegung und eine kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung“, rät Prof. Dieter Felsenberg vom Zentrum für Muskel- und Knochenforschung an der Berliner Charité.

So beugen Sie vor

  • Der Osteoporose-Experte Dieter Felsenberg rät:
  • Ernähren Sie sich nach dem Grundsatz: viel Kalzium, reichlich Vitamine, „Knochenräuber“ meiden.
  • Kalzium steckt in Kräutern und dunklen Gemüsen wie Brokkoli und in Milchprodukten (Käse und Joghurt). Die kalorienarme Variante: Täglich zwei Liter Mineralwasser mit einem Kalziumgehalt von 350 mg pro Liter decken den Grundbedarf (600 bis 1000 mg).
  • Kalzium kann ohne Vitamin D (täglich 400 bis 800 Einheiten) verwertet werden. Gebildet wird Vitamin D in der Haut übers Tageslicht. Gehen Sie 15 bis 20 Minuten an der Sonne spazieren (Sonnenbänke sind kein Ersatz!). Pro Woche ein- bis zweimal Fisch auf den Tisch. Im Winter die Zufuhr durch Apothekenpräparate sichern.
  • Knochenräuber meiden: Nicht mehr als zwei Gläser Rotwein täglich. Alkohol kann die Aktivierung von Vitamin D hemmen. Aufs Rauchen möglichst verzichten.
  • Bewegung: Es kommt darauf an, die Muskulatur zu kräftigen und die Muskelgruppen zu koordinieren. Besser als Ausdauersport ist also ein dynamisches Muskeltraining wie beispielsweise Powerwalking, Treppensteigen, Seilspringen oder auch Tanzen.

Für eine bessere Balance

Medizinisches Training: Mit einem neuartigen Trainingsgerät (Galileo 2000) können Sie unter orthopädischer Aufsicht Ihre Muskeln kräftigen. Dazu genügen nur wenige Minuten pro Woche auf einer Art vibrierender Wippe. Auch zu Hause können Sie Ihren Gleichgewichtssinn trainieren und die Muskelleistung verbessern.

Gelingen die Tests nicht, kann das ein Hinweis auf Knochenschwund sein: Der Linientest: Versuchen Sie auf einer schnurgeraden Linie zu balancieren. Acht Schritte sollten Sie schaffen. Der Stuhlaufstehtest: Setzen Sie sich auf einen Stuhl. Dann stehen Sie fünf Mal ganz schnell auf und setzen sich wieder. Diesen Test sollten Sie in zehn Sekunden schaffen.

Testen Sie Ihr Osteoporose-Risiko

Je besser Sie Ihr Risiko kennen, desto eher können Sie geeignete Maßnahmen zur Osteoporose-Vorbeugung ergreifen.

  • Leidet oder litt Ihre Mutter, Großmutter oder andere Blutsverwandte an Knochenschwund?
  • Sind Sie sehr schlank mit einem Body-Mass-Index (BMI) unter 20?
  • Haben Sie sich öfter Knochenbrüche ohne besonderen Anlass wie z.B. nach einem Unfall oder harten Stoß zugezogen?
  • Sind Sie seit Ihrem 25. Lebensjahr um mehr als 4 Zentimeter kleiner geworden?
  • Leiden Sie in letzter Zeit unter stechenden Rückenschmerzen? – Sind Sie im letzten Halbjahr öfter als zwei Mal gestürzt?
  • Haben Sie in den letzten Jahren ungewollt mehr als 10 Prozent Ihres Körpergewichts verloren?
  • Nehmen Sie kortisonhaltige Präparate länger als 6 Monate ein (mehr als 7,5 mg Prednisolonäquivalent pro Tag)?

Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit Ja beantwortet haben, ist Ihr Osteoporose-Risiko erhöht. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Osteopose-Diagnose erfolgen sollte. Beispielsweise mit dem DXA-Verfahren, einer strahlungsarmen Röntgenmethode zur Messung der Knochendichte.

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