Quälgeist Rheuma

Eine Frau hat Rheuma-Schmerzen in der Schulter

Rheuma – da denken viele an ältere Menschen, die bei Kälte über Schmerzen in den Knochen klagen. Doch die Krankheit ist weit mehr als ein „Zipperlein“ alter Leute. Rheuma ist der Oberbegriff für mehr als 450 unterschiedliche, schmerzhafte Knochen-, Gelenk- und Weichteilerkrankungen. Sie können Menschen in jedem Alter treffen.

Die vier häufigsten Formen von Rheuma sind Arthritis, Arthrosen, Weichteilrheumatismus und Wirbelsäulenverschleiß. Innerhalb dieser groben Gliederung gibt es viele Sonderformen, wie zum Beispiel die Gicht oder die Bechterewsche Krankheit.

Suche nach den Ursachen

Die Ursachen rheumatischer Erkrankungen sind bis heute nicht geklärt. Allerdings weiß man, dass die Vererbung eine wesentliche Rolle spielt. Daneben gelten Umwelteinflüsse wie Hitze sowie physikalische Einwirkungen (zum Beispiel ein Unfall) oder bakterielle Infektionen als Ursachen. Stoffwechselstörungen wie zum Beispiel bei der Gicht oder eine Autoimmunreaktion des Körpers können ebenso mögliche Auslöser sein.

Wenn die Schmerzen stärker werden

Eine der häufigsten rheumatischen Erscheinungsformen ist die Rheumatoide Arthritis, kurz RA genannt. Sie betrifft vorwiegend die Gelenke. Bei dieser Autoimmunkrankheit behandelt das Immunsystem körpereigene Zellen fälschlicherweise wie Krankheitserreger und greift sie an.

So kommt es zu einer dauerhaften Entzündung in den Gelenken. Sie geht auf Knorpel und Knochen über und macht die Gelenke zunehmend unbeweglich. Bald setzt eine Morgensteifigkeit ein, und die Gelenke schwellen an. Hier ist die frühzeitige Diagnose und Therapie wichtig.

Frühzeitig erkannt und behandelt, kann man fatale Folgen eindämmen oder aufhalten. Oberstes Ziel der Therapie: Eindämmung der Entzündung und der Gelenkzerstörung sowie die Linderung der oft schmerzhaften Morgensteifigkeit. Generell ist die Erkrankung mit speziellen Medikamenten noch nicht heilbar. Aber dank gut wirksamer und verträglicher Medikamente ist eine Langzeitbehandlung durchaus möglich. Mit einer Behandlung geht oft eine bessere Lebensqualität einher.

Wissenschaftler haben jetzt eine neue Therapie mit dem Wirkstoff Prednison entwickelt, bei dem der entzündungshemmende Wirkstoff im Körper freigesetzt wird, während der Patient schläft. Nachts entfaltet das körpereigene Corticoid seine volle Wirkung. Morgens um sieben ist dann die Welt für die Patienten wieder in Ordnung – die unangenehme Morgensteifigkeit ist ausgeschaltet.

Sanfte Methoden gegen den Schmerz

Wirkungsvolle Mittel zur Linderung rheumatischer Beschwerden sind pflanzliche Antirheumatika. Für Teufelskralle, Brennnesselblätter, Birkenblätter, Guajakaholz, Hagebuttenpulver und Weidenrinde konnten umfangreiche Studien entzündungshemmende, schmerzlindernde Wirkungen nachweisen.

Traditionell und bewährt bei nichtentzündlichen Rheuma-Erkrankungen ist die Anwendung von Naturmoor in medizinischen Zubereitungen. Ein erhitztes Moorbreibad erzeugt im Körper eine Art „künstliches Fieber“, welches eine Aktivierung des Immunsystems und der Selbstheilungskräfte bewirkt.

Eine Wärmebehandlung mit Fangoschlamm kommt in Form von Bädern, Packungen oder Umschlägen zum Einsatz. Der Schlamm hält die Wärme sehr lange, und der Körper fängt an zu schwitzen. Dann kann er die im Fango enthaltenen Mineralstoffe aufnehmen. Heute sind solche durchblutungsfördernden und schmerzstillenden Zubereitungen ebenso für den Hausgebrauch in Apotheken erhältlich.

Weiterhin kommen Entspannungstechniken wie Autogenes Training bei der Behandlung von Krankheiten des rheumatischen Formenkreises zum Einsatz. Gleiches gilt für verschiedene Naturheilverfahren wie Akupunktur, Homöopathie, Kneipp-Anwendungen, Neuraltherapie und andere.

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RWG Redaktion

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